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Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen"

Bild: Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen" Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um ihre medizinische Versorgung, Betreuung und Pflege zu finanzieren. Manchen steht auch ergänzende Sozialhilfe zu. Die Sozialarbeiterinnen Renate Gascho und Birgit Spengemann verfügen gemeinsam über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Beratung älterer und demenzkranker Menschen. Sie wissen, was Betroffenen zusteht und beraten im Internetforum kompetent zu leistungsrechtlichen Fragen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Auskünfte allgemein gehalten sind. Auskünfte zu landesspezifischen Sonderleistungen wie z. B. Pflegewohngelder sowie das Errechnen von Leistungen im Einzelfall können bei der Beantwortung der Anfragen nicht berücksichtigt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Behörde.

Autor Erhöhung der Pflegeversicherungsleistungen
02.01.2012 | 07:48
renategascho

Liebe Leserinnen und Leser,
zum 01.01.12 haben sich diverse Pflegeversicherungsleistungen erhöht:

1. Häusliche Pflege durch ambulante Pflegedienste, § 36 SGB XI, Pflegesachleistungen.
Pflegestufe I 450,00 €
Pflegestufe II 1100,00 €
Pflegestufe III 1550,00 €

2. Pflegegeld – häusliche Pflege durch nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen, § 37 SGB XI
Pflegestufe I 235,00 €
Pflegestufe II 440,00 €
Pflegestufe III 700,00 €

3. Pflegesachleistungen und Pflegegeld können weiterhin miteinander kombiniert werden -
§ 38 SGB XI, Kombinationsleistungen.

4. Verhinderungspflege, sofern bei häuslicher Pflege die Laienpflege ausfällt - § 39 SGB XI, Verhinderung der Pflegeperson

Kostenübernahme für eine Ersatzpflegekraft, z.B. eines Pflegedienstes. Die Leistung wird neben anderen Sachleistungen gewährt. Für Stunden, Tage, Wochen bis zu vier Wochen pro Kalenderjahr.
Leistungsbetrag: 1550,00 €. (Eine Vorpflegezeit von 6 Monaten sollte erfüllt sein)

5. Pflegehilfsmittel und Wohnungsanpassung zur Unterstützung der häuslichen Pflege,
§ 40 SGB XI

Zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel, monatlich max. 31,00 €.
Zuschuss für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes (z.B. technische Hilfen oder Badumbau) max. 2557,00 € je Maßnahme.

6. Tagespflege/Nachtpflege, teilstationäre Pflege als Ergänzung zur häuslichen Pflege,
§ 41 SGB XI
Pflegestufe I 450,00 €
Pflegestufe II 1100,00 €
Pflegestufe III 1550,00 €

Seit dem 1. Juli 2008 können zusätzlich zu dem vollen Pflegegeld oder Sachleistungen des Pflegedienstes 50% der Tages- oder Nachtpflegeleistungen beansprucht werden. Diese 50% dürfen allerdings nur für die Tages-/Nachtpflege verwendet werden – ansonsten verfallen sie. Die Kombination von Sachleistung und Pflegegeld mit der Tagespflege ist möglich, hierbei kann die Tagespflege, zu Lasten der anderen Leistungen, bis zum vollen Leistungsanspruch ausgeschöpft werden. Der höchstmögliche Gesamtanspruch aus der Kombination beträgt das 1,5 fache des Sachleistungsanspruches.

7. Kurzzeitpflege, vorübergehende stationäre Pflege zur Ergänzung der häuslichen Pflege,
§ 42 SGB XI

Kostenübernahme für bis zu vier Wochen pro Kalenderjahr in Höhe von 1550,00 € .

8. Vollstationäre Pflege, Pflege in Pflegeheimen oder in speziellen Einrichtungen für Behinderte,
§ 43 SGB XI
Pflegestufe I 1023,00 €
Pflegestufe II 1279,00 €
Pflegestufe III 1550,00 €
Härtefall 1918,00 €

9. Zusätzliche Betreuungsleistungen, ergänzende Leistungen für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz
ambulant (§ 45 b SGB XI) bis zu 100,00 € monatlich (Grundbetrag)
bis zu 200,00 € monatlich (erhöhter Betrag)
stationär (§ 87 b SGB XI) in vollstationären Dauer- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen kann zusätzliches Betreuungspersonal für Heimbewohner mit erheblichem
allgemeinen Betreuungsbedarf eingesetzt werden. Vorgesehen ist eine
Betreuungskraft für ca. 25 demenziell erkrankte Bewohner; die Kosten
werden von den Pflegekassen getragen.

10. Leistungen für Pflegende
a) Soziale Sicherung der Laienpflegeperson, ergänzende Leistungen für ehrenamtlich Pflegende (Beiträge zur Rentenversicherung, § 44 SGB XI)

b) Beratung, Schulung, Anleitung
Pflegende Angehörige oder sonstige Laienpfleger werden gemeinsam mit den Pflegebedürftigen in der Häuslichkeit, ggf. im Krankenhaus, beraten und unterstützt oder die Pflegepersonen werden in Kursen geschult (§ 45 SGB XI).

Über die Änderungen bezüglich des Pflegezeitgesetzes erscheint ein gesonderter Beitrag.

Mit freundlichen Grüßen
Renate Gascho



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