Navigation und Service

Direkt zu:

Hauptmenü

Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Wie geht es Euch denn so ?
08.05.2020 | 09:49
hanne63

Hallo Lulu und alle anderen,
ja ich werde berichten wie es war. Falls jemand hier von Euch vor mir schon solch einen besonderen Heimbesuch unternommen haben sollte, wäre ich auch für Tipps und Hinweise dankbar...

ich fürchte nämlich inzwischen, wenn ich mir den Ablauf des Besuchs vorstelle, dass das ein ziemlicher Alptraum werden wird.....ob es den Eltern nützt, kann ich nicht abschätzen.....

der einzige Sinn meinerseits ist: ich möchte zeigen, dass ich noch da bin......also sie nicht vergessen habe...auch wenn sie das nur für einen kurzen Moment dann wahrnehmen...

Telefonate können meine Eltern schon lange nicht mehr führen,...und Skype oder Videotelefonie wäre auch nicht gegangen...das ist es ja gerade bei schwer Demenzkranken oder anders schwer Erkrankten....und daran scheint niemand Verantwortliches zu denken...alle verweisen darauf, dass mein "einfach" anders Kontakt halten soll...oder hübsche Bildchen malen etc......die Realität ist oft ganz anders...

ich melde mich wieder

liebe Grüße

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 08.05.2020 um 09:50.]

11.05.2020 | 19:10
hanne63

Hallo Lulu insbesondere und auch alle anderen natürlich,

ich war also heute im Heim bei beiden Eltern zu Besuch.
Es ist ein enormer Mehraufwand für die Pflegekräfte, weil die Besuchertische und Stühle und auch was der Bewohner am Gesprächsstisch angefaßt hat, alles wieder gleich desinfiziert werden muss....sogar die Verwaltungsangetellten inkl. Heimleiterin halfen hier mit.
Im Gespräch mit den Angestellten kam heraus, dass sie meine Befürchtung teilen, dass das Besuchsverbot wieder in Kraft treten könnte, wenn die Infektionszahlen generell jetzt wieder steigen...erst einmal für 2 Wochen bleiben auf jeden Fall die strengen Besuchsregeln wie jetzt (1 x in der Wochen , nach Anmeldung , für 1 Stunde maximal, mit Maske, ohne Berührung, mit Sicherheitsabstand, nur 1 Person darf zu Besuch kommen, immer nur dieselber). Es kann aber auch passieren, dass ganz plötzlich wieder kein Besuch möglich ist, je nach Entwicklung...

also lag ich richtig mit meinem Bauchgefühl, sobald als möglich einen Besuch zu machen...das rate ich auch den anderen hier....

Am Eingang eine Schleuse, nur einer darf an die Anmeldung...es regnete draussen sehr stark und stürmte, half nichts, die anderen Besucher mußten draußen warten....
An der Anmeldung mußte ich zunächst meine Hände desinfizieren, die Geschenke für meine Eltern dort abgeben, ich darf meinen Eltern nichts selbst überreichen...
dann je Elternteil eine eng bedruckte DIN A 4 Seite (ohne Lesebrille für mich sowieso nicht lesbar, angesichts der wartendenden und angesichts der Situation.....)...mit Belehrung, aufklärung, datenenschutz und was weiß ich noch alles.....unterschreiben...was ich "blind" tat.....ich sah sowieso keine andere Wahl für mich....
ja ich versichere, ich bin gesund, ich hatte keinen Kontakt zu Covid19 Kranken oder Verdachtsfällen und und und....
dann wurde meine Temperatur gemessen....34,5 Grad....(ich hatte vorher schon 30 Minuten im Auto auf dem Parkplatz in der Kälte gewartet....).

