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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Wie geht es Euch denn so ?
16.05.2020 | 09:11
Andydreas

Hallo,
ein kleiner Tipp zum Pflegegrad. In Zeiten des Corona kommt der MDK nicht mehr nach Hause, sondern führt nur noch telefonische Interviews durch. Eine Beantragung könnte also erfolgreich sein. Es ist ja auch fraglich wie Ihre Mutter am Tage einer Begutachtung so drauf wäre. Nach meiner Erfahrung verhält sich die Person am Tage einer Begutachtung anders als im Alltag, da sie ja Angst hat im Heim zu landen.
Ich würde also schnell handeln und umgehend beantragen bevor wieder anders verfahren wird. Welchen Pflegegrad haben Sie denn bisher ?

Viele Grüße

16.05.2020 | 12:06
Teuteburger

Hallo Andydreas,

ich danke für Ihre Antwort. Meine Schwiegermutter hat Pflegegrad zwei.

Ich weiß zwar, dass der MD in Coronazeiten nicht nach Hause kommt, aber ich habe mir gedacht, dass das jetzt, dank der Lockerungen, wieder geht. Ich habe bei der Pflegekasse schon mal angerufen. Da habe ich aber nicht gezielt nachgefragt, sondern andere Sachen besprochen.
Ich hab am Mittwoch einen Termin im Demenzzentrum und lasse mich noch einmal beraten. Ich komme im Grunde zurecht, so wie es jetzt ist, aber ich habe keine Kraft für die Psychoduelle, die es geben wird, sollte mehr Hilfe für sie nötig sein. Meine Schwiegermutter wird sich aus jeder Einrichtung selbst entlassen, soviel steht fest. Und Zuhause wird sie keine Hilfe zulassen oder es wird dauern, bis sie das dann macht. Da hilft auch alles vallidieren nichts und auch das größte Verständnis hilft nichts, denn es geht dann um ihr Versorgt sein und dass sie einen von uns haben will, was aber nicht machbar ist, sondern jeder kann nur teilweise für sie da sein und nicht Tag und Nacht.

Ich hoffe Sie haben Recht, was den MD angeht. Dann werde ich auf jeden Fall den Antrag stellen. Die Ärztin meiner Schwiegermutter hat mich auch dazu ermutigt und sie kennt sie schon viele Jahre.

Liebe Grüße an Sie und an alle die hier mitlesen



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 16.05.2020 um 12:07.]

16.05.2020 | 21:31
hanne63

Guten Abend,
insb. auch für Teuteburger,

ich finde nicht schlimm, wenn mein Name mal mit Hannah, also mit "h" am Ende geschrieben wird, das kommt öfters vor; die Schreibweise gefällt mir sogar :-)....und ist inzwischen ja sogar wieder modern geworden...

Demenzkranke sind nur noch auf sich selbst bezogen...sie können sich in andere nicht hineinfühlen...das scheint mir eine Art "Notfallprogramm", um selbst noch halbwegs über die Runden zu kommen...und habe ich bei beiden Eltern so erlebt.

Mein Mutter impfte mir schon zu gesunden Zeiten ständig ein schlechtes Gewissen ein, und mit der Demenz wurde das schlimmer. Inzwischen erkennt sie mich nicht mehr als ihre Tochter, sondern denkt, ich sei ihre Schwester. Das schützt mich vor weiteren Verletzungen..Sie ist sehr nett zu mir...ich kläre den Irrtum auch nicht mehr auf...und ich "höre" sie auch nicht nach ihrer Tochter aus...(wie mir das sogar in einer Beratungsstelle vorgeschlagen wurde....grrrr), weil mich das nur wieder neu verletzen würde.

