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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Weg- bzw Hinlaufen
27.02.2020 | 12:03
Andydreas

Hallo an alle,
ich habe ja bereits des öfteren von meiner Mutter berichtet. Sie hat eine stark ausgeprägte Hinlauftendenz, d, h. sie will jeden Tag immer wieder zu ihrer Mutter oder Oma "nach Hause" laufen. Wenn man sie nicht gehen lassen will wird sie außerordentlich aggressiv. Ich habe sie daher mit einem GPS-Gerät versehen und lasse sie immer loslaufwen und ich hole sie dann wieder ein. Sie ist dann in aller Regel auch ganz friedlich und wir gehen nach Hause und das Spiel beginnt von neuem.
Neuerdings verspürt sie garkeinen Drang mehr in dieser Richtung. Weder Oma noch Mutter werden noch erwähnt, was sonst viele Male am Tag erfolgte.
Außerdem scheinen ihre Beschwerden zuzunehmen. Mein Hausarzt hat ihr vor ca 2 Wochen einen Saft namens Pipamperon verschrieben, den ich ihr auch fleissig gebe.
Die Folge ist allerdings nicht so schön, denn sie kotet sich jetzt regelmäßig ein. Die Waschmaschine läoft täglich. Außerdem schwellen ihre Füsse in den letzten Tagen beachtlich an.
Zum Arzt will sie nicht. Sie lehnt ohnehin alles ab.
Ist das jetzt nur wieder eine Phase oder hat sie damit die nächste Stufe der Demenz erreicht ?
Es mehren sich bei ihr auch Wortfindungsstörungen, so dass eine Unterhaltung kaum noch möglich ist.Die lichten Momente werden immer weniger.
Fernsehgucken geht auch seit Jahren nicht mehr. Stattdessen beschäftigt sie sich die meiste Zeit mit ihrer Garderobe.Nachts läuft sie dann auf dem Flur rum usw.
Vielleicht hat ja jemand Erfahrungswerte.

Vielen Dank

27.02.2020 | 17:53
klauspawletko

Hallo Andydreas,
das Präparat klingt nach Neuroleptikum.
Ich empfehle Ihnen, Ihre Frage auch im Forum "Prävention, Diagnose und Therapie" zu stellen. Dort dürften Sie eine verlässliche Auskunft bekommen, um welche Art von Medikament es sich handelt.
Es deutet schon viel darauf hin, das die Veränderungen bei Ihrer Mutter mit diesem Medikament zusammen hängen.

Beste Grüße von

Klaus-W. Pawletko

28.02.2020 | 12:52
sonnenblümchen

Hallo Andydreas,
ich denke,dass du Rücksprache mit dem Hausarzt deiner Mama halten solltes.
Pipamperon kann über den Tag verteilt werden oder als Einzeldosis zur Nacht. Dann sollte deine Mama aber auch nachts schlafen können und nicht mehr umhergeistern. Desweiteren wenn sie ,,Wassereinlagerungen" an den Füßen hat..kann es sein,dass die Nierenfunktion beeinträchtigt ist. Ich würde Rücksprache mit dem Arzt halten betr. die Dosierung angepasst werden muß beziehungsweise ob er Labor abnehmen will. Ich würde auf jeden Fall telefonische Rücksprache halten.
Bezüglich der Beschäftigung mit den eigenen Kleidern...macht meine Mama auch .
LG

28.02.2020 | 16:11
Andydreas

Hallo Sonnenblümchen,
schön von Ihnen zu hören.
Pipamperon bekommt sie 3 x täglich nach Anweisung des Arztes. Mein Eindruck ist, dass dadurch ihre Aggressivität nachlässt.
Leider ist sie nachts sehr unruhig und steht immer wieder auf und rennt durch die Wohnung.
Wegen des Wassers in den Füssen habe ich meinen Hausarzt kontaktiert und wir haben jetzt Tabletten dagegen bekommen. Problematisch ist, dass sie nach Einnahme der Tablette häufig die Toilette aufsuchen werden muss, was auch ohne Tblette bei ihr schwierig ist.
Den Grund für das Wasser in den Füssen hat mein Arzt nicht erfragt, aber sie hatte vor ein paar Wochen mal einen Notarzteinsatz und in der Notaufnahme wurde ein akutes Nieremversagen diagnostiziert. Aber seitdem isst und trinkt sie wieder mehr.
Wir müssen mal die Wirkung der Tabletten abwarten.
Leider ist eine umfassende Untersuchung in der Arztpraxis nicht möglich, da sie auch weiterhin alles ablehnt. Das wird sich auch nicht ändern.
Vielen Dank

02.03.2020 | 15:42
sonnenblümchen

Hallo Andydreas,
ich wollte mal hören, ob es jetzt mit deiner Mama besser geht ?

