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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Wie geht es Euch denn so ?
02.06.2020 | 23:01
hanne63

Hallo an Alle,
und insb. an Sonnenblümchen und an Herrn Hamborg,
danke Herr Hamborg für die Infos bzgl. Sachlage Pflegeheime, Gesundheitsämter, Corona....die Meldungen und neuen Richtlinien überschlagen sich ja derzeit und ändern sich manchmal von Tag zu Tag...ich habe vor, erst in ein paar Wochen meine Eltern wieder im Heim zu besuchen, weil mein Vater dann auch Geburtstag hat....und weil ich merkte, mit den ganzen Corona-Beschränkungen sind Besuche für alle beteiligten Seiten nicht sehr toll...

Außerdem lebe ich ganz nahe an den derzeitigen Hotspots der Neuinfektionen..und zwar gehen die aus von Pflegeheimen/Krankenhäusern...etc...Region Coburg/Sonneberg....
es wird offenbar immer von außen eingeschleppt das doofe Virus...und trifft dann die Schwächsten der Schwächsten....

Da möchte ich bei meinen Eltern nicht auch unbewußt und unerkannt ein solches Risiko sein...und für die anderen Heimbewohner letztlich auch...das Heim ist ca 80 km entfernt von mir.

@an Sonnenblümchen:
wegen meinem Auge war ich heute zur 1. Nachkontrolle...sieht gut aus...aber histologischer Befund ist noch nicht da...es verheilt aber gut...ich darf halt nicht in die Sonne...die Naht reibt im Auge...aber die blauen Flecken verschwinden schon wieder..also ich sehe schon wieder alltagstauglich aus ;-)...und mir geht es schon allein deshalb besser, weil es in Angriff genommen werden konnte...am Freitag kommen die Fäden raus..und ist auch das histol. Ergebnis da.

@ Wissenssucherin....
ich kann mir das sehr gut vorstellen auf so einem Bauernhof...meine Eltern wollten, dass ich ein bessers Leben haben sollte als sie...und so habe ich eine akademische Ausbildung...mit der ich nie richtig froh wurde...jetzt im eigenen Alter...widme ich mich meinem Garten und der Tierwelt..das erfüllt mich...und Alzheimer und sonstige Schreckgestalten...können mich mal :-)

Liebe Grüße an Alle
hanne63



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 03.06.2020 um 00:32.]

04.06.2020 | 13:14
Teuteburger

Hallo Sonnenblümchen,

ich antworte etwas spät. Danke für deine aufbauenden Worte und für die Nachfrage. Ich musste über den Club schmunzeln und es hat mir ein Stück weit geholfen, standhaft zu bleiben.

Ich persönlich kann mit Panikattacken einerseits gut umgehen, weil ich mir die Hintergründe immer gut bewusst machen kann. Aber in einem solchen Fall, wo ich gar keinen echten Anpack habe, da die andere Person ja mitarbeiten müsste, da . . . Ich fühle mich dann doch hilflos und auf einem Pulverfass sitzend. Ich möchte das einfach nicht erleben müssen. wenn der Ernstfall eintritt, durch einen Unfall oder einen sehr schlechten Allgemeinzustand: Krankenhaus - selbst entlassen wollen- Kurzzeitpflege selbst entlassen wollen - Schreien - Heulen - Anrufen ect. Das habe ich alles schon erlebt.
Letztendlich ist es so, dass sie dann Zuhause sitzt und nichts mehr tun kann, ohne andere. Und ich werde dann auch nicht mehr zu ihr kommen können und dürfen, also nicht mehr als jetzt, weil ich sonst alles andere in meinem Leben nicht mehr packe, geschweige denn meine Psyche und Gesundheit. Verstehen kann ich sie, aber sie hat ja keine Unmenschen um sich herum. Sie versteht sich inzwischen mit den beiden Seniorenbetreuerinnen sehr gut. Also würde da auch etwas mehr gehen, wenn sie denn wollen würde.

Ich habe meine Probleme mit dem Vagen und Ungewissen und ihrer Wehrhaftigkeit.