Die Reihenfolge welcher Elterneil (die Eltern wohnen auf unterschiedlichen Stationen) zuerst kommt wird mehrmals anders mir angekündigt....ich glaube nun zuerst meinen Vater zu treffen...

dann werde ich in einen großen Raum geführt....(Speisesaal umfunktioniert)....es sitzen im Raum verteilt 4 verschiedene Bewohner mit Masken an einem Tisch....(und wissen vermutlich nicht warum.....)....ich bin die erste Besucherin...da ich meinen Vater erwartete, wollte ich zu einem alten Mann gehen, der ihm ähnlich sah....dabei saß meine Mutter direkt vor mir....ätsch ätsch...was sollte das denn jetzt....

ok....meine Mutter erkennt mich mit und ohne Maske wegen ihrer Demenz nicht mehr....sie war heute sehr fein gemacht und hatte ihre Festtagsbluse an und war schön gekämmt und hatte einen hübschen Schal um....(wenn ich überraschend zu Besuch komme, sehe ich sie oft ganz anderes....aber vielleicht wollten die Pfleger es eben einfach auch schön gestalten für alle und zu einem besonderen Besuchstag machen ....).....meine Mutter hat Asthma, nach einiger Zeit zog sie sich die Maske vom Gesicht.....auch andere Bewohner taten das nach einiger Zeit.....Mutter und ich sassen an einem Tisch schräg gegenüber, damit der Abstand größer ist und konnten jeder aus einem Glas Wasser trinken...dazu durfte man die Maske hochheben.....
es war meistens eine Pflegekraft mit im Raum, aber nicht immer.....

es gab noch weniger Privatsphäre als eh schon bei Heimbesuchen....

Da meine Mutter sehr verwirrt redet, führte ich also ein 1-stündiges "Gespräch" mit ihr , soweit das möglich war....danach war ich völlig erschöpft.....sie wurde dann in ihrem Rollstuhl weggerollt....und mir der Vater angekündigt....

ich hatte ein paar Minuten Verschnaufspause und traute mich, im Raum herumzulaufen um meinen Rücken zu entspannen (vorher schon 2 Stunden Autofahrt...)....derzeit war niemand sonst im Raum...die Pflegekräfte hatten Verständnis....

Ich fragte zwischen den beiden Besuchen sowohl eine Verwaltungsangestellte als auch die Pflegerin meiner Eltern, ob unter den Umständen jetzt es denn überhaupt gut oder schlecht für die Demenzkranken wäre, Besuche zu machen.....weil ich auf einmal selbst große Zweifel hatte....die Verwaltungsangestellte zuckte die Schultern eher in Richtung "nicht sinnvoll"....aber die Pflegerin sagte später...eigentlich ist es schon gut für die Bewohner und mein Vater hätte mich ja sofort auch erkannt trotz Maske und sich gefreut....

Also es wird mein Vater reingebracht, auch er ist "fein gemacht" worden....er kann diesmal laufen, selbstständig, was mich freut. Er weiß nicht, warum er in den Raum gebracht wird, dann sieht er mich und freut sich total....damit hatte ich nun nicht gerechnet...und das hat mich umgehauen....

Wir sitzen dann ca 1/2 an dem Tisch....er ist zu 99 % schwerhörig....ich schreibe mit großen Buchstaben kurze Sätze auf Blätter von Papier, die er immer mit großer Neugierde und Interesse liest..Manchmal antwortet er auch darauf....er sagt, er ist zufrieden, dass er jetzt in dem Heim wohnt und für ihn sei alles gut und ok....damit hatte ich auch nicht gerechnet....

das Maskentragen ist für meinen Vater ebenfalls problematisch, weil er in beiden Ohren sehr teurer Hörgeräte hat, die durch die Masken-Ohrbänder dann immer sich lösen und seitlich weghängen.....und mehr als einmal wieder etwas unsanft von Pflegekräften wieder eingesetzt wurden (sah ich am Gesichtsausdruck von meinem Vater)....er war aber immer bemüht, die Maske korrekt zu tragen und auch über die Nase wieder zu schieben, wenn sie runterrutschte....

Der Besuch bei meinem Vater hat mich sehr bewegt und berührt. Zu ihm habe ich tiefere Verbindung als zu meiner Mutter, auch schon früher war das so. Aber er zeigte sich bisher nicht so emotional.

Das war schon fast alles zu viel der Emotionen für mich.....
Letzlich hielt ich es keine ganze Stunde aus.....aber auch Vater ist eher immer nur für kurze Besuche...so holte ich dann jemanden, damit er wieder in sein Zimmer gebracht wird.

Die "2.Schicht" der Besucher blieb noch in dem Raum.....

Am Ausgang mußte ich mich dann wieder abmelden mit Uhrzeit. Für neue Besuche muß ich mich wieder anmelden.

