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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Wohnungsräumung...laßt Euch Zeit!
06.02.2020 | 22:31
hanne63

Guten Abend,
nachdem ich seit fast 2 Jahren so viele gute Ratschläge hier bekommen haben...
möchte ich mich jetzt revanchieren..
also: ich räume derzeit die Wohnung meiner Eltern, die nun beide in einem Pflegeheim untergebracht sind...
und ich stelle fest (teilweise wußte ich es auch schon vorher), dass sie mindestens 3 x zuvor im Abstand mehrerer Jahre ausgemistet und entrümpelt hatten...

zur Vorbereitung hatte ich selbst das Buch: "Bis zum Schluß" von Ulschmann und Wiit mehrfach (!!) gelesen...

und jetzt gehe ich immer wieder von Neuem durch die Räume und durch die Schränke..jedesmal mit neuen Vorgaben...und erkenne tatsächlich...die Eltern hatten wohl ein System...ich kann direkt darauf vertrauen, aber das erkenne ich erst nach mehrern Durchgängen...
also: das was noch da ist...hat entweder für die Eltern eine besondere Bedeutung gehabt..oder es
ist von Wert, und läßt sich noch veräußern...in jedem Fall sind mehrere Durchgänge nötig...um die Hinweise zu erkennen...und nach jetzt 5 Durchgängen..."vertraue ich soszusagen blind"...es sind aber nicht viele Gänge mehr nötig..ich bin bald durch...
in anderen Familien mag es vielleicht anders sein...aber..etliche Ältere räumen ja auch vorher in weiser Voraussicht ihren Haushalt auf...

Traurig war ich darüber, dass Dinge, die mir wichtig waren, von den Eltern entsorgt wurden...und teilweise wütend und verständnislos war ich darüber, was da gelassen wurde, damit ich es ja auch wirklich finde...und lese o.ä.

wichtig ist mir zu sagen: vorsichtig und langsam ran zugehen...und mehrmals durch...man macht immer wieder neue Entdeckungen und Erkenntnisse..und man lernt seine Eltern auch neu kennen...
und es gelingt auch...so nebenbei..einiges zu verzeihen...und sich selbst auch neu zu finden...

also mein Rat derzeit: laßt Euch Zeit...es tut meistens auch Euch selbst gut...und erleichtert im Guten abzuschließen....

liebe Grüße an alle, die mitlesen und mitdenken...

07.02.2020 | 15:12
sonnenblümchen

Liebe Hanne,
schön, dass du festgestellt hast, dass deine Eltern entrümpelt haben. Es zeigt doch Dir gegenüber eine Wertschätzung, dass sie Dich nicht mit den ganzen Sachen allein lassen wollten. Meine Gedanken sind bei Dir. Ich werde morgen mir Unterlagen zusammen suchen und dann bei mir Zuhause sichten und ausmisten. Was weg ist, ist weg ! LG

07.02.2020 | 22:11
hanne63

Liebe Sonnenblümchen,
danke Dir :-)
ja, es zeigt mit tatsächlich, dass meine Eltern auch an mich gedacht haben...und damit habe ich nach all den Familienerfahrungen gar nicht gerechnet.
Deshalb ist die derzeitige Phase für mich sehr emotional und es versöhnt mich auch teilweise mit ihnen.
Das Sichten und Verwertungsmöglichkeiten abchecken tut mir gut...
und ich denke auch...dass ich dann freier bin...
und für die neuen emotionalen Aufgaben bereit dann..wenn es einen endgültigen Abschied von den Eltern geben wird, also wenn sie sterben werden.
Von daher finde ich es direkt gut derzeit...alles "stückchenweise" bearbeiten zu können...wenn alles auf einmal auf einen zu kommt..ist man nicht fähig...und man ist platt.
Ich schlage also vor, rechtzeitig anzufangen mit räumen...falls man die Möglichkeit dazu hat...

liebe Grüße

08.02.2020 | 13:23
martinhamborg

Hallo Hanne63, danke für die fast poetischen Zeilen! Ich wünsche mir dass sie von vielen gelesen werden! Ihr Martin Hamborg

18.02.2020 | 12:10
sonnenblümchen

Liebe Hanne und liebe Mitleser !
Von Hanne motiviert hatte ich ja Sperrmüll bei meiner Mama angemeldet ! Und heute war es so weit ! Vieles wurde mitgenommen. Ein ,,netter Mitmensch" hatte mir Farbeimer dazugestellt. Sondermüll, der natürlich stehen blieb. Ein Anruf bei der betr. Abteilung und nun werden diese Farbeimer auch abgeholt. Super ! Also fangt schon an zu reduzieren,wenn Eure Eltern noch zu Hause wohnen. Müll, der weg ist befreit.