Aber letztendlich habe ich innerlich beschlossen, standhaft zu bleiben, sie zu unterstützen so wie ich kann, dass es ihr gut geht und dass sie im Ernstfall weitere gute Hilfe von außerhalb annehmen muss und ich mich nicht erpressen lasse. Dann muss ich es halt aushalten, dass sie Gott und die Welt und vielleicht auch mich verfluchen wird. Wollen tue ich das aber nicht. Wer will das schon.

Danke für die Nachfrage nach meinem Tag vorgestern. Er war durchwachsen. Schlechter Zustand, wackelig auf den Beinen als ich ankam. Ich habe an den Notarztwagen gedacht. Ich habe dann für sie gekocht. War alles nicht richtig. Sie hat geschimpft, vieles verweigert, im Raum hat es wie Kotze gerochen. Ich habe dann den Boden gewischt und gehofft es ist dass, was sie verschüttet hat ect. Es war dann besser. Sie hat dann aber beim Kartenspiel nochmal die Kurve bekommen. Eine Frau vom Pflegedienst hat es auch geschafft ihr den Blutdruck zu messen und Tabletten zu geben. Bei mir klappt das manchmal, aber in letzter Zeit wird sie hier immer sturer.
Ich habe es kurz vor Toreschluss geschafft, sie abzulenken, indem ich auf andere Personen in meiner Familie hingewiesen habe, denen es auch schlecht geht.
Und dann bin ich nach längerem Zuhören entschlossen aufgestanden und habe gefragt, ob sie mich noch zur Haustüre bringt. Das hat sie dann auch gemacht und sie war erstaunlich vernünftig. Darauf bilde ich mir aber nichts ein. Aber es hat mir gut getan, nachdem ich es mir am Morgen bereits schlecht gegangen ist.

Ich lese bei dir, dass du auch nicht mehr kannst. Und ich verstehe deine Bedenken, was die Heime angeht. Auch hier ist mir so Einiges viel zu vage und unausgegoren in den Heimen. Aber ich sehe da leider auch meist nur eine Wahl zwischen nicht gerade harmonischen Umständen (Heim) und man wählt irgendwann das kleinere Übel, zu dem, was jetzt ist. Unter Umständen kann sogar, nach einer gewissen Zeit, eine Verbesserung eintreten, was ich schon öfters gelesen habe. Darauf hoffe ich auch. Ich glaube einfach, dass man ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr alles auffangen kann und an alles richtig machen, will ich gar nicht erst denken, unter diesen Voraussetzungen. So gut wie möglich sage mich mir . . . mit dem ein oder anderen Durchhänger

Liebe Grüße an dich an alle, die hier mitlesen



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 04.06.2020 um 13:23.]

06.06.2020 | 12:24
Teuteburger

Hallo Sonnenblümchen,

der Vergleich mit Corona trifft es gut.

Sei gedrückt

08.06.2020 | 08:47
martinhamborg

Hallo an den "Club", einen Gedanken von Ihnen Teutoburger möchte ich gern aufgreifen: Dass die überaus belastende Situation an die Grenzen der Belastbarkeit führt und es immer wieder "Durchhänger" gibt, liegt leider in der Natur der Sache. Am Zermürbendsten ist vielleicht die Handlungsunfähigkeit, es nicht und niemandem Recht machen können und dass alle Arbeit und Zuwendung so negativ betrachtet, schlecht gemacht oder abgewehrt wird ...

Zum Glück gelingt es Ihnen immer wieder das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen und ganz selbstverständlich konsequent-fürsorglich-alternativlos zu handeln.
Aber es ist kein Wunder, wenn Panikattacken kommen und ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie sich immer wieder schnell reorientieren können, denn der Plan "B" - das Heim ist immer möglich. Aber - wenn Sie genau so professionell mit den extremen Situationen umgehen, wie es auch die Mitarbeitenden in guten Heimen immer wieder üben müssen - können Sie hoffentlich immer wieder mit Wissen die Panik besiegen: Ein Erfolgsrezept versierter Pflegekräfte ist: Nichts persönlich nehmen, denn er oder sie ist krank und "Nase zu und durch" - d.h. fast automatisch ohne Nachzudenken durch die schwierigsten Herausforderungen gehen.
Das ist natürlich einfacher für Profis, die nicht so persönlich betroffen sind.
Ihnen allen weiterhin viel Kraft, Ihr Martin Hamborg

