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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Pipamperon-Saft
06.04.2020 | 18:54
Barbara66

Hallo Herr Hamborg,
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Verboten sind Neuroleptika bei LBD ja nicht,sie werden nur sehr schlecht vertragen und können in eine Parkinson Krise führen (was ja im Oktober 2018 bei meiner Mutter passiert ist).
Clozapin und Quetiapin duerfen gegeben werden,da hier die Gefahr von EPMS doch viel geringer ist als bei anderen Neuroleptika.
Clozapin wäre das wirksamste und macht so gut wie gar keine extrapyramidalen Störungen.
Leider ist die wöchentliche Blutuntersuchung zu stressig für meine Mutter und sie bekommt ja schon sehr lange Quetiapin, allerdings nur 25-50 mg am Abend,was für Ärzte ja eher eine "homöopathische Dosis"ist.
Deshalb denke ich auch,daß es wichtig wäre, sie in der Psychiatrie neu einzustellen und dort die Dosis auf bestimmt 200 mg zu erhöhen.
Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht.
Aber dort will sie ja nicht hin!!
Barbara

08.04.2020 | 23:49
Hühnchen

Hallo Andydreas,
bzgl. des SAPV würde ich gar nicht lange warten und den Weg über die Demenzberatung des Landkreises gehen. Wenn Sie mit Ihren Wohnsitz und SAPV googlen müssten Sie eigentlich einen Ansprechpartner finden. Sie können auch im nächsten Hospiz oder bei der Caritas/Diakonie anrufen, die wissen auch, wer für Ihren Wohnsitz zuständig ist. Es ist wichtig, solche Dienstleistung frühzeitig mit ins Boot zu holen. Zumindest sollte das Aufnahmegespräch schon mal stattfinden. Die SAPV entscheidet selbst, wie oft sie am Anfang bei Ihrer Mutter vorbei kommen werden. Die Dame von der hiesigen SAPV war zum Aufnahmegespräch bei uns, hat sich die Krankenakte meiner Mutter angesehen und sich mit meiner Mutter unterhalten. Zu der Zeit bestand auch noch kein akuter Bedarf, trotzdem war geplant, dass sie erstmal einmal in der Woche vorbeikommen, bis das dann tägl. Bedarf besteht (meine Mutter war auch noch Krebskrank). Einen Tag später ist meine Mutter plötzlich verstorben.
Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und viel Kraft

09.04.2020 | 15:13
Andydreas

Hallo,
heute hatte ich mit dem MDK mein Gespräch bzgl. der Erhöhung des Pflegegrades auf 5. Ich habe die gegenwärtige Situation geschildertt und etliche Fragen beantwortet. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass das klappt. Zur Not kann ich ja wieder einen Widerspruch einlegen.
Dann habe ich den Rat befolgt und mit dem hiesigen SAPV Kontakt aufgenommen. Erst lief alles auf ein Beratungsgespräch hinaus. Dann aber wurde mir erklärt, dass ich bei einem normalen Pflegedienst besser aufgehoben wäre, da der SAPV in erster Linie Krebspatienten betreut. Außerdem wäre es lediglich eine Unterstützung in Notfällen.
Ich hatte es so verstanden, dass eine Art verbesserten Pflegedienst mit regelmäßiger Kontaktaufnahme erfolgen würde. Man kümmert sich jetzt um einen Pflegedienst für uns. Vielleicht lässt sie es dieses Mal zu.
Jetzt werde ich mich nach Ostern un ein Pflegebett bemühen. Vom MDK wurde mir Zustimmung signalisiert.
Es bleibt also schwierig.

14.04.2020 | 21:50
martinhamborg

Hallo Andydreas, ich wünsche Ihnen sehr, dass die
Kolleg*innen vom SAPV Ihre Not ernst nehmen. Neben dem Allgemeinzustand Ihrer Mutter ist es ja vor allem die ethische Zwickmühle in der Sie Unterstützung brauchen. Ganz vereinfacht könnte es so aussehen: Ihre Mutter kämpft massiv gegen jede Hilfe zum Leben und Sie kämpfen verzweifelt auf der anderen Seite. Wenn Ihre Mutter innerlich bereit zum Loslassen ist, dann ist es geraten, wenn Sie in diesem möglichen Teufelskreis von außen unterstützt werden. Zumindest kann dies über einen engagierten Hospizhelfer versucht werden, wenn es mit SAPV noch nocht möglich ist.

Hallo Barbara66, bezüglich der Neuroleptikagabe bei Menschen mit einer Lewybody Demenz habe ich mich nur allgemein äußern wollen, weil es zu sehr auf den individuellen Einzelfall ankommt und die Klinik der richtige Ort für die Einstellung ist. Wenn Ihre Mutter dort schon bekannt ist, kann vielleicht der Hausarzt dort nach Rat fragen, manche Ärzt*innen in der Gerontopschiatrie sind da sehr aufgeschlossen. Aber in Wirklichkeit wünsche ich Ihnen, dass es mit der Klinik klappt!
Ihnen Beiden viel Kraft, Ihr Martin Hamborg

15.04.2020 | 09:54
Lulu

Hallo Andydreas und alle anderen,

kommt ihr euch manchmal auch wie Seiltänzer vor? Neuroleptika und andere Psychopharmaka sind meistens bei Demenzerkrankungen kontraindiziert, da die Sterblichkeit steigt - einerseits. Sie sind aber hilfreich und ermöglichen oft überhaupt erst die Pflege, wenn die Kranken unter Wahnvorstellungen leiden, aggressiv sind, schreien oder unruhig sind - andererseits.
Das Besuchsverbot während der Corona-Pandemie in Pflegeheimen schützt die oft Hochbetagten vor Ansteckung und Erkrankung - einerseits. Die dementen Bewohner verstehen aber den Sinn des Kontaktverbotes nicht, keiner kann ermessen, was das für deren seelisches Wohlbefinden bedeutet, wenn sie ihre Liebsten nicht sehen - andererseits.
Meine Schwiegermutter steht immer auf und stürzt dann oft (derzeit: Armbruch!). Sie kann nicht einschätzen, dass sie unsicher auf den Beinen ist und verweigert Rollator, Rollstuhl und alle anderen Hilfen - einerseits. Es ist aber unethisch, einen kranken Menschen in seiner Freiheit durch Bettgitter, Fixiergurt oder sonstiges zu behindern - andererseits.
So sind wir Angehörigen und auch die Pflegekräfte dauernd zwischen Baum und Borke!

15.04.2020 | 10:19
Andydreas

Hallo Lulu,
sie sprechen mir aus dem Herzen. Auch ich fühle mich hin und hergerissen. Mich belastet die Verantwortung, die ich da übernommen habe. Ich bin inzwischen nicht mehr ganz so gnädig mit meiner Mutter, da ich meine, das wenn sie vor einiger Zeit andere Entscheidungen in ihrem Leben getroffen hätte der Verlauf der Krankheit vielleicht anders gewesen wäre. Aber das ist jetzt narürlich müssig, da jetzt da nichts mehr zu machen ist.
Ich ziehe das jetzt routinemäßig durch und kämpfe meinen Kampf alleine weiter. Heute habe ich ein Pflegebett im Sanitätshaus geordert. Das wird sie vorerst natürlich auch wieder ablehnen,aber da denke ich an die nahe Zukunft.
Irgenwann werde ich vielleicht auch einen Pflegedienst finden und irgenwann kommt dann auch wieder der SAPV oder ein Hospiz ins Spiel.
Jeder Tag bleibt eine neue Herausforderung.
Man fühlt sich wirklich im Stich gelassen.

Alles Gute



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