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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Wie geht es Euch denn so ?
14.04.2020 | 08:06
sonnenblümchen

Huhu,
Ostern ist ja jetzt vorbei ! Irgendwie ist es hier ,,leise" geworden ! Wie geht es Euch denn allen so ? Schlecht ? Und aus diesem Grunde ,,leise" ! Wer mag sich austauschen ?
LG

14.04.2020 | 09:31
Jutta60

Hallo Sonnenblümchen,
wahrscheinlich sind alle noch da. Wo sollten wir denn auch in diesen verrückten Zeiten? Zum ersten Mal bin ich froh, dass meine Mutter schon tot ist und ich sie in dieser Krise nicht allein im Pflegeheim lassen muss. Ich wage mir nicht vorzustellen, wie das für die Angehörigen ist. Meine Mutter hätte nichts verstanden von dieser Lage und ich hätte das Gefühl gehabt, dass ich sie im Stich lasse. Ich selbst hätte gern wieder Normalität, würde gern wieder Menschen treffen. Dass ich meiner alten Nachbarin die Einkäufe vor die Tür legen muss, ist schon schlimm genug. Aber wenn noch Demenz ins Spiel kommt, wird es noch schlimmer. Meine Hoffnung ist, dass die Anstrengungen und das Leid nicht vergeblich sind und dass am Ende ein Umdenken stattfinden wird. Wir bezeichnen viele schlecht bezahlte Berufe jetzt als systemrelevant, hoffentlich wird das auch monetär honoriert. Vielleicht wird das jagen und rennen weniger, vielleicht erkennen wir, dass wir auch mit weniger klar kommen würden. Vielleicht bleibt wenigstens die Unterstützung und das Verständnis durch Nachbarn u Freunde für die Dementen und ihre Angehörigen.
Ansonsten versuche ich, mich um meinem kranken Mann zu kümmern und hoffe, dass er in diesen Zeiten kein Krankenhausbett braucht. Ich denke, damit leiste ich meinen Beitrag zur Bewältigung dieser Krise. Ich ziehe meinen Hut vor allen Angehörigen, die das in diesen schwierigen Zeiten und weit schlimmeren Bedingungen als ich tun. Alles Gute und bleiben Sie gesund!

14.04.2020 | 21:50
Rosina

Ja,Hallo euch allen,Ostern ist vorbei und wir sind noch gesund.Etwas Lustiges.Ostern gab es Kaninchen u d Klöße,auch für meine Eltern.Am Sonntag habe ich den Braten hingebracht für zwei Tage.Sonntag hat alles gut geschmeckt.Am Montag war der Hase plötzlich nicht mehr da,irgendjemand muss da gewesen sein,hat den Hasen aufgegessen.So eine Frechheit.Nur zur Info ,es war keiner da,meine Mama hat immer im Vorbeigehen von den Teilen gegessen.Ich glaube es,sie weiß es nicht mehr,anders kann es nicht sein.Ich kann darüber noch lachen.Aber heute müsste ich meinen Vater ins Krankenhaus schaffen.Er hat sich vor Schmerzen im Brustkorb gekrümmt,hatte den Notdienst da, der hat ihn ins Krankenhaus.Da muss ich jetzt abwarten.Also, es geht immer so weiter.MEIN Mann ist wieder da aus dem Krankenhaus,hat neue Herztabletten.Es heißt jetzt einfach, die Nerven behalten.Habe keine Fragen,muss jetzt abwarten.Bleibt gesund.Rosina

15.04.2020 | 11:13
Wissenssucherin

Hallo, ihr lieben Mitstreitenden,

bin auch immer da, habe mich aber in letzter Zeit auf's stille Mitlesen beschränkt.
Ich trau mich's ja fast nicht sagen, weil ihr alle grad so viel aufzulösen habt, aber bei mir läuft's grad richtig entspannt, das genieße ich sehr - wir alle wissen ja, dass sich das ganz schnell wieder ändern kann, darum koste ich das richtig aus.