Ich bemerkte bei den anderen, dass manche Angehörige (die ja alle nach 8 Wochen erstmals wieder dort waren) versuchten mit den Pflegekräften medizinische fragen oder ähnliches zu besprechen...das war zeitlich fast nicht möglich...weil diese Besuchsarrangements zusätzlich zu der arbeit auf den stationen gemacht werden müssen....die Pflegekräfte hatten praktisch keine Zeit...
auch ich selbst habe mit Müh und Not nur je 1 Frage pro Elternteil an die Pflegekraft loswerden können...da hieß es für mich, mich einfach auf die jeweils wichtigste Frage zu begrenzen, weil ich ja sehe...was los ist an Stress....

Fazit: alle bemühen sich sehr.....viel Hilflosigkeit auf beiden Seiten....letzlich tut es den Bewohnern wohl schon gut, dass sie Besuch bekommen...aber es ist ein enormer Kraftaufwand für alle Seiten.

....z.B. habe ich beobachtet, dass eine Bewohnerin zwar überhaupt nicht auf ihren Mann oder Sohn reagierte und nichts sprach und auch nicht hinsah zu ihm...aber dass sie die ganze Zeit an die Decke sah und über das ganze Gesicht strahlte...als der Mann weg war bzw. noch nicht da war...schrie sie öfters mal laut auf und war unruhig......

Bei schönem Wetter können Besuche im Innenhof/Garten stattfinden...das ist sicher schöner und entspannter.

Danke fürs Lesen. Es tat mir gut, mir alles von der Seele schreiben/sagen zu können hier (ich bin alleinstehend, im wahrsten Sinne des Wortes).

Liebe Grüße

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 11.05.2020 um 19:17.]

14.05.2020 | 20:59
Teuteburger

Hallo Hanne,

ich danke Ihnen für den berührenden Bericht. Und es freut mich aufrichtig, dass es ihrem Vater entsprechend besser geht und er besser im Heim zurecht kommt.

Liebe Grüße an Sie und an alle anderen die hier mitlesen

Zusatz: Sorry, ich habe den Namen falsch geschrieben.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 14.05.2020 um 23:07.]

15.05.2020 | 10:56
Lulu

Danke Hanne für Ihren ausführlichen Bericht. Mein Mann kann seine Schwiemu wahrscheinlich heute nachmittag besuchen. Ich werde dann berichten.

15.05.2020 | 23:40
Teuteburger

Ich muss mir mal wieder etwas von der Seele schreiben.

Es hat sich gestern wieder ein Drama abgespielt. Mir ist bewusst, dass meine Schwiegermutter nicht mehr gut alleine leben kann. Aber mit anderen zusammen leben kann sie auch nicht. Hörgeräte ablehnen, Fernseher bis zum Anschlag laut, nicht duschen, alles erst einmal ablehnen, manchmal einlenken, aber die Tendenz geht mehr und mehr, gar nichts mehr annehmen zu wollen.

Sie hat natürlich auch ihre guten Seiten. Sie kann auch heute noch humorvoll sein, über Vögel und Essen sprechen. Aber das belastet einen ja nicht.

Belastend sind ihre Emotionen. Sie hat zur Zeit starke Rückenschmerzen. Sie kann nicht mehr vor die Tür gehen. Aber sie kann noch Fernsehen, lesen (macht sie aber nicht), es interessiert sie nichts, außer von sich zu sprechen und das über Stunden, ohne müde zu werden.

Wenn ich gehen will, dann weint sie, dann sitzt sie im Sessel, kann angeblich nicht mehr aufstehen. Verabschiedung fast eine Stunde. Ich habe Verständnis, versuche Lösungen aufzuzeigen. Hilft nichts. Kaum bin ich die Treppen hoch, kann sie plötzlich doch aufstehen, heult, sie will einen Krankenwagen und ins Heim, denn sie will nicht alleine sein. Wenn das mit dem Heim denn ernst gemeint wäre. Sie will da aber gar nicht hin, das betont sie immer wieder. Ich gehe dann wieder runter, sage, dass das so und auf die schnell nicht geht. Sie belastet auch mich damit. Dann bin ich ein schlechter Mensch. Mein Vater ist vorgestern beerdigt worden, meine Mutter braucht mich auch ect. Nein, all das ist ihr egal. Sie wurde von Leben bestraft, keiner will sie, keiner kümmert sich ect. Ich weiß, Demenzkranke sind egozentrisch, aber das hilft mir nicht. Sie stellt mich wie einen Verbrecher hin, wenn ich gehen will.
Schaue ich zwei Stunden später in die Kamera ist sie am Essen und schaut fern.
Wie viele Jahre soll das noch so gehen? Und was mache ich, wenn sie wirklich mal nicht mehr laufen kann. Jede, der Seniorenbetreuerinnen hat gesagt, dass eine 24-Stundenpflegekraft es nicht lange mit ihr aushält. Für mich nachvollziehbar. Zudem ist das Haus in einem renovierungsbedürftigen Zustand. Ich bekomme alleine nur das Nötigste gemacht, während mein Mann den Garten neben seiner Arbeit mit pflegt, so dass kein Dschungel entsteht.

