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Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen"

Bild: Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen" Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um ihre medizinische Versorgung, Betreuung und Pflege zu finanzieren. Manchen steht auch ergänzende Sozialhilfe zu. Die Sozialarbeiterinnen Renate Gascho und Birgit Spengemann verfügen gemeinsam über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Beratung älterer und demenzkranker Menschen. Sie wissen, was Betroffenen zusteht und beraten im Internetforum kompetent zu leistungsrechtlichen Fragen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Auskünfte allgemein gehalten sind. Auskünfte zu landesspezifischen Sonderleistungen wie z. B. Pflegewohngelder sowie das Errechnen von Leistungen im Einzelfall können bei der Beantwortung der Anfragen nicht berücksichtigt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Behörde.

Autor Tagespflege
24.11.2019 | 10:02
Lenchen

Guten Morgen an alle lesenden .
Ich kämpfe im Moment mit folgendem Problem.
Meine Mutter ist absolut dement und hat PG 4.
Ich betreue sie zu Hause ( sie lebt bei mir)
Da ich noch arbeite,besucht sie 3x der Woche die Tagespflege,was super gut lief die letzte 4 Jahre.
Seit 3 Wochen hat meine Mutter aufgehört zu gehen,also sie benötigt ein Rollstuhl und in die Tagespflege zu kommen ein Rollstuhlabholendes Auto. Das hat unsere Tagespflege leider nicht. Also habe ich angefangen ,leider,eine andere Tagespflege zu suchen. Wir hatten auch zwei Schnuppertage in anderen Tagespflegen,die sie mit dem Rollstuhl abholen können.
Und jetzt kommt ein Nonsens für mich: diese Tagespflegen haben einen Rollstuhlabholendes Auto,wollen aber meine Mutter nicht nehmen,da sie stark dement ist und viel Pflege und auch unter Umständen individuelle Beteuerung braucht. Unsere alte Tagespflege würde sie gerne behalten,hat aber kein Auto.
Der schwerbehinderte Ausweis erlaubt meiner Mutter mit Rollstuhl kulturelle Veranstaltungen besuchen und übernimmt die entsprechenden Kosten dafür,aber welche kulturelle Veranstaltungen kann ein demente Mensch mit Pflege Grad 4-5 schon so groß besuchen? Für meine Mutter ist Tagespflegebesuch eigentlich schon eine kulturelle Veranstaltung.
Und jetzt stehe ich da- brauche Hilfe und bekomme die nicht,und ich hoffe sehr,dass mir jemand mit einem Rat helfen kann.
Natürlich kann ich sie „( und auch dann dementsprechend mich )zu Hause lassen , aber für mich ist das kein Ausweg. Ich finde meiner Mutter tut die Tagespflege sehr gut.
Vielen lieben Dank für Ihre Hilfe.

24.11.2019 | 16:40
klauspawletko

Hallo Lenchen,
ICH kann mir gut vorstellen, dass Sie an unserem Hilfesystem an diesem Punkt (ver) zweifeln.
Mir fallen dazu zwei Dinge ein: erstens ein Versuch mit einem Klapprollstuhl, den man dann auch in einem normalen Kleinbus transportieren könnte.
Das zweite wäre Leistungen der Eingliederungshilfe in Anspruch zu nehmen. Wenn Ihre Mutter einen Schwerbehindertenausweis hat, ist sie ja nicht "nur" pflegebedürftig, sonder auch
" behindert". Möglicherweise ergeben dich dadurch Finanzierungsmöglichkeiten, die die Pflegeversicherung und ergänzende Sozialhilfeleistungen nicht bereit halten.
ICH möchte Sie gerne an die Kolleginnen des Forums " Gesetzliche Leistungen" empfehlen. Die können Ihnen hoffentlich mehr darüber sagen.
Viel Glück dabei wünscht Ihnen
Klaus-W. Pawletko

25.11.2019 | 21:13
Angehöriger

Guten Abend Lenchen,

ich würde zwei Dinge versuchen: erstens, als Sofortmaßnahme, ausprobieren ob die Mutter vom Rollstuhl aus mit entsprechender Hilfe in den Stand gelangt und dann ins Auto gesetzt werden kann (hat bei meinem Vater funktioniert). Denn nicht-gehen-können heißt ja nicht automatisch, nicht, stehen zu können.

Als zweites würde ich durch intensives Rumtelefonieren und -fragen versuchen, ob für später eine Fahrgelegenheit mit Rollstuhl ermöglicht werden kann, zum Beispiel, indem der Transport mit dem geeigneten Auto DES Pflegedienstes erfolgen kann, der Ihre Mutter nicht aufnehmen will. Oder daß Sie bei jemand anderem eine Mitfahrmöglichkeit finden.