08.06.2020 | 16:57
hanne63

Hallo Sonnenblümchen,
ich muß leider immer noch auf das Ergebnis der histologischen Untersuchung warten, vermutlich bis Ende dieser Woche.....Feiertage und Corona werden als Begründung gegeben für die zeitl. Verzögerung..ich soll mich deshalb nicht beunruhigen.....es ist zum .......grrrrrr...

so einen Nachbarn hatte ich übrigens auch, der mir ständig ein schlechtes Gewissen machte, warum ich nicht öfter oder länger bei den Eltern wäre...sie wären ja so allein......ich habe damals geantwortet: weil es für mich nicht anders geht.....jetzt würde ich noch viel schroffer antworten. Ich glaube nämlich: die meinen es nicht wirklich gut!

liebe Grüße

08.06.2020 | 18:54
Barbara66

Hallo Sonnenbluemchen,
ich lese täglich die geschriebenen Beiträge.
Ich weiß, daß mir niemand helfen kann und ich mich aufgrund der Lewykörper Demenz und den ständigen Wahnvorstellungen meiner Mutter in einer ausweglosen Situation befinde.
Der Wahn löst in mir Angst, Wut,Scham,Hilflosigkeit uvm.aus.
Der Umgang damit ist unglaublich schwer bis fast unmöglich.
Ich ertrage einfach den geistigen Verfall meiner Mutter nicht.
Hinzu kommen Differenzen mit meinem 300 km entfernt wohnenden Bruder,der mich UND meine Ausraster nicht versteht.
Aber wer so weit weg ist,der hat gut reden.
Der erlebt den täglichen Wahnsinn ja nicht.
Jeden Tag der gleiche Wahnsinn:Todesspritze oder die Jäger kommen zum Erschiessen.
Am Sa ruft sie mich um 12.10 Uhr mittags an und fragt,ob wir nicht noch kommen könnten.
Ich sage ihr an diesem Tag zum 3.mal ,daß mein Mann Nachtschicht hatte und bis mindestens 14 Uhr schläft.
Darauf sie:ach ja,stimmt ja,aber um 13 Uhr kommen die Jäger.
Wie stellt sie sich das denn vor?
Sollen wir beim Erschiessen zuschauen?
Also manchmal ist das der reinste Psychoterror.
Ich denke oft an Dich und weiß ganz sicher, daß ich so etwas,was Du mit Deiner Mutter durchmachst, (besonders die Inkontinenz )nicht schaffen und wollen würde.
Kennst Du auch dieses Schamgefühl, wenn sie wieder völlig Unsinniges und wirres Zeug redet?
Ich schaffe es nicht,mir immer wieder zu sagen,daß hier die Krankheit aus ihr spricht.
Es zieht mir jedesmal den Boden unter den Füßen weg und im Moment bin ich wieder an einem Punkt,an dem ich überlege :beende ich mein Leben oder muss ich das bis zum bitteren Ende aushalten-nur wie?????
LG
Barbara

08.06.2020 | 19:12
Teuteburger

Hallo Herr Hamborg,

danke für Ihre Antwort, die mir Mut zum Durchhalten geben soll.
Ich schaffe es meistens gut aus den Ängsten wieder rauszukommen, wenn ich weiß, ich kann abends wieder heimfahren.
Es gibt aber Tage, da ist auch alles andere viel und dann denke ich, ich schaffe es heute gerade mal so. Ich werde mir trotzdem jemanden suchen, der im Ernstfall bei ihr nachts übernachten kann und der am nächsten Tag wieder heimgehen kann, so dass man dann weiter schauen kann. Das wäre eine Art Bereitschaftsdienst, wenn absehbar ist, dass sie nicht mehr gut laufen kann. Ich möchte nicht bei ihr schlafen müssen. Sie wird das ausnützen und glauben, das ginge dann immer so. Und meine Nächte sind ohnehin oftmals kurz und ich muss mich auch mal etwas erholen. Das könnte ich bei ihr nie. So unpersönlich kann ich leider noch nicht sein. Sie kann krank auf Knopfdruck werden.