Ich würde zudem gerne eine höhere Pflegestufe beantragen, aber das ist auch ein Problem. An einigen wenigen Tagen kocht sie, nimmt manchmal auch ihre Tabletten und zieht sich auch mal an. An den meisten Tagen ist all das nicht der Fall. Tabletten werden immer vergessen, anziehen ist viel zu mühsam, andere dürfen aber nicht helfen und kochen eher auch nicht. Die Herdplatte ist auch ein Problem hin und wieder.

Was ist denn, wenn ich sie alleine lasse und sie fällt in ihrer starken Emotion hin. Wie kann man Menschen nur solche Schuldgefühle überstülpen und selbst nicht den Hauch an das eigene Leben denken?

Das musste jetzt einfach mal wieder sein, aber ich fühle mich mal wieder in echter Not.

Liebe Grüße an alle





[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 15.05.2020 um 23:49.]

16.05.2020 | 09:11
Andydreas

Hallo,
ein kleiner Tipp zum Pflegegrad. In Zeiten des Corona kommt der MDK nicht mehr nach Hause, sondern führt nur noch telefonische Interviews durch. Eine Beantragung könnte also erfolgreich sein. Es ist ja auch fraglich wie Ihre Mutter am Tage einer Begutachtung so drauf wäre. Nach meiner Erfahrung verhält sich die Person am Tage einer Begutachtung anders als im Alltag, da sie ja Angst hat im Heim zu landen.
Ich würde also schnell handeln und umgehend beantragen bevor wieder anders verfahren wird. Welchen Pflegegrad haben Sie denn bisher ?

Viele Grüße

16.05.2020 | 12:06
Teuteburger

Hallo Andydreas,

ich danke für Ihre Antwort. Meine Schwiegermutter hat Pflegegrad zwei.

Ich weiß zwar, dass der MD in Coronazeiten nicht nach Hause kommt, aber ich habe mir gedacht, dass das jetzt, dank der Lockerungen, wieder geht. Ich habe bei der Pflegekasse schon mal angerufen. Da habe ich aber nicht gezielt nachgefragt, sondern andere Sachen besprochen.
Ich hab am Mittwoch einen Termin im Demenzzentrum und lasse mich noch einmal beraten. Ich komme im Grunde zurecht, so wie es jetzt ist, aber ich habe keine Kraft für die Psychoduelle, die es geben wird, sollte mehr Hilfe für sie nötig sein. Meine Schwiegermutter wird sich aus jeder Einrichtung selbst entlassen, soviel steht fest. Und Zuhause wird sie keine Hilfe zulassen oder es wird dauern, bis sie das dann macht. Da hilft auch alles vallidieren nichts und auch das größte Verständnis hilft nichts, denn es geht dann um ihr Versorgt sein und dass sie einen von uns haben will, was aber nicht machbar ist, sondern jeder kann nur teilweise für sie da sein und nicht Tag und Nacht.

Ich hoffe Sie haben Recht, was den MD angeht. Dann werde ich auf jeden Fall den Antrag stellen. Die Ärztin meiner Schwiegermutter hat mich auch dazu ermutigt und sie kennt sie schon viele Jahre.

Liebe Grüße an Sie und an alle die hier mitlesen



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 16.05.2020 um 12:07.]

16.05.2020 | 21:31
hanne63

Guten Abend,
insb. auch für Teuteburger,

ich finde nicht schlimm, wenn mein Name mal mit Hannah, also mit "h" am Ende geschrieben wird, das kommt öfters vor; die Schreibweise gefällt mir sogar :-)....und ist inzwischen ja sogar wieder modern geworden...