Ich weiß, daß am Wohnort meiner Eltern ein Fahrdienst existiert; vielleicht gibt es so etwas ja auch mit entsprechenden rollstuhlgeeigneten Fahrzeugen? Wenn nicht, braucht doch "nur" ein starker Fahrer zu kommen, der Ihre Mutter aus dem Rollstuhl ins Auto gesetzt bekommt und umgekehrt. Das müßte doch zu schaffen sein.

Wenn ICH in Ihrer Situation wäre und all das oben Genannte nicht funktionieren würde, würde ich mir kurzerhand einen geeigneten Kleintransporter zulegen, der ist vermutlich billiger als die speziell umgebauten Fahrzeuge mit der absenkbaren hinteren Laderampe. Und das ein bißchen publik machen, dann finden sich bestimmt auch andere Nutzer(innen) für das Fahrzeug, so daß es sich schneller amortisiert.

26.11.2019 | 21:45
renategascho

Guten Abend,

haben Sie schon mit Ihrer Pflegekasse gesprochen? Schildern Sie dort Ihr Problem. Es wäre wichtig zu erfahren, was aus den Rahmenverträgen zur teilstationären Pflege in Ihrem Bundesland hervorgeht. In dem Rahmenvertrag findet man auch die Regelung zu den Beförderungskosten. Eventuell ist dann die Pflegekasse verpflichtet einen Fahrdienst für Rollstuhlfahrer in die Tagespflege und zurück komplett zu übernehmen. Vielleicht gibt es auch einen Pflegestützpunkt oder eine ähnliche Beratungsstelle in Ihrer Nähe, die Sie in dieser Angelegenheit unterstützen können. Es wäre schön, wenn Sie sich noch einmal melden.

Mit freundlichen Grüßen
R. Gascho

29.11.2019 | 17:41
Lenchen

Guten Abend und vielen lieben Dank für die Hilfe.
Momentan ist die Situation folgende:
Wir fahren Mutter im Rollstuhl ganz nah ans Auto und hieven sie dann ins Auto rein.
Meine Mutter könnte uns noch etwas helfen,macht das aber nicht ( da sie nicht mag,dass man sie aus ihrer Lieblingsposition,nämlich liegend mit den geschlossenen Augen,geholt hat. Ich glaube,dass das bei ihren Krankheit und Zustand normal ist).
Diese Situation kann ich aber auf Dauer ihr,meinen Mann und der lieben Tagespflege auf Dauer nicht antun.
Das mit dem ins Auto hieven,ist absolut kein Zustand und deswegen stehen wir in 2 Tagespflegen auf der Warteliste ( ob sie die dann nehmen,wenn sie sie sehen,steht auf einem anderen Blatt

29.11.2019 | 17:51
Lenchen

Es tut mir leid,meine ganze Nachricht hat nicht gepasst. Deswegen muss ich meine Nachricht stückeln.
Liebe Frau Gascho,
Ich habe mit Pflegestützpunkt Stadt Karlsruhe gesprochen. Sie haben mich sehr bemitleidet,können wir leider nicht helfen. Ich habe mit Krankenkasse gesprochen,mit dem gleichen Effekt.
Liebe Frau Gascho,wir leben also in Karlsruhe,Baden-Württemberg und meine Mutter ist bei BKK Schwenninger versichert .
Vielleicht können Sie mir ein Rat geben,wie ich an ein Rollstuhl fahrendes Transportmittel komme.
Denn die alte Tagespflege würde meine Mutter gerne behalten.
Vielen lieben Dank für Ihre Hilfe und Ideen
Alles Gute Lenchen

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 30.11.2019 um 08:39.]

02.12.2019 | 07:08
renategascho

Guten Tag Lenchen,

das ist ja wirklich eine sehr schwierige Situation und ich glaube fast, dass ich Ihnen da nicht weiterhelfen kann. Wurde der Rahmenvertrag für teilstationäre Pflege bei der Beratung im Pflegestützpunkt berücksichtigt? Hat Ihre Mutter das Merkzeichen aG im Schwerbehindertenausweis? Dann könnte sie den Sonderfahrdienst nutzen. Gibt es bei Ihnen den Sozialverband VdK Deutschland? Dort bekommt man anwaltschaftliche Beratung und Hilfe zum moderaten Preis. Wenn Sie möchten, lesen Sie bitte die Beiträge vom 22.07.19 im Forum gesetzliche Leistungen ebenso zum Thema „Beförderungskosten Tagespflege“, auch wenn Ihr Anliegen in eine etwas andere Richtung geht.

Bitte schreiben Sie uns wie es weitergeht. Viel Kraft und alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen
R. Gascho



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