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Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen"

Bild: Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen" Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um ihre medizinische Versorgung, Betreuung und Pflege zu finanzieren. Manchen steht auch ergänzende Sozialhilfe zu. Die Sozialarbeiterinnen Renate Gascho und Birgit Spengemann verfügen gemeinsam über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Beratung älterer und demenzkranker Menschen. Sie wissen, was Betroffenen zusteht und beraten im Internetforum kompetent zu leistungsrechtlichen Fragen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Auskünfte allgemein gehalten sind. Auskünfte zu landesspezifischen Sonderleistungen wie z. B. Pflegewohngelder sowie das Errechnen von Leistungen im Einzelfall können bei der Beantwortung der Anfragen nicht berücksichtigt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Behörde.

Autor Was ist der Unterschied zwischen Grundsicherung im Alter und Sozialhilfe
07.11.2019 | 19:21
Aldebaran2019

Hallo!
Könnt ihr mir erklären, was der Unterschied zwischen Grundsicherung im Alter und Hilfe zum Lebensunterhalt ist?

Vielen herzlichen Dank!

08.11.2019 | 12:45
birgitspengemann

Hallo Aldebaran,

Grundsätzlich gilt: Sozialhilfe erhält, wer seinen Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten kann.

Dabei wird unterschieden zwischen:

a) Arbeitslosengeld II/Sozialgeld
(ab dem 15. Lebensjahr bis zum Eintritt in die Altersrente), geregelt im Sozialgesetzbuch II –Kostenträger ist hier das Jobcenter

b) Grundsicherung im Alter und bei dauerhafter voller Erwerbsminderung, geregelt in § 41 ff Sozialgesetzbuch XII – Kostenträger ist das zuständige Sozialamt

c) Hilfe zum Lebensunterhalt , geregelt in den §§ 27 – 40 Sozialgesetzbuch XII) – Kostenträger ist ebenfalls Sozialamt

Hilfe zum Lebensunterhalt erhalten:
- Menschen, die eine befristete volle Erwerbsminderungsrente beziehen
- Menschen, die eine vorgezogene Altersrente beziehen, also noch nicht die reguläre Altersgrenze erreicht haben
- Menschen, die ihre Bedürftigkeit in den letzten 10 Jahren vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt haben und deshalb keinen Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung im Alter oder des Jobcenters haben. Ansonsten sind die beiden Leistungen unter a) und b) vorrangig.

Im Unterschied zur Grundsicherung im Alter und bei dauerhafter voller Erwerbsminderung besteht bei Hilfe zum Lebensunterhalt eine besondere Unterhaltspflicht der unterhaltspflichtigen Angehörigen, also nicht erst ab einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro.

Außerdem steht der Mehrbedarf in Höhe von 17 % des Regelsatzes bei Anerkennung einer erheblichen oder außergewöhnlichen Gehbehinderung (Merkzeichen G und aG im Schwerbehindertenausweis) nur den Beziehern von Grundsicherung im Alter zu (§ 30 Sozialgesetzbuch XII).

Mit freundlichem Gruß
Birgit Spengemann



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