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Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen"

Bild: Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen" Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um ihre medizinische Versorgung, Betreuung und Pflege zu finanzieren. Manchen steht auch ergänzende Sozialhilfe zu. Die Sozialarbeiterinnen Renate Gascho und Birgit Spengemann verfügen gemeinsam über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Beratung älterer und demenzkranker Menschen. Sie wissen, was Betroffenen zusteht und beraten im Internetforum kompetent zu leistungsrechtlichen Fragen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Auskünfte allgemein gehalten sind. Auskünfte zu landesspezifischen Sonderleistungen wie z. B. Pflegewohngelder sowie das Errechnen von Leistungen im Einzelfall können bei der Beantwortung der Anfragen nicht berücksichtigt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Behörde.

Autor Hilfe zur Pflege / Art der Unterbringung
12.02.2020 | 10:32
User5555

Guten Tag, meine 88 jährige Mutter, dement, Pflegegrad 3, lebt dauerhaft in einem Seniorenheim in Alfeld, Niedersachsen. Sie ist in einem Einzelzimmer untergebracht. Ihr einziges Einkommen - Rente von monatlich 1.150 Euro - deckt die Gesamtkosten für Unterbringung und Betreuung nicht. Es sind nun auch keine weiteren Vermögenswerte mehr vorhanden. Kann sie für die Differenz von ca. 300 Euro soziale Unterstützung beantragen? Und müsste sie dann die Unterbringung in einem Zwei-Bett-Zimmer oder einem günstigeren Heim akzeptieren?
Das Einkommen der Kinder liegt jeweils unter 100.000 Euro/Jahr.

12.02.2020 | 19:15
birgitspengemann

Sehr geehrte/ Forumnutzer/in,

grundsätzlich kann Ihre Mutter beziehungsweise deren gesetzliche/r Vertreter/in "Hilfe zur Pflege in stationären Einrichtungen" beim zuständigen Sozialamt beantragen, wenn das eigene Einkommen zur Deckung der Heimkosten nicht ausreicht und auch kein Vermögen vorhanden ist. Der Vermögensfreibetrag liegt bei 5.000 Euro.

Bezüglich der Kostenübernahme für ein Einzelzimmer kann ich hier keine genaue Auskunft geben. Es gibt Bundeländer, in denen die Wahrung der Privatsphäre des Heimbewohners als Grundrecht annerkannt wird und damit auch das Recht auf ein Einzelzimmer und die Kosten dafür übernommen werden. Welche Bundesländer das sind und ob es noch regionale Besonderheiten gibt, kann ich aufgrund der vielfältigen Unterschiede hier nicht beurteilen.

Wenn das Recht auf ein Einzelzimmer nicht als selbstverständlich angesehen wird, das Sozialamt die höheren Kosten moniert und gegebenenfalls einen Umzug in ein 2-Bett-Zimmer fordert, gäbe es die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen und eine ärztlich attestierte Begründung für die Notwendigkeit eines Einzelzimmers abzugeben.

Gründe dafür können zum Beispiel ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus sein, der einem Zimmergenossen nicht zuzumuten ist, oder aggressives beziehungsweise ablehnendes Verhalten gegenüber Mitbewohnern. Auch psychische Auffälligkeiten, wie Ängste oder Wahnvorstellungen des Betroffenen könnten eine Begründung für ein Einzelzimmer sein.

Ansonsten können Sie sich zu diesem Thema bei der Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe beraten lassen. Dort erhalten Sie juristische Beratung und können von den Erfahrungswerten der Berater/innen profitieren.


Mit freundlichen Grüßen
Birgit Spengemann



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