Navigation und Service

Direkt zu:

Hauptmenü

Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen"

Bild: Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen" Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um ihre medizinische Versorgung, Betreuung und Pflege zu finanzieren. Manchen steht auch ergänzende Sozialhilfe zu. Die Sozialarbeiterinnen Renate Gascho und Birgit Spengemann verfügen gemeinsam über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Beratung älterer und demenzkranker Menschen. Sie wissen, was Betroffenen zusteht und beraten im Internetforum kompetent zu leistungsrechtlichen Fragen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Auskünfte allgemein gehalten sind. Auskünfte zu landesspezifischen Sonderleistungen wie z. B. Pflegewohngelder sowie das Errechnen von Leistungen im Einzelfall können bei der Beantwortung der Anfragen nicht berücksichtigt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Behörde.

Autor Krankenkassenversicherung für Pflegeperson
20.12.2019 | 15:16
Lorina46

Hallo,
ich pflege meinen Vater inoffizielle schon ein paar Jahre neben meiner Arbeit. Dann musste ich meine Tätigkeit auf Teilzeit reduzieren, da mein Vater mich auch mehr und mehr zur Unterstützung benötigte. Er hat die Diagnose Demenz und ist bei Pflegegrad 3 einst eingestuft worden. Nach der Zeit mit Pflegedienst (20min. Einsatz tägl.) und dem monatl. aufgebrauchten Pflegegeld. haben wir, mein Mann und ich uns dafür entschieden, dass ich die Vollpflege für meinen Vater offiziell übernehme. Die Teilpflege hatte ich ja schon mit dem Pflegedienst zusammen. Die tägliche Pflege, bis auf 20min. am Tag, habe ich meinen Vater schon versorgt mit ALLEM. Seit ich zu Hause bin, bekomme ich ja auch nicht mehr Pflegegeld als die rund 570 € (ungenaue Angabe, dafür Entschuldigung) muss davon aber meine Krankenversicherungsbeiträge selbst jeden Monat von diesem Pflegegeld selbst bezahlen, was sich auf knapp 260€ beläuft. Gibt es eine Möglichkeit, dass eine der Krankenkasse wenigstens einen Teil des Versicherungsbeitrages übernimmt. Beide KK meine ich die Pflegeversicherung meines Vaters oder meine Krankenkasse. Sollte ich diesbezüglich nochmal an Ort und Stelle nachhaken? Ich weiß, die Möglichkeit Hartz IV zu beziehen wurde mir angeboten. Ich bin aber nicht vermittelbar, ich bin nicht auf Arbeitssuche, was ich dann sein müsste. Aber ich bekäme es nicht, weil mein Mann über den Regelsatz liegt. Der Punkt ist nur, Pflegedienste müssen Ihren Gewinn nicht darlegen, um Pflegegeld für ihre Patienten zu erhalten. Warum wird da mit zweierlei Maß gemessen, wobei doch private Pflegepersonen, gerade Familienangehörige viel mehr Zeit und Fürsorge investieren. Das eine ist Geschäft, das andere ist Zuneigung, Familie, Emphatie, Zeit die man für das eigene Leben nicht mehr zur Verfügung hat, aber gern entgegenbringt beim eigenen Vater. Aber das ist die eine Geschichte und die andere ist, darf das wirklich nichts Kosten? Muss mein Vater dafür aufkommen? Pflege zu Hause bei Angehörigen ist günstig und im Heim übernimmt ein Teil die Pflegeversicherung und der andere der Zupflegende selbst. Mein Vater wird 85 Jahre alt. Hat jede Menge Beiträge eingezahlt...

Kleiner Nachtrag.... Mein Vater ist alt...ich werde 48 Jahre alt... mein Vater benötigt Pflege...was benötige ich denn in Zukunft? Mir wird Angst und Bange...

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 20.12.2019 um 15:19.]

21.12.2019 | 19:31
birgitspengemann

Sehr geehrte Lorina,

die Übernahme von Krankenversicherungsbeiträgen für private Pflegepersonen ist leider nicht im Pflegeversicherungsgesetz festgeschrieben. In vielen Fällen bietet sich die Möglichkeit, über die Krankenversicherung des Ehepartners kostenlos mitversichert zu sein (Familienversicherung). Sollte dies aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich sein, können Sie sich in Ihrer bisherigen Krankenversicherung freiwillig versichern und bei der Pflegekasse Ihres Vaters die Bezuschussung der Beiträge beantragen.

Eine Überlegung wäre vielleicht noch, dass Sie eine sozialversicherungspflichtige Teilzeit-Tätigkeit mit niedriger Stundenzahl aufnehmen, so dass darüber die Krankenversicherung gesichert ist. Die Mindest-Wochenstundenzahl dafür beträgt 15 Stunden. Für die Zeit der beruflichen Abwesenheit könnte dann eventuell eine stundenweise Verhinderungspflege organisiert werden.

Wichtig wäre auch zu erwähnen, dass die Pflegeversicherung die Arbeitslosenversicherung für private Pflegepersonen übernimmt, wenn sie wegen der Pflege eines Angehörigen ihre Berufstätigkeit aufgeben. Dies muss bei der Pflegekasse beantragt werden, ebenso wie die Übernahme der Rentenversicherungsbeiträge für die Pflegeperson.

Mit freundlichem Gruß
Birgit Spengemann



Grafik FacebookGrafik TwitterRSS-Feed:Grafik RSS-SymbolAbonnieren: Grafik Facebook Grafik Twitter Grafik YoutubeDrucken:Grafik Drucker