02.03.2020 | 20:35
Andydreas

Hallo Sonnenblümchen,
vielen Dank für Ihr Interesse.
Es wird ei uns problematischer. Neuerdings sind ihre Füsse so stark angeschwollen, dass sie in keine Schuhe mehr passt. Ich habe die entsprechenden Tabletten über meinen Hausarzt besorgt. Nun uriniert sie ständig, was ja eigentlich gut ist, aber ich muss ständig ihre Bettlaken waschen. Ich habe mich außerdem in einem Sanitätshaus um Hilfsmittel bemüht. Ziemlich eklig das ganze. Aber sie läuft zur Zeit nicht mehr weg und benutze auch neuerdings den Rollator. Ich werde ihr in den nächsten Tagen einen besseren besorgen.
Ansonsten isst und trinkt sie wieder.
Jeder Ta ist eine neue Herausforderung. Ich habe bisher immer gedacht, dass ich meine Mutter betreue. Nun pflege ich sie, was ich als neue Herausforderung ansehe.
Wir wissenja beide wovon ich rede.
Alles Gute

04.03.2020 | 11:24
martinhamborg

Hallo Andydreas, zunächst einmal das positive, Ihre Mutter hat durch das Pipamperon diesen starken inneren Druck und die damit verbundene Aggressivität verloren. Das Neuroleptikum hilft also offensichtlich in seiner antipsychotischen Wirkung.
Auf der anderen Seite sind die starken Auswirkungen und die Wassereinlagerungen bis hin zum drohenden Nierenversagen ernst zu nehmen. Manchmal kann ein Klinikaufenthalt da sehr hilfreich sein. Wichtig wäre dabei, dass Sie so lange und oft wie möglich bei Ihrer Mutter sein können. Erste Kliniken ermöglichen das "rooming in", d.h. wie bei Kindern können Angehörige zu Unterstützung aufgenommen werden.
Aber vorher sprechen Sie bitte noch mal mit dem Hausarzt, da das Problem der Unruhe nachlässt, könnte er auch das Pipamperon reduzieren und ggf. mit einem anderen Neuroleptikum ersetzen.
Viel Erfolg, Ihr Martin Hamborg

05.03.2020 | 08:54
Andydreas

Hallo Herr Hamborg,
gestern musste ich den Notarzt rufen. Sie klagte über starke Brustschmerzen. Es war unser 4. Notarzteinsatz und endlich hat man sie stationär aufgenommen. Ich habe dort bereits erklärt, dass ich jetzt eine Einrichtung für sie suchem da ich mit meinem Latein am Ende bin.
Ich habe heute noch einen Termin mit dem Sozialdienst im Krankenhaus. Ich hoffe, dass wir da eine Lösung finden. Endlich scheint eine Maschinerie angelaufen zu sein, die sowohl meiner Mutter, als auch mir weiterhelfen.
Das Problem der Verweigerung von Seiten meiner Mutter wird bleiben, aber da werde ich mich darüber hinwegsetzen, da ich mich nicht mehr in der Lage sehe die Pflege zu leisten.

05.03.2020 | 08:56
Lulu

Hallo Andydreas, kann es sein, dass ihre Frau Mutter Blutdrucksenker einnimmt? Bestimmte Arzneimittel wie Calciumantagonisten können Ödeme in den Beinen hervorrufen. Sie erkennen diese Wirkstoffe am Suffix -dipin, z. B. Amlodipin. Die Gabe eines Diuretikums ist in diesen Fällen nicht zielführend.

05.03.2020 | 09:01
Lulu

Ach ja, Windelhosen kann auch der Arzt verordnen. Die müssen Sie oder Ihre Mutter nicht selbst bezahlen. Gut sind z. B. Pants, die man so wie Unterhosen anziehen kann. Der Kranke fühlt sich dann nicht wie ein gewickelter Säugling.



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