Mein Vater wollte absolut nicht in ein Heim und fühlt sich jetzt aber dort sehr wohl...er sagte mir bei meinem letzten Besuch sogar, dass das jetzt sein neues Zuhause ist....und als ich in einem anderen Zusammenhang (also mit meiner eigenen OP, die bevorsteht) ihm erzählte, dass ich halt auch alt werde...da sagte er ganz spontan: dann müsse ich eben auch hier in dieses Heim ziehen, das sei gut....also ich war total perplex....er wurde immerhin mit richterlicher Genehmigung dort untergebracht.
Der rechtliche Betreuer meiner Eltern berichtete mir später, dass das ab und zu so vorkommt: weil ja auch der enorme Druck wegfällt, wie die Demenzerkrankten den Alltag bewältigen müssen...und dann feststellen..ach, im Heim ist es doch gar nicht soo schlecht...ich muß mich endlich um nichts mehr kümmern....
Genauso scheint das bei meinem Vater zu sein.

Also ich wollte Euch allen neuen Gedanken-In-Put geben...es kann sich immer auch zum Guten wenden...oder es ist nicht so schlimm...wie man anfangs denkt.....

Viele Grüße
hanne63


17.05.2020 | 12:44
Teuteburger

Hallo Hanne,

danke für Ihre Erfahrungen, die doch ein wenig Mut machen.

Dass Ihre Mutter Sie als Schwester ansieht, das würde auch mich nicht stören. Den Rat, den sie dazu erhalten haben, ist schon merkwürdig.

Die Wende bei Ihrem Vater, ist wirklich eine schöne Sache. Auf Solches hoffe ich ja auch. Aber wie ich schon schrieb, meine Schwiegermutter kann nur schwer die Defizite anderer ertragen. Aber wer weiß.

Ich drücke Ihnen die Daumen, für die bevorstehende OP.

Liebe Grüße an Sie und an alle, die hier mitlesen.



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 17.05.2020 um 12:45.]

17.05.2020 | 14:30
sonnenblümchen

Liebe Teuteburger,
ich komme jetzt erst zum Schreiben. Ich kann Ihre Erzählung vom 15.05.2020 so nachvollziehen.
1.) nicht mehr gehen ,stehen ,sitzen können: ...den Versuch hat meine Mama auch bei mir gestartet. Ich habe eine schlaflose Nacht aus diesem Grunde gehabt....und am nächsten Tag konnte sie es wieder. Auch ich fühle mich manchmal erpreßt.
2.) Gestern bin ich mit einem vollen Wassereimer die Treppe herunter gefallen (bei meiner Mama). Sie hat noch nicht mal nachgefragt, ob ich mir wehgetan habe. Heute auch nicht.
3.) Ich denke, dass Sie traurig sind über den Tod Ihres Papas und da liegen die Nerven berechtig blank. Wenn Ihre Schw.mama wieder Theater macht....schnell gehen...Selbstschutz ist angesagt.
LG

17.05.2020 | 20:49
Teuteburger

Hallo Sonnenblümchen,

ich danke auch Ihnen für Ihre Antwort und für Ihre Beispiele, die mir weiterhelfen.

Ihre Mama ist noch ein wenig mehr dement als meine Schwiegermutter, glaube ich. Aber die Empathie ist trotzdem kaum mehr vorhanden bei beiden.

Ich glaube aber, dass Ihre Mama sie als Ihre Hilfe annimmt und akzeptiert und wahrscheinlich auch schätzt, auch wenn alles selbstverständlich für sie ist und sie es gedanklich nicht mehr einordnen kann.
Ihren Sturz bekommt sie nicht mehr eingeordnet, wie mir scheint. Auch meine Schwiegermutter kann die Krankheiten in meiner Familie nicht mehr nachvollziehen.

Zu Herzen nehme ich mir den Selbstschutz, den Sie angesprochen haben, denn ich merke, ich schaffe das sonst nicht. Leider fällt mir das nicht so leicht.

Liebe Grüße an Sie und an alle, die hier mitlesen

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 17.05.2020 um 20:51.]

18.05.2020 | 12:01
martinhamborg

Hallo in die Runde, an den vielen so persönlichen Beiträgen nehme ich wie viele andere vor allem still anteil. Aber von Zeit zu Zeit möchte ich einige Gedanken hinzufügen.

