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Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen"

Bild: Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen" Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um ihre medizinische Versorgung, Betreuung und Pflege zu finanzieren. Manchen steht auch ergänzende Sozialhilfe zu. Die Sozialarbeiterinnen Renate Gascho und Birgit Spengemann verfügen gemeinsam über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Beratung älterer und demenzkranker Menschen. Sie wissen, was Betroffenen zusteht und beraten im Internetforum kompetent zu leistungsrechtlichen Fragen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Auskünfte allgemein gehalten sind. Auskünfte zu landesspezifischen Sonderleistungen wie z. B. Pflegewohngelder sowie das Errechnen von Leistungen im Einzelfall können bei der Beantwortung der Anfragen nicht berücksichtigt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Behörde.

Autor Widerspruch Pflegegrad erfolgreich
17.01.2020 | 13:38
Deira

Hallo,

ich möchte Betroffenen Mut machen, im Falle eines Falles Widerspruch einzulegen.
Ich finde es zwar nicht gut, dass man oftmals erst mit einem Widerspruch was erreicht, aber im Falle meines Vaters war es erfolgreich.

Bei der ersten Begutachtung wurde Pflegegrad 1 (mit 16,5 Punkten) festgestellt und jetzt auf Pflegegrad 2 (mit 27,5 Punkten) erhöht.
Ich habe jeden Punkt des Pflegegutachtens, den ich anders einschätze, mit meinen Erfahrungen/Erlebnissen begründet, das war mühsam und es wurde eine lange Widerspruchsbegründung.
Bei uns war es schon allein dadurch, dass ein Mann mittleren Alters als 2. Gutachter kam, eine ganz andere Situation - bei der jungen Frau beim 1. Gutachten war mein Vater ganz der alte Charmeur, aber bei dem Mann zeigte er sein Abwehrverhalten, seine Aggressivität, so wie ich es täglich erlebe.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 17.01.2020 um 14:14.]

20.01.2020 | 17:35
birgitspengemann

Hallo Deira,

Glückwunsch zum erfolgreichen Widerspruch für Ihren Vater.

Ihre Schilderung zeigt, wie stark der Faktor Mensch den Prozess der Begutachtung und die Einschätzung des Hilfebedarfs beeinflusst (beiderseits). Das lässt sich nicht verhindern oder ändern, da eine persönliche Begutachtung per Gesetz vorgeschrieben ist.

Daher ist es besonders wichtig darauf zu achten, wie eine Begutachtung von statten geht:
- Wieviel Zeit nimmt sich die/der Gutachter/in?
- Findet das Gespräch in einem sachlichen, aber freundlichem Ton statt?
- Werden die anwesenden Angehörigen einbezogen?
- Werden alle Module angesprochen?
-Wird die Wohnung angesehen, um eventuell Empfehlungen für benötigte Hilfsmittel oder eine Wohnraumanpassung geben zu können?

Sicher ist es enttäuschend, wenn das Ergebnis der Begutachtung nicht den erhofften Erfolg bringt. Gut, dass es die Möglichkeit des Widerspruchs gibt und je besser dieser begründet wird, desto größer sind die Chancen, dass ihm stattgegeben wird.

Zu beachten ist, dass der Widerspruch innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt des Bescheides durch die Pflegekasse eingelegt wird. Wer mehr Zeit für die ausführliche schriftliche Begründung benötigt, kann zunächst einen Widerspruch ohne Begründung einlegen und darauf verweisen, dass die Begründung nachgereicht wird.

Eine Beratung in einem Pflegestützpunkt kann helfen, das Gutachten und die einzelnen Module besser zu verstehen und die Argumentation der Widerspruchsbegründung unterstützen.

Mit freundlichem Gruß
Birgit Spengemann



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