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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Demente und Nicht-Demente auf einer Station, Erfahrungen
31.01.2020 | 21:40
hanne63

Guten Abend,
meine Mutter ist nun auf einer "normalen" Station, wo auch nicht-demente Bewohner untergebracht sind...heute war ich dort, um sie zu besuchen...mehrere andere Bewohner, auch ihre Zimmergenossin fragten mich, was mit meiner Mutter ist, ob sie dement ist....
kann das gut gehn?...oder erwarten mich da schon wieder die nächsten Probleme?
Hat jemand damit Erfahrung?


01.02.2020 | 12:50
Teuteburger

Hallo Hanne,

ich kenne mich nur ein bisschen damit aus. In der Zeit als meine Schwiegermutter in Kurzzeitpflege war, hat sie auf einer Station gewohnt, in der normale und leicht Demenzkranke zusammen betreut worden sind.

Ob das gut geht? Das ist sehr individuell und hängt von den Bewohnern selbst ab. Meiner Schwiegermutter hat man die Demenz über Tage nicht angemerkt. Ihr Tischnachbar war froh, endlich einmal mit einer "normalen" Person sprechen zu können. Als es dann aber ums nicht mehr wollen und unbedingt nach Hause gehen wollen, von ihrer Seite aus ging, da hat auch er gemerkt, das da etwas nicht stimmt. Nicht wegen dem absolut verständlichen Wunsch, sondern wegen der immer abenteuerlich werdenden Selbstüberschätzung und dem immer aggressiver werdenden Verhalten anderen gegenüber usw. Auch er stand dann in der Schusslinie.
Das hat ihn nicht besonders gefreut. Und er hat sich auf der gemischten Station nicht wohl gefühlt. In dieser Einrichtung gab es aber keine klare Trennung. Die meisten waren, bis auf wenige Ausnahmen, in einem Übergangsstadion.

Das soll nicht heißen, dass es nicht funktionieren kann. Ich denke mir, es kann dann funktionieren, wenn die Demenzkranken nicht zu stark vertreten sind und man sie leicht mittragen kann. Sind aber kaum mehr normale Unterhaltungen untereinander möglich, wegen der hohen Anzahl an Demenzkranken, dann muss man einfach sagen, ja das kann schwierig und belastend werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig helfen.

Liebe Grüße an Sie


01.02.2020 | 14:45
hanne63

Hallo Teuteburger,
danke für Ihre Antwort.
Ich werde jetzt erst "einfach" erst einmal abwarten, wie sich alles entwickelt.
Ich stelle es mir für die nicht-dementen Bewohner sehr problematisch vor; aber die haben ja eigentlich auch gar keine andere Alternative....eine von diesen Bewohnern klagte mir ihr Leid mit Demenzkranken: Sie war zuvor in einer Klinik wegen einer Operation und hatte eine demenzkranke Zimmerkollegin, die nachts aggressiv wurde und an ihr Bett lief etc...sie sagte zu mir: und da soll ich gesund werden....hm...genau diese Bewohnerin hat jetzt ein Zimmer zusammen mit meiner Mutter und hat mich auch gleich direkt deshalb auf die Demenzerkrankung meiner Mutter angesprochen....zum Glück ist Mutter friedlich und nicht mehr gehfähig.....also insoweit keine Gefahr für die andere Bewohnerin.

Immerhin und das hat mich überrascht, hat meine Mutter zusammen mit den anderen Bewohnern in der Beschäftigungsstunde gesungen und wirkte ganz zufrieden...das war vorher auf der beschützten Station gar nicht möglich mit dem Singen.

Viele liebe Grüße an Sie und alle anderen

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 01.02.2020 um 14:46.]

02.02.2020 | 14:03
klauspawletko

Hallo Hanne63,
grundsätzlich halte ich getrennte ( segregative) Betreuung für die bessere Lösung für beide Gruppen.
Im Einzelfall kann das natürlich immer mal gut gehen, wenn entsprechende Charaktere aufeinander treffen.
Aber von Menschen, die selbst Probleme haben, Integrationsleistungen gegenüber Demenzkranken zu erwarten, ist schon viel verlangt.
Wenn es auf der Station "Kümmerer" gibt ( Bewohner, die eine Aufgabe darin finden, sich im andere zu sorgen), hat Ihre Mutter eine gute Chance. Wenn nicht, dürfte es auf Dauer eher problematisch werden.
Viel Glück wünscht Klaus-W Pawletko



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