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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Studie 24 h Pflege Zuhause
24.02.2020 | 09:58
chio64

Hallo,

gibt es eine Studie zur möglichen 24 h Pflege von Demenz Patienten Zuhause?

Derzeit versuche ich meinen Bruder zu überzeugen, dass meine Mutter, die im Moment im Alexianer Krankenhaus in Krefeld ist, dass Mutter mit einer 24 h Hilfe auch Zuhaus leben könnte.
Er sieht sie eher in einem Heim besser aufgenommen.

Pflegegrad 3 ist beantragt, was Waschen und Anziehen betrifft ist meine Mutter noch voll selbständig, auch mit kleinen Strecken laufen.
Sie ist halt immer mehr örtlich und bezüglich Personen desorientiert.

Sie bewohnt ein Eigenheim mit Bad und Schlafzimmer auf der ersten Etage, Treppenlift könnte eingebaut werden, Treppe kann sich noch langsam laufen.

Gibt es so etwas wie eine Studie,die belegen, dass Menschen mit einer 24 h Hilfe und entsprechenden Voraussetzungen Zuhause noch gut Daheim leben können.

Ich wäre hierfür dankbar und stehe auf dem Standpunkt, ein Angehöriger sollte erst mal nach Hause kommen können und ein Heim erst in Frage kommen wenn es auch mit aller Hilfe Zuhause nicht mehr geht.

Vielen Dank für mögliche Infos.





[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 24.02.2020 um 09:58.]

25.02.2020 | 09:31
martinhamborg

Hallo Chio64, Studien zu dieser Fragestellung sind mir nicht bekannt. Es ist für die Versorgungsforschung auch kaum möglich, eine verlässliche Aussage zu der sogenannten 24 Stundenbetreuung zu treffen. Aber Sie können direkt bei den Kolleg*innen im DZNE (Rostock oder Witten) nachfragen.
Aber hier in diesem Forum finden Sie viele gute und schlechte Erfahrungen, Aussagen zu unrealistischen Erwartungen und Tipps.
Vielleicht sprechen Sie auch den Pflegestützpunkt vor Ort darauf an, was sich in Ihrer Region bewährt hat.

Ganz wichtig ist, wie sehr Ihre Mutter bereit und in der Lage ist, eine intensive Beziehung mit einer fremden Person einzugehen und auch die regelmäßigen Wechsel zu akzeptieren. Bitte planen Sie dabei auch die üblichen Arbeitnehmerrechte ein.
Viel Erfolg in der Recherche, Ihr Martin Hamborg