@Hanne, so lange warten, ist nicht schön. Halte dich an der guten Prognose fest. Ich drücke die Daumen

@Sonnenblümchen, ich erlebe das leider auch immer wieder, dass bei bestimmten Menschen eine echte Demenz noch relativ unbekannt ist. Es werden sich kaum Gedanken darüber gemacht, wie das Zusammenleben mit einer demenzkranken Person überhaupt funktioniert. Man hat oftmals so romantische Vorstellungen, die der Realität leider nicht standhalten können.

@Barbara,
ich habe deinen Beitrag noch gelesen, da habe ich meinen schon weggeschickt.
Ich verstehe dich gut und ich denke, wir sitzen alle im gleichen Boot, auf der einen Seite, auf der anderen Seite kann manches noch schlimmer sein, als bei einem selbst.
Das mehrmalige Anrufen würde mich auch fertig machen, wenn ernst gemeinte Fragen immer wieder gestellt werden. Ich denke mir, ja, sie will, dass du und dein Mann bei der erdachten Hinrichtung dabei sein sollen.
Das scheint bei ihr wohl die Hauptwahnvorstellung zu sein. Wie würde sie denn reagieren, wenn du nach einmaliger Erklärung nicht mehr ans Telefon gehst? Kann man ihre Nummer nicht direkt auf den Anrufbeantworter schicken?

Ich sage mir immer, ich schaffe es dann irgendwie, nicht immer gleich gut und mit Durchhängern, wenn ich nicht mit ihr zusammen wohnen muss.

Heute habe ich auch ein Telefongespräch gehabt, das nicht gut gelaufen ist. Aber es ist bei ihr wechselhaft. Das ist bei dir nicht mehr der Fall, bei dieser Demenzform.

Ich hoffe, du schaffst es trotzdem, dir selbst eine Ablenkung zu schenken, die dich da rausholen kann. Einen inneren Abstand zu finden und zu halten, kann man bei schweren Demenzformen, so glaube ich, nur dann, wenn man eine gewisse Zeit für sich selbst da sein kann oder man mit jemandem reden kann der einen wirklich versteht.

Sei gedrückt von mir

Liebe Grüße an alle, die hier mitlesen





[Dieser Beitrag wurde 3mal bearbeitet, zuletzt am 08.06.2020 um 19:37.]

08.06.2020 | 20:33
Barbara66

Hallo Teuteburger,
Danke für Deine Worte.
Ich lese Deine Beiträge ganz besonders intensiv,weil Du großartig und einfuehlsam schreiben kannst (bin echt neidisch☺).
Für meine Mutter ist das ja keine Hinrichtung, sondern die Erlösung von allem Unerträglichen, was Sie durch den Wahn erlebt.
Sie kündigt den "Termin "ganz ruhig und ohne Angst an.
Das Problem,Menschen zu finden,die einen verstehen,besteht darin,daß nur Personen,die selbst Angehöriger eines Demenzkranken sind oder waren,wissen,wovon man spricht.
Alle anderen denken:Demenz bedeutet nur ein bisschen Vergessen und mehr nicht.
Ich denke oft an junge Leute mit einer paranoiden Schizophrenie.
Was müssen diese Menschen und vor allem deren Angehörige aushalten.
Da geht es mir doch noch recht gut.
Wahrscheinlich habe ich tief in mir die beschissene Krankheit ,die Geißel des Alters, immer noch nicht akzeptiert und habe Angst vor dem baldigen Ende meiner Mutter.
Ich musste 54 Jahre werden und sie an Demenz erkranken,um von ihr zu hören :Ich habe Dich lieb!!!!
Das habe ich nie von ihr gehört und es hat mir immer in meinem bisherigen Leben gefehlt.
Sie war keine schlechte Mutter -sie hat mich immer unterstützt und mir geholfen (kochen,waschen ,finanziell beim Hauskauf usw.).
Das ist auch alles schön und angenehm gewesen-aber gefehlt haben mir eben diese 4 Worte oder mal ein Kompliment.
Jetzt wo die Zeit bald abläuft, kommt vieles in mir hoch,was ich ihr manchmal gerne aufs Brot schmieren möchte -aber sie würde es gar nicht mehr verstehen.
Vielleicht kann ich auch deshalb manchmal nicht so liebevoll mit ihr umgehen,wie alle es von mir erwarten.
Ich drücke Dich auch und wünsche Dir weiterhin viel Kraft.
Barbara

