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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Haushaltskonto
26.03.2020 | 16:03
AnkeK

Hallo, meine Mutter wohnt in einer ambulant betreuten Demenz-WG in Berlin mit insgesamt 10 Bewohnern ab PG 3. Das Haushaltskonto wird vom Pflegedienst verwaltet. Hier zahlt jeder BewohnerIn 250 € pro Monat ein. Da die Bewohner aufgrund der aktuellen Situation die WG nicht verlassen, haben einige Angehörige angeregt, Gartenmöbel anzuschaffen, damit die Bewohner Zeit im Freien verbringen können. Hierfür haben wir als Angehörige Einsicht in das Haushaltskonto verlangt, um abschätzen zu können, ob so eine Anschaffung über das Haushaltsgeld erfolgen kann. Diese Einsicht wurde verweigert. Begründung: Alle Angehörigen und Betreuer müssten einer Einsicht in das Haushaltskonto zustimmen. Findet ein Bewohnerwechsel statt, müsste man dieses Prozedere wiederholen. Das erscheint dem Pflegedienst zu umständlich. Kurzum: Die Einsicht wurde verweigert. Frage: Ist das zulässig? Immerhin ist es das Geld der Bewohner und hier sollten sie, beziehungsweise die Angehörigen mit Vorsorgevollmacht, doch Einsicht haben, um zu erfahren, wie die Gelder verwendet werden! Immerhin kommen hier bei 10 Bewohner monatlich 2.500 Euro zusammen. Ist ein solches Verhalten bzw. die Begründung des Pflegedienstes rechtens und konform mit dem SGB XI? Danke für Ihre Antwort! Liebe Grüße, Anke

26.03.2020 | 18:12
klauspawletko

Hallo AnkeK,
der Pflegedienst verwaltet das Haushaltsgeld (also Ihr Geld) treuhänderisch. Sie haben also einen Anspruch darauf, sowohl das Haushaltsbuch als auch das Haushaltskonto einzusehen.
Die guten Pflegedienste machen von sich alle 3 Monate (z.B.) eine Abrechnung für alle WG-Mitglieder.
Wie sollten Sie auch sonst kontrollieren, was mit Ihrem Geld gemacht wird?
Sie könnten dem Pflegedienst diese Verwaltung auch entziehen, was aber nicht unbedingt praktisch ist.
Falls (was ich nicht glaube) für jeden einzelnen Bewohner ein Haushaltskonto geführt wird, können Sie auf jeden Fall dieses einsehen. das lässt natürlich Rückschlüsse auf das Gesamtvolumen zu.
Wenn eine Mehrheit der Angehörigen/rechtlichen Betreuer eine Einsicht will, könnten Sie notfalls mit juristischen Schritten drohen. (Eine Mehrheit deshalb, damit der Pflegedienst nicht einzelnen kritischen Angehörigen den Pflegevertrag für die Pflegebedürftigen kündigt - alles schon da gewesen ...)
Die rechtlichen Betreuer brauchen auf jeden Fall mindestens einmal jährlich eine Abrechnung zur Vorlage beim Vormundschaftsgericht.
Das nur zur Unterstreichung Ihres Rechts auf Einsicht.
Suchen Sie auch Unterstützung beim Verein "SWA e.V.". Vielleicht ist der Pflegedienst ja dort Mitglied und hat sich zu bestimmten Qualitätskriterien verpflichtet.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Klaus-W. Pawletko

26.03.2020 | 18:24
AnkeK

Lieber Herr Pawletko,

danke für Ihre rasche und fundierte Rückmeldung! Einige Angehörige haben sich schon zusammengeschlossen, so dass wir hoffen, unseren Anspruch jetzt auch durchsetzen zu können! Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Herzliche Grüße
Anke



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