Hallo Teuteburger,
Zunächt ganz allgemein zu den MDK-Begutachtungen: Die Gutachter sind gehalten, einen höheren Punktwert in einem Merkmal zu geben, wenn bei Schwankungen häufiger der erhöhte Hilfebedarf auftritt. Sie haben ja hier sehr ausführlich die Situation beschrieben, vielleicht können Sie einige Texte einfach dem MDK in der Anlage zur Verfügung stellen. Je konkreter der Bezug zu den einzelnen Aspekten in den "Modulen" ist, um so besser. Die verbindliche "Begutachtungsrichtlinie" finden Sie im Netz und viele Beispiele machen deutlich, worauf Gutachter achten (sollen).

Die langen schmerzhaften Abschiede helfen niemandem, glauben Sie Ihrer Beobachtung, dass sich Ihre Schwiegermutter schnell wieder in ihren Alltag reorientiert. Dabei ist Ihr schlechtes Gewissen sogar ein guter Ratgeber. In meiner Arbeit hat sich immer wieder folgender Zusammenhang bestätigt: Je stärker das schlechte Gewissen bei Mitarbeitern oder Angehörigen, um so häufiger besteht eine Depression neben der Demenz. In diesem Fall wird das, was eigentlich richtig ist, - validieren und auf die Gefühle eingehen - manchmal richtig falsch und der Trost erstickt im Teufelskreis der Depression, häufig sogar mit aggressiven und wütenden Impulsen (auf beiden Seiten). Auch die doppelten Botschaften: "eigentlich brauche ich ganz viel Hilfe, aber ich lehne sie vehement ab ... (und verstricke meine Liebsten im Gefühlschaos...)" sprechen für den Anteil der Depression.

Wenn es bei Ihrer Schwiegermutter so sein kann, hilft diese Erkenntnis, weil Sie sich anderes verhalten können: Wenn es Ihnen gelingt, durch das Verständnis kurz zu trösten und dann auf andere Themen abzulenken, verändert sich langfristig etwas. Manchmal gibt es einen Zugang mit der Botschaft: "Du hast es verdient, Hilfe anzunehmen." Denn oft ist hinter verbitterter Ablehnung der heimliche Wunsch, trotzdem etwas zu bekommen... Die Hauptwirkung ist, dass Sie mit einer anderen Haltung in den Kontakt gehen und damit wird der Selbstschutz fachlich richtig.

Medikamente, gleichmäßige Bewegung, antidepressives Licht haben natürlich auch eine gute Wirkung, aber ich vermute, dass Ihre Schwiegermutter das alles nicht zulassen wird.

Ein Aspekt ist allerding immer zu beachten: Schmerz macht auch reizbar, abwehrend und empfindlich. Menschen mit Demenz können ihn oft nicht verarbeiten und brauchen ganz einfach neben dem Trost auch medizinische Hilfe...

Sehr freue ich mich mit Ihnen Hanne, dass Ihr Vater gegen alle Erwartung das Heim angenommen hat.

Die Schilderungen über die Besuche waren sehr bewegend, wir machen oft die Erfahrung, dass sich die Ruhe und Abgeschlossenheit der Notgemeinschaft im Heim beruhigend auswirken kann. Bei einem funktionierenden Heim sind es die vertrauten Pflegekräfte, die sich mit einer besonders hohen Ernsthaftigkeit in die Beziehung einlassen. In der Öffentlichkeit wird dies nicht sichtbar, was es bedeutet, mit den Menschen zu arbeiten, für die der Virus zum Todesurteil werden kann...
Deshalb, wenn Sie merken, dass ein Besuch nicht so hilfreich ist, ist es besser mit schwerem Herzen darauf zu verzichten.
Allen viel Kraft, Ihr Martin Hamborg

18.05.2020 | 17:53
Teuteburger

Hallo Herr Hamborg,

ich danke, für Ihre ausführliche Antwort. Wenn ich den MDK verständige, dann werde ich wieder einen Bericht schreiben. Das habe ich beim letzten Mal auch getan. Einige Texte hier rauszukopieren, das ist eine gute Idee.