25.02.2020 | 17:41
Andydreas

Hallo chio64,
da bisher keine Antwort aus der Gruppe kam versuche ich mal Ihnen ein paar Gedanken beizutragen.
Es gibt ja 2 Arten der Rundumdieuhrbetreuung.
Entweder durch Angehörige oder durch Fremdkräfte.
Ich praktiziere seit Jahren die erste Lösung und betreue meine stark demente Mutter alleine. Sie hat inzwischen Pflegegrad 4. Außerdem läuft sie ständig weg und ist nicht bereit Hilfe irgeneiner Art anzunehmen.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang sicherlich der finanzielle Aspekt. Ich habe 2 Jahre lang teilzeit gearbeitet und sie vormittags alleine in der Wohnung gelassen. Da sie nicht mehr in der Lage war einen Schlüssel zu bedienen konnte sie nicht weglaufen. Da der Verlauf der Krankheit immer schwieriger wurde habe ich mich für 2020 ganz freistellen lassen.
Der finanzielle Verlust in erheblich und wir werden in Kürze auf unser gemeinsam Erspartes zurückgreifen müssen. Ich muss allerdings zum 1.10.2020 eine Lösung gefunden haben, da ich dann wieder zumindest Teilzeit arbeiten muss um meinen Job nicht zu verlieren.
Wichtig sind in diesem Zusammenhang technische Hilfsmittel wie GPS und Überwachungskameras. Ohne die, wäre ich nicht in der Lage die Betreuung sicherzustellen.
Zu der zweiten Variente kann ich nur von einem guten Freund berichten. Seine inzwischen 90 jährige Mutter wohnt alleine im elterlichen Haus. Man hat sich für eine Lösung mit einer polnischen Agentur entschieden. Bisher ist man wohl zufrieden. Die Betreuerinnen wechseln regelmäßig, was inzwischen zu Problemen führt, da sich die Mutter immer wieder neu orientieren muss. Außerdem haben die Betreuerinnen wohl sehr unterschiedliche Charaktere. Zu sätzlich kommt wohl noch der Pflegedienst.
Auch hier ist der finanzielle Aspekt wichtig, da das Pflegegeld durch den Pflegediens aufgebraucht wird, so daß die Betreuerinnen aus der eigenen Tasche ezahlt werden müssen.
Hinsichtlich der ev. Sprachprobleme kann ggf, eine Übersetzer APP auf dem Smartphone helfen.
Einen wirklichen Rat kann ich Ihnen eigentlich nicht geben.
Vielleicht nur noch ein Gedanke. Soweit die Demenz noch nicht zu weit fortgeschritten ist und die Bereitschaft in einHeim zu gehen vorhanden ist, wäre vielleicht zu überlegen, ob eine Eingewöhnung zum jetzigen Zeitpunkt nicht einfacher wäre.
Wenn die Demenz erst mal fortgeschritten ist und Sie die Pflege zu Hause nicht mehr leisten können wird die Unterbringung schwieiger werden. Ich habe die Erfahrungmachen müssen, dass ich meine Mutter aufgrund ihrer Weglaufproblematik nirgends mehr unterbringen konnte. Ich wurde sogar bei einigen Einrichtungen bereits am Telefon mit dem Hinweis abgespeist, dass man sie nicht aufnehmen könne. Andere Einrichtungen habe mich auf jahrelange Wartelisten verwiesen.
Ich finde Ihre Einstellung sehr ehrhaft und wünsche Ihnen ein glückliches Händchen bei Ihrer Entscheidung. Vor allen dürfen Sie nicht mit den anderen Famielienangehörigen überwerfen, denn Sie können jede Hilfe gebrauchen.
Alles Gute

26.02.2020 | 22:24
Nautilus

Hallo Chio 24,

Meine Mutter hat Alzheimer, mittlerweile im fortgeschrittenem Stadium. Seit Ende Januar wohnt sie in einem Pflegeheim. Ich habe mich sehr schwer getan, da ich sie auch lieber gerne zu Hause hätte. Aber wenn ich ehrlich bin, war es nicht mehr ihr Zuhause. Sie wollte immer nach Hause.
Mittlerweile hat sie sich im Heim gut eingewöhnt und sie hat jetzt eine Pflegekraft, die sie für ihre Tochter hält. Schwer für mich, aber für sie ist es doch ideal. Sie ist nicht allein.
Die Pflegekräfte sind sehr bemüht und sie schaffen es sogar sie abends zum Schlafen zu bringen ( mit Singen, Geschichten erzählen oder Handmassage). Und wenn ich zu Besuch komme, freut sie sich riesig und wir können eine entspannte Zeit miteinander verbringen.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass wir einen ersten Heimplatz abgelehnt haben, da es nicht gepasst hätte. Als wir den Platz abgelehnt haben, sind wir auf Unverständnis gestoßen. Selbst vom Sozialdienst der Gerontopsychiatrie. Wir wurden auch fast unter Druck gesetzt.
Als Fazit würde ich Ihnen raten sich auf jeden Fall schon Heime anzuschauen . Besonders auch solche die mit Demenzkranken umgehen können. Dann bei denen die ihnen gefallen unbedingt anmelden, damit landet man schonmal auf der Warteliste.
Liebe Grüße,
Ulli



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