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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Geschlossene Abteilung
07.01.2020 | 21:50
Nautilus

Hallo,
meine Mutter ist in die gerontopsychiatrische Abteilung eingewiesen worden (Beschluss vom Amtsgericht). Sie hat Alzheimer Demenz und keine Krankheitseinsicht. Ihre Aggressivität ist mit Medikamenten nicht mehr vorhanden. Sie baut aber extrem ab und leidet unter extremen Schlafstörungen. Sie ist quasi nur noch ein Häufchen Elend.
Jetzt soll sie entlassen werden, aber da sie nur 1Stunde schläft, weiß ich nicht wie mein Vater und ich das schaffen sollen. Ich bin Vollzeit berufstätig. Wir stehen auf der Warteliste von diversen Heimen.
Die Ärztin möchte, dass sie per Amtsgericht in eine geschlossene Abteilung kommt. Da ich mittlerweile in der Psychiatrie wirklich aggressive Patienten gesehen habe, sehe ich meine Mutter da nicht. Sie hat extrem Angst vor lauten Personen.
Weiß jemand wie lange und wie oft das Amtsgericht über den Aufenthaltsort verfügen kann?
Mein Vater und ich haben eine Vollmacht.
Ulli

11.01.2020 | 11:01
martinhamborg

Hallo Nautilus, ein richterlicher Beschluss wird immer nur für eine bestimmte Zeit ausgestellt und muss dann überprüft werden. Bitte schauen Sie sich die Unterlagen genau an. Bestehen Fragen, haben Sie ja alle Vollmachten, sich an das Betreuungsgericht zu wenden. Ein anderer Ansprechpartner wären Betreuungsvereine oder Betreuungsstellen.

Aus Ihrer Beschreibung kommen mir noch zwei Fragen:
1. Ein so gravierenden Abbau, wie Sie ihn von Ihrer Mutter beschreiben hat häufig Ursachen. Ist es eine Nebenwirkung der Medikation, sollte dies überprüft werden. Häufig wird durch eine solche "neuroletische Sensibilität" die sogenannte Lewy Körper Demenz erst erkannt, die besonders behandelt werden kann. Sie könnten fragen, ob diese Diagnose ausgeschlossen wurde.

2. Sie beschreiben Ihre Mutter als ängstlich und wir wissen, dass oft die Angst hinter Verhaltensweisen steht - wissen die Ärzte von Ihrer Beobachtung?

Sie stehen unter einem großen Entscheidungsdruck und die Wartezeiten der Heime werden immer länger, weil Pflegekräfte fehlen. Deshalb kann es sinnvoll sein, erstmal das von der Klinik vermittelte Heim zu nehmen, sodass Sie mehr Zeit haben, sich um eine Alternative zu kümmern. Ein geschlossenes Heim ist keine Endstation, auch dort muss der Beschluss regelmäßig überprüft werden und das gesetztlich Ziel ist eindeutig, Zwangsmaßnahmen zu begrenzen und zu vermeiden!
Viel Kraft, Ihr Martin Hamborg



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