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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Thiamin
27.11.2019 | 05:41
Kurschmi

Einen schönen Morgen.
Wie wirkt sich hochdosiertes Thiamin am Beginn eines Wernickesyndroms aus? Was passiert, wenn die Gabe nach einem Zusammenbruch wegen Mangelernährung nicht gegeben wurde.
Beste Grüße.

01.12.2019 | 16:56
elmarkaiser

Sehr geehrte Fragenstellerin, sehr geehrter Fragensteller!

Zur (Teil)Beantwortung Ihrer Frage darf ich aus dem bekannten Standardwerk Mölller, Laux, Kapfhammer "Psychiatrie u. Psychotherapie" (2. Auflage) zitieren:

Kapitel 45 "Störungen durch Alkohol":

45.6.1 Wernicke-Korsakow-Syndrom

Therapie / Akutbehandlung der Enzephalopathie:

"Für die Akutbehandlung der Wernicke-Enzephalopathie ist die rasche Zufuhr von Thiamin entscheidend (300mg / Tag parenteral). Toxische Wirkungen treten nur bei wesentlich höheren Dosen auf. bekanntermaßen sprechen die Okkulomotoriusstörungen innerhalb weniger Stunden auf die Gabe von Thiamin an. Ein vertikaler Nystagmus kann aber auch längere Zeit persistieren. Nur ganz gelegentlich kommt es bei parenteralen Thiaminbehandlungen zu anaphylaktischen Reaktionen. bei Patienten in schlechtem Allgemeinzustand ist prophylaktisch bei Glukoseinfusionen Thiamin zuzusetzen, da diese den Bedarf an Vitamin B erhöhen."

Zum 2. Teil der Frage:

"Parenteral" heißt übersetzt "nicht über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen". Falls jemand lange keine Nahrung zu sich nehmen konnte, kann dies natürlich zu zahlreichen medizinischen Folgekomplikationen führen, jedoch lässt sich das Thiamin zur Behandlung des Wernicke-Korsakow-Syndroms stets über Injektionen verabreichen. Eine Bestimmung des Thiamins im Blut kann Auskunft über das Ausmaß des noch bestehenden Thiaminmangels geben.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. E. Kaiser

07.12.2019 | 07:36
Kurschmi

Schönen Morgen,
und vielen herzlichen Dank für ihre so sehr hilfreiche Antwort.
Er bekommt jetzt endlich die nötige Dosierung in einem stationären Aufenthalt. Die erstbehandelnde Klinik hat ihn noch einmal dafür aufgenommen.

Einen lieben Gruß und meine Hochachtung für ihr Forum.



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