Navigation und Service

Direkt zu:

Hauptmenü

Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Informationen zu früh beginnender Alzheimer Krankheit
06.01.2020 | 12:18
Yessin01

Hallo, meine Oma wurde mit Alzheimer diagnostiziert im Alter von 56. der Neurologe hat das Wort Genetik nicht einmal erwähnt, doch als ich mich im Internet schlau gemacht habe fand ich viele Informationen zur familiären Alzheimer Krankheit und dass diese auch relativ früh auftritt. Jetzt gab es Seiten, welche besagten dass die meisten frühen Fälle sporadisch sind es hab aber auch welche wo stand dass die meisten familiär sind. Jetzt wollte ich mal nachfragen ob es tatsächlich stimmt dass die Krankheit autosomal dominant vererbt wird oder ob es auch eine Form gibt welche nicht durch eine Mutation verursacht wird also eine nicht familiäre.

13.01.2020 | 14:55
elmarkaiser

Sehr geehrte Fragenstellerin,

die grundsätzliche Frage dürfte sein, ob alle Demenzerkrankungen, die als "Alzheimer-Demenz" bezeichnet werden, auch zu dieser Gruppe gehören. Innerhalb der Demenzerkrankungen gibt es sehr unterschiedliche Subtypen, die sich natürlich auch hinsichtlich der Bedeutung ihrer genetischen Komponente stark unterscheiden. Bezüglich der Alzheimer-Demenz existieren ebenfalls verschiedene Unterformen, wobei sowohl sporadisch auftretende, als auch hereditäre (also erblich bedingte) Formen bekannt sind. Eine echte familiäre Alzheimer-Demenz mit sehr frühem Beginn stellt allerdings eine absolute Seltenheit dar. Das Risiko für die Entwicklung einer Alzheimer-Demenz ist übrigens im Fall des Vorliegens bestimmter Merkmale deutlich erhöht, so z.B. beim Genotyp des Apolipoproteins E4/E4. Diese Ausprägung geht mit dem höchsten Risiko für die spätere Entwicklung einer Alzheimer-Demenz einher. Ursächliche Zusammenhänge mit einem gestörten Fettstoffwechsel werden postuliert.
Eine persönliche Beratung bezüglich des individuellen Risikos zur Entwicklung einer Alzheimer-Demenz ist in jedem Falle sinnvoll. Universitäre Gedächtnisambulanzen bieten solche Beratungen an - z.T. auch unter Hinzuziehung von humangenetischen Beratungsstellen.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. E. Kaiser



Grafik FacebookGrafik TwitterRSS-Feed:Grafik RSS-SymbolAbonnieren: Grafik Facebook Grafik Twitter Grafik YoutubeDrucken:Grafik Drucker