09.06.2020 | 06:40
Andydreas

Hallo Sonnenblümchen,
danke für Dein Interesse.
Ja. der Hausarzt war da. Er hat eine routinemäßige Untersuchung vorgenommen, d.h. Blutdruck gemessen, abgehorcht und Blut abgenommen. Alles in Eile. Beim Verlassen der Wohnung hat er nur noch gesagt, dass es nicht mehr lange dauern würde und er in einem Vierteljahr wieder reinschaut. Hatte ich aber nicht anders erwartet.
Heute bekomme ich Besuch von einer Dame eines Pflegedienstes. Ich warte seit Tagen auf einen Anruf einer Dame, die mir als Alltagsbetreuerin vermittelt wurde.
Kann ja noch klappen.
Bei meiner Mutter ist jetzt wohl endgültig die Sterbephase gegonnen. Sie isz völlig geschwächt und abgemagert. Am vergangenen WE hatte ich einige Male den Eindruck, dass sie bereits gestorben sei. Am Samstag habe ich den Rettungsdienst gerufen, aber die waren hilflos. Ich habe dann denn beiden Herren gezeigt wie man sie wieder ins Bett legen kann. Da haben sie wenigstens was gelernt.
Bisher bin ich immer noch den ganzen Tag alleine mit ihr. Meine Freunde betreuen mich fernmündlich und trauen sich seit Monaten nicht her, Corona ist da eine gute Ausrede.
Drück mir mal die Daumen, dass meine angeleierten Unterstützungen hinhauen, so daß ich die letzten Tage oder Stunden ein wenig Unterstützung bekomme.
Alles Gute.

09.06.2020 | 10:44
Teuteburger

Hallo Andydreas,

schön von dir zu hören. Vielleicht hat der Arzt recht mit der Sterbephase, vielleicht auch nicht. Ich drücke fest die Daumen, dass du in Zukunft Unterstützung bekommst. Kannst du dir nicht die Telefonnummer der Dame geben lassen, die zu deiner Mutter kommen soll?

@ Barbara,
danke für die netten Worte, was meine Schreiberei angeht. Ich musste auch hier schmunzeln, denn diese Schreiberei kann für den ein oder anderen auch unverständlich sein. Habe ich auch schon gehört. Aber es freut mich, dass du damit im positiven Sinne etwas anfangen kannst.
Interessant finde ich, dass deine Mutter ruhig und ohne Angst ist, wenn sie von ihrer Hinrichtung spricht.
Was du über die drei/vier Worte schreibst, das ist bei einigen Menschen nicht so leicht, denke ich. Deine Mutter scheint wohl eher in Taten, als in Worten das gezeigt zu haben, was sie fühlt. Aber genauso kann es sein, dass man hier eine Unsicherheit als Kind/Erwachsene hat, was sicher seine Gründe hat. Später im Alter ist es schade, wenn man es nie geschafft hat, darüber zu sprechen, was einem hier gefehlt hat und warum.
Und gerade mit dem Beginn der Demenz hat sie es dann doch gesagt. Eigentlich schön.
Eltern machen nicht alles richtig, das weiß ich inzwischen auch, wie alle anderen hier. Als Kind glaubt man aber immer, sie würden alles richtig machen. Manches kann deshalb auch sehr belastend sein. Ich glaube zudem, dass jede Generation etwas dazu lernt, wenn nicht gerade Kriege ect. alles wieder auf die Grundbedürfnisse zurück reduzieren. Die Psyche ist bei vielen in der Nachkriegsgeneration auf der Strecke geblieben. Und bei allem guten Willen, glaube ich auch nicht, dass ich alles richtig machen kann, bei dieser Demenzgeschichte.

Liebe Grüße an Dich und alle anderen aus dem Club. Ich bin immer froh, wenn ich von Euch etwas lese. Mir hilft das in mancherlei Hinsicht weiter







[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 09.06.2020 um 10:47.]



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