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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Müdigkeit
06.03.2020 | 13:33
Eva4

Hallo,
bin nicht so oft hier da ich wenig Zeit habe, aber das kennt Ihr ja bestimmt alle! Dennoch fallt habe ich die Hoffnung wenigstens hier ab und zu eine Antwort auf eine der vielen Fragen, die ich habe, zu bekommen. Von Ärzten bekommt man ausser Medikamenten nur wenig Hilfe - letztendlich haben die auch keine Ahnung - und wenn mir noch einer den "tollen Rat" gibt: - man muss viel Geduld haben - und selber nicht diese Situation erlebt hat, dann werden mir schon die passenden Worte dazu einfallen. Aber deswegen bin ich gar nicht hier. Meine Mutter hat die Lewy-Körper-Demenz und alles was sie noch macht ist: Schlafen, Essen (mit etwas Hilfe) und Spazieren gehen (natürlich in Begleitung!). Ansonsten ist sie ein Pflegefall - selbst Nase putzen geht nur selten allein. Meine Frage, die mir vielleicht Jemand aus der Erfahrung heraus beantworten kann: meine Mutter ist ständig müde und zwar so, dass sie sich hinlegen muss und dann auch schläft. Nach dem Spazieren gehen, nach dem Essen, nach der Physiotherapie, Nachts schläft sie ca. 11 Stunden. Jetzt werden einige sagen "super, schön ruhig", aber ich habe noch nirgendwo gelesen, dass diese Müdigkeit typisch sei für diese Krankheit und mache mir Sorgen. Es ist auch nicht dieses "in sich zurückziehen", sie ist richtig müde und kann dann praktisch nicht mehr stehen. Sie bekommt auch keinerlei beruhigenden Medikamente (die insgesamt sowieso auf ein Minimum reduziert sind, aber auch ausgereizt sind). Kann mir jemand eine "Erklärung" geben? Es heisst immer, dass diese Patienten wegen der Halluzinationen eher unruhig sind, meine Mutter hat zwar auch Halluzinationen, aber die machen ihr zum Glück keine Angst. Viele Dank für Eure Geduld!

08.03.2020 | 15:23
Andydreas

Hallo Eva,
auch ich Pflege meine Mutter seit Jahren und habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Meine Mutter schläft auch die meiste Zeit. Ich führe das auf die Qualität des Schlafes zurück. Ich glaube, dass meine Mutter immer wieder aufwacht, so dass ein erholsamer Schlaf nicht mehr möglich ist. Außerdem grübeltt sie wohl nachts extrem viel, da sie ein sehr schicksalhaftes Leben führen musste und das Erlebte nie verarbeiten konnte, Sie ist ofe verwirrt, wenn sie aufwacht, da sie geträumt hat und braucht dann etwas Zeit, bis sie einigermaßen orientiert ist. Da sie in der Vergangenheit aggressiv gegen mich geworden war bekommt sie einen Beruhigungssaft namens Pipamperol. Das nimmt ihr die Aggressionen ein wenig, nimmt ihr aber auch Energie. Sie hatte bisher das sogenannte Hinlaufsyndrom, d,h. sie wollte immer mehrfach am Tage nach Hause zu ihrer Mutter oder ihrer Oma gehen. Das hat aber etwas nachgelassen.
Ich würde mir keine großen Gedanken machen sondern sie einfach schlafen lassen. Natürlich wäre eine ärztliche Untersuchung sinnvoll aber ich stimme ihnen insoweit zu, dass Hausärzte mit dieser Krankheit üerfordert sind.
Alles Gute

08.03.2020 | 18:44
Barbara66

Hallo Eva4,
auch meine Mutter ist an LBD erkrankt -leidet allerdings an massiven Schlafstörungen.
Sie bekommt abends ein Neuroleptikum und Zopiclon zum schlafen.
Trotzdem gibt es Nächte, in denen sie angeblich fast nicht schläft.
Ob das immer alles so stimmt,weiß man bei Demenzkranken ja nicht wirklich!!??
Eigentlich wird bei LBD Patienten von einem umgekehrten Tag-Nacht Rhythmus berichtet.
Sie sollen sehr nachtaktiv sein und tagsüber schläfrig.
Allerdings hat meine Mutter am Tag auch sehr oft das Bedürfnis, sich aufs Sofa zu legen.
Im Liegen geht es ihr ein bisschen besser.
Ich bin derselben Meinung wie Andydreas -wenn sie schlafen will,lass sie schlafen.
Natürlich kann Müdigkeit auch auf einen Eisenmangel zurückzuführen sein.
Zur Not kann der Hausarzt ja mal ein Blutbild machen.
Alles Gute
Barbara

09.03.2020 | 08:28
Jutta60

Hallo Eva,
auch meine Mutter hatte LBD und bei ihr war das Verhalten ebenso, wie Sie es beschreiben. Meine Mutter litt an einem sehr unruhigen Schlaf, sie erholte sich dabei auch nicht und berichtete immer wieder von angstbesetzen Träumen. Sie war auch tagsüber oft komplett "fertig" und musste sich hinlegen. Lassen Sie sie das tun, wenn sie das Bedürfnis dazu hat. Hat Ihre Mutter auch "aktive" Träume, die zusätzlich Energie kosten? Meine Mutter schlug mit den Armen um sich, schlafwandelte und redete im Schlaf. Da ist an Erholung natürlich nicht zu denken gewesen.
Alles Gute für Sie und für Ihre Mutter!

10.03.2020 | 20:37
Eva4

Vielen Dank Euch!
Sicherlich träumt meine Mutter auch mal - fällt mir auf wenn sie gerötete Wangen hat - aber grundsätzlich schläft sie gut. Sie bewegt sich so gut wie gar nicht beim schlafen (sehr merkwürdig für die Erkrankung) und sagt auch selber, dass sie gut und fest geschlafen hat (wobei man nie weiß, ob es stimmt oder nicht, aber solange sie es selber so empfindet ist alles gut). Naja, zur Zeit lebt sie immer mehr in ihrer Welt, aber solange es ihr dabei gut geht, ist es in Ordnung. Es wird nur immer schwerer, eine Antwort von ihr zu bekommen und wenn sie spricht, muss man häufig raten was sie meint.......und sehr oft ist es “Kauderwelsch” ohne Sinn......jedenfalls für uns. Wir versuchen, irgendetwas aufzugreifen und ihr zu antworten. Hauptsache, sie ist glücklich! Dennoch gbt es durch diese “andere Welt” immer wieder Schwierigkeiten, weil sie dann denkt, dass ihr jemand “was böses” will und sie sich kräftig gegen diese “fremden Menschen” wehrt. Falls ihr mir noch einen Tip geben könnt, dann wäre ich dankbar! Kommt irgendwann die Zeit, wo sie niemanden mehr erkennt? Wird es “bis zum Ende” noch klare Momente geben? Einige sagen ja, einige sagen nein. Kann man diese Patienten bis zum Ende zu Hause pflegen, oder ist es nicht verkraftbar? Sorry, zu viele Fragen.......und eigentlich sind es noch mehr. Nochmal vielen Dank!



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