Und danke, für Ihre Einschätzung, in Bezug auf die Verabschiedung von meiner Schwiegermutter. Mit der Depression haben Sie sicher recht. Aber die Depression ist nicht immer da. Es gibt auch den Humor und viel sprechen über sich selbst, ohne andere mit einzubinden. Aber wenn die Depression da ist, dann wird es für mich schwierig, wegen der Ablehnungen, die ohnehin fast immer da sind und wegen der alles überwältigenden Traurigkeit, die sie dann hat. Normalerweise kann ich mit ihren Emotionen gut umgehen, aber in solchen Phasen, da erwartet sie von mir auch eine Antwort/Reaktion und wenn die nicht so ist, wie sie sich diese vorstellt, dann ist Polen offen. Bestätigen hilft dann nicht, trösten nicht, ablenken bisher auch nicht. Im Grunde hilft da bisher nichts. Ich denke mittlerweile auch, dass konsequentes Gehen, so wie Sie und Sonnenblümchen es vorschlagen, doch der bessere Weg ist . . . Aber ich werde zusätzlich noch die „Hilfe verdient“-Technik anwenden, aber ich befürchte, dass sie dann sagt: Mir hat nie jemand geholfen, immer musste ich für andere da sein. Also braucht es auch jetzt keiner zu tun. Und Fremde will ich hier nicht haben. Trotzdem werde ich es versuchen.

Und sicher haben Sie auch recht, was die Schmerzen angeht. Das verstärkt alles, vor allem, wenn man ohnehin schon so eingeschränkt ist. Schon zweimal habe ich mit ihrer Ärztin eine Schmerztherapie beginnen wollen, aber jedesmal ist es ihr dann besser gegangen. Auch die Schmerzen sind sehr schwankend. Manuelle Therapie verträgt sie inzwischen gar nicht mehr. Trotzdem werde ich in Sachen Schmerztherapie weiter am Ball bleiben. Ein leichtes angstlösendes Beruhigungsmittel für abends hat sie bereits verschrieben bekommen. Aber sie verweigert jede fremde Tablette, auch Vitamine und Mineralstoffe. Und wenn sie hier zugänglicher ist, dann vielleicht einmal am Tag, aber nicht dann, wenn man die Tabletten geben soll. Schwierig.

@Sonnenblümchen,

Sie haben das sehr humorvoll geschrieben. Danke. Für mich auch absolut hoffähig, wie gesagt. Das klingt in jedem Falle anstrengend und auch nicht rückenschonend, weil der Lifter nicht mehr geht. Hat so etwas von ganz normalem Demenzwahnsinn.

Ich ergänze noch, dass ich das nicht alles als Kleinigkeit ansehe. Manches kann schon mal belastender sein. Ich sage mir immer, dass wenn ich meine Auszeiten haben kann, dass ich es schaffen kann.

Mit der Trauerarbeit komme ich zurecht, weil ich schon seit einem Jahr die zwei Seiten vor mir gesehen habe. Das, mein Vater vielleicht noch einmal gesund wird, das habe ich immer gehofft, aber ich habe auch die andere Seite mir bewusst gemacht und mich viel damit auseinander gesetzt. Er ist auch leicht und ohne Schmerzen gestorben, auch wenn es ihm an diesem Tage stundenweise schlecht ging, aber vor dem Tode, dann doch so weit gut, dass er sogar noch einen Scherz mit meiner Mama gemacht hat, um dann zu schlafen. Das ist für mich ein Trost.


Liebe Grüße an Sie und an alle, die hier mitlesen



[Dieser Beitrag wurde 4mal bearbeitet, zuletzt am 18.05.2020 um 21:38.]