Demenzkranke sind nur noch auf sich selbst bezogen...sie können sich in andere nicht hineinfühlen...das scheint mir eine Art "Notfallprogramm", um selbst noch halbwegs über die Runden zu kommen...und habe ich bei beiden Eltern so erlebt.

Mein Mutter impfte mir schon zu gesunden Zeiten ständig ein schlechtes Gewissen ein, und mit der Demenz wurde das schlimmer. Inzwischen erkennt sie mich nicht mehr als ihre Tochter, sondern denkt, ich sei ihre Schwester. Das schützt mich vor weiteren Verletzungen..Sie ist sehr nett zu mir...ich kläre den Irrtum auch nicht mehr auf...und ich "höre" sie auch nicht nach ihrer Tochter aus...(wie mir das sogar in einer Beratungsstelle vorgeschlagen wurde....grrrr), weil mich das nur wieder neu verletzen würde.

Mein Vater wollte absolut nicht in ein Heim und fühlt sich jetzt aber dort sehr wohl...er sagte mir bei meinem letzten Besuch sogar, dass das jetzt sein neues Zuhause ist....und als ich in einem anderen Zusammenhang (also mit meiner eigenen OP, die bevorsteht) ihm erzählte, dass ich halt auch alt werde...da sagte er ganz spontan: dann müsse ich eben auch hier in dieses Heim ziehen, das sei gut....also ich war total perplex....er wurde immerhin mit richterlicher Genehmigung dort untergebracht.
Der rechtliche Betreuer meiner Eltern berichtete mir später, dass das ab und zu so vorkommt: weil ja auch der enorme Druck wegfällt, wie die Demenzerkrankten den Alltag bewältigen müssen...und dann feststellen..ach, im Heim ist es doch gar nicht soo schlecht...ich muß mich endlich um nichts mehr kümmern....
Genauso scheint das bei meinem Vater zu sein.

Also ich wollte Euch allen neuen Gedanken-In-Put geben...es kann sich immer auch zum Guten wenden...oder es ist nicht so schlimm...wie man anfangs denkt.....

Viele Grüße
hanne63


17.05.2020 | 12:44
Teuteburger

Hallo Hanne,

danke für Ihre Erfahrungen, die doch ein wenig Mut machen.

Dass Ihre Mutter Sie als Schwester ansieht, das würde auch mich nicht stören. Den Rat, den sie dazu erhalten haben, ist schon merkwürdig.

Die Wende bei Ihrem Vater, ist wirklich eine schöne Sache. Auf Solches hoffe ich ja auch. Aber wie ich schon schrieb, meine Schwiegermutter kann nur schwer die Defizite anderer ertragen. Aber wer weiß.

Ich drücke Ihnen die Daumen, für die bevorstehende OP.

Liebe Grüße an Sie und an alle, die hier mitlesen.



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 17.05.2020 um 12:45.]

17.05.2020 | 20:49
Teuteburger

Hallo Sonnenblümchen,

ich danke auch Ihnen für Ihre Antwort und für Ihre Beispiele, die mir weiterhelfen.

Ihre Mama ist noch ein wenig mehr dement als meine Schwiegermutter, glaube ich. Aber die Empathie ist trotzdem kaum mehr vorhanden bei beiden.

Ich glaube aber, dass Ihre Mama sie als Ihre Hilfe annimmt und akzeptiert und wahrscheinlich auch schätzt, auch wenn alles selbstverständlich für sie ist und sie es gedanklich nicht mehr einordnen kann.
Ihren Sturz bekommt sie nicht mehr eingeordnet, wie mir scheint. Auch meine Schwiegermutter kann die Krankheiten in meiner Familie nicht mehr nachvollziehen.

Zu Herzen nehme ich mir den Selbstschutz, den Sie angesprochen haben, denn ich merke, ich schaffe das sonst nicht. Leider fällt mir das nicht so leicht.

Liebe Grüße an Sie und an alle, die hier mitlesen

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 17.05.2020 um 20:51.]



Grafik FacebookGrafik TwitterRSS-Feed:Grafik RSS-SymbolAbonnieren: Grafik Facebook Grafik Twitter Grafik YoutubeDrucken:Grafik Drucker