Jänner/Februar waren sehr fordernd für mich; Probleme mit Pflegerinnen, aufgrund eines Wechsels, zeitgleich hat sich die ältere meiner beiden Damen zum Sterben entschlossen, privat einige unerfreuliche Dinge und da kam dann einfach jede Menge zusammen - es war ein täglicher "Kampf" an extrem vielen Fronten. Nun ja. Ende Jänner ist meine Dame dann verstorben. Daheim in ihrem vertrauten Zimmer, friedlich. Und in Gesellschaft - ihre Lieblingspflegerin, ihre Tochter und ich "durften" dabei sein, als hätte sie es sich so ausgesucht, und dafür bin ich extrem dankbar. Es ist schwer zu beschreiben, wenn man das nicht selbst miterlebt hat, aber es erfüllt mich mit Dankbarkeit und Demut, dass ich das so miterleben durfte.
Nun ja. Einige Irrungen und Wirrungen und sonstige kleine Katastrophen später, hat sich nun vieles für mich verändert.
Wir haben beschlossen, die 24 Stunden Pflegerinnen (wir hatten das Glück, wieder eine zweite Perle zu finden) für meine Schwiemu zu übernehmen. Und das läuft jetzt langsam richtig gut. Und ich habe wieder soviel "Freiheit" wie schon ein paar Jahre nicht mehr. Trotz 3 Kleinkindern und mehr als genug Arbeit am heimatlichen Hof. :)
Jetzt, mit Abstand, kämpfe ich schon mit mir, wenn ich die beiden Damen im Untergeschoss so sehe. Eigentlich sind die Pflegerinnen mehr "Gesellschafterinnen". Körperlich ist nämlich meine Schwiegermutter topfit - sie hält es nur absolut nicht aus, alleine zu sein. "Arbeit" im Sinne von "Pflege" macht sie nicht sooo viel - aber es muss einfach IMMER jemand bei ihr präsent sein. Sie braucht rund um die Uhr jemanden, an den sie sich halten kann. Der ihr alles vorkaut und immer für ihre Wünsche da ist - Zeit und Raum sind bei ihr völlig in den Hintergrund getreten; Geduld nicht mehr vorhanden. Und der ihr den täglich gleichen Tagesablauf liefern kann, dann läuft es richtig glatt. Und das tut es gerade. Was ja sehr erfreulich ist, genau so soll es sein. Aber bei mir selber nagt sofort wieder das schlechte Gewissen, weil hat es die Pflege wirklich nötig, was sagen denn die Leute,.... - Im Endeffekt macht man sich selbst fertig für nix und wieder nix.
Weil ich erinnere mich zurück an den Jahresanfang, als ich schon ziemlich am Zahnfleisch daherradierte. Voll berufstätig daheim, drei kleine Kinder UND die volle Verantwortung für eine demente Person, dieser den gesamten Tag regeln, Orientierung geben, anleiten, abfedern- ich selber hatte einfach kein "Leben" mehr.
Und darum weiß ich, dass es die richtig Entscheidung war. Für mich - und vor allem für meine 3 Häschen. Eine entspanntere Mama ist eine viel bessere Mama. :D

So, entschuldigung, jetzt hab ich mich ziemlich ausgelassen. Aber wie immer bin ich der Meinung, wenn es rauswill, dann hat es schon seinen Grund. :)

Zum allgegenwärtigen Thema Corona kann ich nicht viel sagen, da ich das Glück habe, dass es uns kaum tangiert. Wir wohnen in der extremen Peripherie, bei uns ist es (noch) nicht angelangt. Kindergartenschließung trifft mich nicht wirklich (hab ich halt statt 2 Kindern vormittags 3 daheim, stört mich nicht, im Gegenteil :) ), arbeitstechnisch läuft bei uns alles seinen Gang - der Frühling ist genau so arbeitsintensiv wie jedes Jahr - die Tiere wollen versorgt und die Felder bestellt werden, die Natur schert sich nicht um Corona. Und das ist irgendwie tröstlich. Und da mein Mann und ich ja sowieso 365 Tage im Jahr Homeoffice haben, und dieses "Office" sehr weitläufig ist, fällt mir die Decke auch nicht wirklich auf den Kopf. Nur beim Einkaufen brauche ich jetzt enorm lange, weil ich auch für ein paar andere, ältere Leute miteinkaufe. ;)

Ihr Lieben, ich bewundere euch wirklich alle sehr. Ich schaue alle paar Tage mal zum Lesen ins Forum und bin einfach baff, was ihr hier alles leistet, aushaltet und gebt.
Ihr alle habt meinen allergrößten Respekt und die vollste Bewunderung. Ich bin ja jetzt auch schon ein paar Jahre in dem Forum unterwegs, und man leidet mit den Geschichten der anderen richtig mit und schließt andere Teilnehmer - auch wenn man sich völlig unbekannt ist - ins Herz. Wenn ich mir für euch hier etwas wünschen dürfte, dann, dass jeder hier spürt, was er wert ist und leistet und sich traut, auch mehr auf sich selber zu schauen!

Bleibt gesund!

15.04.2020 | 13:39
Wissenssucherin

Ach liebes Sonnenblümchen, ich denke mir immer das Gleiche, wenn ich DEINE Beiträge lese, dein "täglicher Wahnsinn" macht mich ganz demütig...