22.05.2020 | 10:30
Lulu

Hallo zusammen,

mein Mann hat letzte Woche mit seiner Mutter über skype telefonieren können, da das Heim Tablets angeschafft hat. Die Ergotherapeutin hat "assistiert". Leider war eine verständigung wegen ihrer Schwerhörigkeit und der kognitiven Defizite nicht möglich. Mein Mann hatte das Gefühl, dass sie gar nichts verstanden hat. Sie selber äußerte dann auch den Wunsch, das Ganze zu beenden.
Nun sollte an diesem Wochenende ein Zelt im Garten aufgebaut werden, um Besuche zu ermöglichen. Doch gestern die Katastrophe: Es ist ein Corona-Fall im Heim aufgetreten und das auch noch auf der Etage meiner Schwiemu. Das gesamte Pflegepersonal ist in Quarantäne, Besuche sind verboten, die Pflege wird durch eine Zeitarbeitsfirma sichergestellt. Das muss für die alte Dame der Horror sein! Wir wissen nicht, was wir außer unseren regelmäßigen Briefen mit Selfies noch machen sollen... Sie tut mir so leid.

24.05.2020 | 14:39
Teuteburger

Hallo Lulu,

ich will mich hier mal äußern, weil auch mich die Sache mit dem Coronavirus langsam in die Enge treibt, zwar noch nicht bei meiner Schwiegermutter, aber doch bei anderen Heimbewohnern, die ich persönlich kenne.

Für mich ist das eine zweischneidige Sache und genauso verhält man sich in entsprechenden Heimen und auch auf Seiten derjenigen, die pflegebedürftige Angehörige im Heim haben.

Die zweischneidige Sache besteht für mich darinnen, dass ein Heim auf gar keinen Fall ein Risiko eingehen will, weil sie sonst ihrer Fürsorgepflicht für den Bewohner nicht nachkommen, wenn dann doch etwas passiert und das kann, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, immer mal vorkommen, vor allem bei Demenzkranken. Irgendwo fehlt mir hier inzwischen jedes Maß, was die psychische Belastung der alten Menschen angeht. Leben erhalten um jeden Preis, steht hier gegen die Psyche des Menschen und das leider ungewollt. Und auf der anderen Seite stehen die Verwandten, die den alten Menschen gerne öfters besuchen wollen.

Ich frage mich, bei allem richtig machen wollen, warum es nicht möglich ist, sich wie in einem Kaufhaus zu verhalten, was den Schutz angeht und das man gleichzeitig eine Besuchsliste macht, so dass nie mehrere Personen auf einmal kommen.

Alles andere halte ich persönlich für eine Alles- oder Nichtslösung, die die Verwandten und die alten Menschen und die Pflegenden, dermaßen unter Druck setzt, so dass kein vernünftiger Umgang mehr möglich ist. Es wird nicht möglich sein Corona ganz auszuschließen, zu verlangsamen ja. Und das man dann auch handelt, das ist auch richtig, aber von vornherein solche Alles- oder Nichtsregeln aufzustellen, das halte ich für kontraproduktiv.

Ich kenne einen alten Herrn, über 93 Jahre alt, der einen Oberschenkelhalsbruch hatte, der ganz alleine im Krankenhaus und in der Reha hat sein müssen. Gut, dieser kann noch Whats-App betätigen. Aber das ist doch die absolute Ausnahme in dem Alter. Dieser Mann versteht, auch ohne Demenz, die Welt nicht mehr und er leidet stark unter dieser Belastung.

Leider zeigt man in solchen Zeiten kaum Verständnis für alle Seiten der Medaille, sondern jeder will es "nur" richtig machen und wenn mal etwas schief geht, dann ist der Pranger nicht mehr weit. Alles verständlich, aber wo bleibt das "gegenseitige" Verständnis für die Bedürfnisse des anderen, was ja nicht heißen muss, dass man wieder alles so machen kann wie vorher. Das wird natürlich nicht gehen.

Liebe Grüße an alle

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 24.05.2020 um 14:45.]



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