18.02.2020 | 12:22
hanne63

Hallo Sonnenblümchen,
das freut mich, dass ich mit Rat und Tipps helfen konnte :-) und es freut mich weiter, dass Du so viel weitergekommen bist in Sachen "Aufräumen".
Ja, auch bei mir haben nette Mitmenschen ca 10 Farbeimer, aber zum Glück leere, hingestellt, die ich wieder geräumen mußte dann....die lieben Nachbarn vermutlich....die die Gelegenheit nutzen wollten...wirklich sehr nett.
Es ist ja auch so, dass man die eigenen Kräfte schont, wenn man rechtzeitig anfängt, zu reduzieren und auszuräumen. Dann muß man nicht später alles auf einmal machen. Ich könnte das kräftemäßig gar nicht schaffen, alles auf einmal.

18.02.2020 | 14:51
sonnenblümchen

Hallo Hanne,
ja...mit den Farbeimern fand ich schon eine Sauerei . Die Nachbarn wissen wie alt meine Mama ist und dass ich kein Auto habe. Eine Nachbarin meinte, dann müssen Sie die Farbeimer halt zur Sondersammelstelle bringen. Nö..... ! Spinne ich ?! Ich räume doch nicht den Sondermüll von den Nachbarn weg. In der ganzen Aufräumzeit hat nicht einmal ein Nachbar gefragt,ob er mir irgendwie helfen kann. In der Gemeinde, wo meine Mama noch wohnt ist der Sperrmüll umsonst. Es wird einem wirklich leicht gemacht. Im Sommer werde ich wieder Sperrmüll anmelden.
Die 10 Eimer, die Du erhalten hast,sind auch echt dreist.
LG

19.02.2020 | 07:37
Jutta60

Liebe Hanne und liebes Sonnenblümchen,
erstmal danke für den Buch-Tipp. Obwohl ich das schon hinter mir habe, das Buch las sich sehr angenehm. Manches hat mich erinnert, einiges habe ich intuitiv richtig gemacht ... über manches musste ich lächeln. Man kann es weiterempfehlen. Aber ich war natürlich in einer sehr komfortablen Lage, dass ich mir wirklich Zeit lassen konnte. Die letzten Dinge habe ich erst vor 2 Wochen gesichtet. Wenn die Verstorbenen eine Mietwohnung hatten, ist oft mehr Eile gefordert. Oder wenn Verwandte mitreden dürfen. Zu viele Abschiede in kurzer Zeit überfordern die Seele, die Erfahrung habe ich gemacht.
Zum Sperrmüll: bei uns ist das auch so, dass am Ende ganz andere Dinge dastehen, als ich rausgestellt habe. Zum Bsp: raus: Stühle und eine alte Kommode. Abgeholt wurde: ein Koffer, eine halbe Schaufensterpuppe und ein kaputter Wäscheständer. Allerdings ist es unverschämt, wenn jemand Sondermüll dazustellt.
Bei meiner Mutter habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie Nachbarn gern ein Erinnerungsstück haben wollten. Sie trauten sich nicht richtig zu fragen und schlichen so drum rum. Ich bin froh, dass einige der Dinge, die meinen Eltern einmal lieb waren, bei ihnen gelandet sind. Ich habe zwar viel behalten, aber alles ging nicht. Manchmal erwarten die Leute auch, dass man sie um Hilfe bittet. Manche empfinden sich sonst als aufdringlich und neugierig. Aber wer demente Menschen gepflegt hat, der ist sehr dünnhäutig und empfindsam geworden. Bitte nehmen Sie das Verhalten der Nachbarn nicht persönlich. Liebe Grüße!



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