Ja, Felder und Wiesen, die gehegt und gepflegt werden wollen (wir sind biologisch, da gibt's noch jede Menge Handarbeit), gibt's zuhauf - und die Arbeit draußen macht den Kopf tatsächlich frei. Die Arbeit in der Natur tut richtig gut. Und man kann dadurch gewisse Dinge mit etwas mehr Abstand betrachten. Das wär sicher für dich mal eine sehr willkomene Abwechslung.
Wobei ich denke, dass das dann doch eine sehr weite Reise werden könnte... ;)


15.04.2020 | 21:58
hanne63

Hallo in die liebe Runde,
ich bin auch noch da :-)...wo sollte ich denn jetzt auch hin?...
Ich lese derzeit einfach still mit..und habe nicht immer Lust was zu sagen und bin auch froh, dass es im Moment bei mir in Bezug auf Eltern nicht viel Neues gibt.
Allerdings bin ich nun selbst krank geworden..nicht Corona..gibt ja noch andere Krankheiten...ist ein kleiner Tumor am Augenlid...Basaliom..weißer Hautkrebs höchstwahrscheinlich und ich hoffe, dass mein Op-termin auch stattfindet und nicht bis endlos verschoben wird..ich habe schon 2 Monate auf Arzttermin warten müssen, und vorher 1/2 Jahr eine Odysee zu verschiedenen Ärzten, die sich alle leider nicht festlegen wollten...und jetzt warte ich schon weitere 2 Monate auf meinen Op-termin...das zu unserem Gesundheitssystem...
Und ein Rat an alle hier: achtet auch auf Eure eigene Gesundheit...ich habe das zeitweise gar nicht gekonnt vor lauter Streß mit Eltern und Behörden....aber ich hätte früher handeln sollen bzgl. meines Augenlids....

Der Augenarzt sagte zwar, wenn es wegoperiert ist, dann ist es erst mal gut und quasi therapiert..aber Rückfälle sind halt dann häufiger zu erwarten, auch an anderen Stellen...und ich war übrigens immer zur Hautkrebsvorsorge und auch bei Augenärzten zur Kontrolle Augendruck etc...aber festgestellt habe ich das Problem selbst...da hat mich kein Arzt drauf hingewiesen..das muss man sich mal vorstellen.

Liebe Grüße und paßt auf Euch auf..nicht nur wegen Corona und nicht nur wegen der Demenz der Angehörigen.
v

17.04.2020 | 08:53
hanne63

Guten Morgen Sonnenblümchen,
es sollte ja eine ambulante OP sein...wurde trotzdem abgesagt....alle nicht notwendigen Ops...egal ob amublant oder stationär werden abgesagt......wer legt fest, was notwendig oder nicht ist???
ich such grad nach Alternativen...evtl klappts...aber es frißt wieder Energien...

viele Grüße

18.04.2020 | 10:39
martinhamborg

Hallo an die Runde, nun möchte ich doch noch einen kleinen Beitrag in die so vertraute Runde geben, denn ich hake noch an Ihrem schlechten Gewissen, Wissenssucherin: Aus guten Gründen wurde in den letzten Jahren der Pflegebegriff neu formuliert und die alte verrichtungsbezogene Denkweise geht nur noch zur Hälfte ein. Das was Ihre "Perle" macht ist richtige Pflege, die geschäftige Unruhe, die Ungeduld usw. würden sonst in diverse Problemlagen eskalieren. Wenn ich mir vorstelle, wie Sie und Ihre Familie auch in der Sterbephase dabei sein konnten und so viele wertvolle Erfahrungen sammeln, sehe ich vor meinem inneren Auge einen Biohof, der vielleicht sogar als zweites Standbein eine gegenseitig erfüllende Arbeit mit Menschen mit Demenz entwickelt.

Haben Sie schon mal unter diesem link geschaut?
https://www.wegweiser-demenz.de/lokale-allianzen/lokale-allianzen/im-fokus/bauernhoefe-fuer-menschen-mit-demenz.html

Ihnen allen wünsche ich alles Gute auf dieser "langen Reise" , besonders Ihnen Hanne63 bei der OP, Ihr Martin Hamborg

18.04.2020 | 13:55
Rosina

Liebe Hanne,nun hast du endlich ,it deinen Eltern etwas Luft,könntest mal dich etwas erholen,da strauchelt deine eigene Gesundheit.Ja Corona bringt alles noch mehr durcheinander.Hoffentlich geht das mit deinem Auge dann auch noch so lange gut..Halte durch und versuche alles,damit du wieder in Ordnung kommst.Ich wünsche dir Glück dabei,wir bleiben in Verbindung.Liebe Grüße Rosina

19.04.2020 | 22:32
hanne63

Hallo und guten Abend in die Runde,

ich danke all denen, die mir persönlich jetzt die Daumen drücken und alle Gute für meine eigene Gesundheit wünschen...Ihr sollt wissen, dass mir das gut tut...

natürlich bleibe ich hier mit Euch in Verbindung...

liebe Grüße



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