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Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte"

Bild: Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte" Im Laufe einer Demenz ändern sich Kommunikationsfähigkeit und Verhaltensweisen. Das ist für alle Beteiligten oft belastend. Der Wegweiser Demenz hat zwei Experten auf diesem Gebiet als Moderatoren für das Internetforum gewonnen: Jochen Gust hat als Altenpfleger Menschen mit Demenz betreut. Heute schult er unter anderem Klinikpersonal im Umgang mit Demenzkranken, berät Angehörige und schreibt Bücher. Dr. Svenja Sachweh bietet Kommunikationstrainings für Pflegepersonen an und ist Autorin diverser Lehr- und Ratgeberbücher zur Verständigung mit Demenzkranken.

Autor Mache ich mich strafbar ?
20.05.2020 | 13:39
Andydreas

einige Antworten zu den Beiträgen.
Die Nahrungsaufnahme hat sich zwischenzeitlich etwas verbessert. Sie isst ihr Frühstück, das aus einer Banane, einem gekochtem Ei und einem Milchbrötchen mit Marmelade besteht wenn ich etwas drängele. Kaffee trinkt sie kaum. Nur etwas Limonade und Wasser für die Tabletten. Tagsüber versorge ich sie mit möglichst "saftigen" Kleinigkeiten wie Erdbeern, Apfelmus, Gewürzgurken, Weintrauben o.ä.
Vor dem Schlafengehen koche ich eine Mahlzeit für sie. Die Einnahme der Abendmahlzeit gestaltet sich schwierig. Ich kann sie aber füttern und dann isst sie auch etwas.
Unterm Strich ist das eigentlich zu wenig. Da sie das Bett und die Wohnung nicht mehr verlässt gehe ich davon aus, das sie vielleicht auch garnicht mehr braucht.
Den Hauptpunkt haben sie sehr richtig angesprochen. Das ich das alles alleine durchleben muss. Natürlich verdanke ich das zum großen Teil der Sturheit meiner Mutter. Ich kann sie da von einer gewissen Mitschuld nicht freisprechen. Wir wohnen jetzt seit 15 Jahren zusammen. Sie hätte also als es ihr besser ging andere Entscheidungen treffen können oder sogar müssen. Das entlastet mein Gewissen ein Stück weit.
Jetzt ist es zu spät noch umzudenken. Sie ist kaum noch zu einer Kommunikation fähig. In einer Pflegeeinrichtung käme sie nicht mehr zurecht, so dass ich den Entschluss gefasst habe nicht mehr aktiv zu werden.
Ich werde mich nochmals mit dem Hausarzt in Verbindung setzen und um einen Hausbesuch zum Zwecke der Einschätzung des Gesundheitszustandes meiner Mutter bitten.
Meine Pflegezeit endet am 30.9. Bis dahin werde ich versuchen einen Pflegedienst zu installieren. Mit Pflegestufe 5 stehen da ja beträchtliche Mittel zur Verfügung. Ich kann dann Teilzeit arbeiten und der Pflegedienst könnte dann ev. 2 x am Vormittag Besuche vornehmen.
Außerdem kann ich ja ev. eine Haushaltshilfe und/oder Seniorenbetreuerin finden.
Wichtig ist es aus meiner Sicht, dass ich alle Möglichkeiten ausgenutzt habe.
Irgendwann wird diese unerträgliche Zeit mal vorbei sein und ich hoffe dann guten Gewissens mein weiteres Leben planen zu können. In 3 Jahren werde ich Rentner und dann muss ich mal an mich denken können bevor mich Demenz oder andere Erkrankungen immer mehr einschränken. Das könnte ja dann noch mal eine spannende Zeit für mich werden.

21.05.2020 | 10:29
hanne63

Hallo Andydreas,
wenn Sie den Hausarzt jetzt nocheinmal um Hilfe bitten, sollten Sie das "nachweisbar" tun..
....evtl kann ein guter Freund ein späterer Zeuge sein?...evtl sogar der jetzige gute Freund? Sprechen Sie ihn doch einfach darauf an....
...ich habe in der zugespitzten Phase, kurz bevor ich die rechtliche Betreuung durch einen Berufsbetreuer beantragt habe, allen möglichen und unmöglichen Leute, Ämter, Institutionen auf Hilfe angesprochen, teilweise auch oder nur im Hinblick darauf, dass mir später niemand an den Karren fahren kann....denn Druck auf mich gab es von vielen Seiten .....(diese Seiten haben aber konkrete Hilfe nicht geleistet!).
Anfangs hatte ich natürlich Hemmungen, meine eigene Hilflosigkeit nach außen kundzutun.....aber ich tat es dann....unter dem Gesichtspunkt: umso mehr Menschen ich es erzähle....umso leichter wird sich später ein Zeuge finden, der im Fall des Falles zu meinen Gunsten aussagen wird......(nicht jeder Zeuge wird später auch etwas bezeugen......oder richtig bezeugen...)

Es ist furchtbar, dass man als Angehöriger auch insoweit an seinen eigenen Schutz denken muß, aber es wäre klug ;-).

Das schlechte Gewissen steht immer und ständig sprungbereit.....ich halte es inzwischen ganz gut in seinem Verlies...und da kann es wirklich auch guten Gewissens bleiben......wir tun doch alle, was uns möglich ist und zaubern können auch wir nicht, wenn schon die Ärzte und Wissenschaftler auch kein Heilmittel finden können.

Viele Grüße
hanne63



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