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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Reißleine gezogen
12.06.2020 | 07:55
Andydreas

Hallo zusammen,
gestern war es soweit. Nachdem meine Mutter 3 Tage in Folgen in embrionaler Lage in ihrem Bett lag, ständig leise wimmerte und weder trank noch ass habe ich den Rettungswagen gerufen und die haben sie dann ins Krankenhaus gebracht.
Ein erster Anruf der Notärztin bestätigte dann meine Befürchtungen. Sie wird in den nächsten Tagen sterben. In ihrer Patientenverfügung steht, dass keine lebensverlängernden Maßnahmen erfolgen sollen. Man wird sie daher auch nicht in die Intensivstation verlegen. Ich habe besprochen, dass sie sollte sie sich wider erwarten erholen nicht wieder nach Hause, sondern in eine entsprechende Einrichtung verbracht wird.
Wer meine Beiträge hier im Forum gelesen hat wei´wie schwer mir das gefallen ist.
Aber weder der von mir angesprochene Pfeedienst noch der Betreuungsverein für Alltagsbetreuung hat zurückgerufen. Ich habe tagelang gewartet.
Aber das hätte wahrscheinlich sowieso nicht funktioniert.
Ich hoffe, dass ich sie noch mal besuchen und Abschied nehmen kann.
Ich bedanke mich bei allen Unterstützern.

12.06.2020 | 09:44
hanne63

Hallo Andydreas,

Sie haben das in Ihrer Situation das einzig Mögliche und damit Richtige getan, sowohl für Ihre Mutter als auch für sich selbst.

Ihre Mutter erhält jetzt wenigstens eine medikamentöse Betreueung während ihrer Sterbephase und muß keine Schmerzen erleiden.

Alle Institutionen und Medizinischen Fachkräfte, die Sie zuletzt so im Stich gelassen haben, haben sich einen außerordentlichen Negativ-Orden verdient.

Viel Kraft für die kommende Zeit

12.06.2020 | 09:55
Lulu

Hallo Andydreas,

ich bin entsetzt, wie allein man Sie und auch Ihre Mutter in dieser Situation gelassen hat. Corona ist dafür keine Entschuldigung! Ich hoffe für Sie, dass Sie sie noch einmal besuchen und Abschied nehmen können. Das ist für beide Seiten wichtig und da sollten Sie drauf bestehen. Ihnen alles Gute und viel Kraft

12.06.2020 | 11:27
Teuteburger

Hallo Andydreas,

ich fühle mit dir. Ich weiß auch, wie schwer dir die letzten Monate gefallen sind. Du hast immer das Beste für deine Mutter gewollt und hast alles versucht den Weg mit ihr zu gehen, aber du bist mehr und mehr auch an die eigenen Grenzen gestoßen.

Du hast jetzt das einzig Richtige getan. Ich würde in einem kommenden Arztgespräch auch nach einer palliativen Versorgung fragen. Das funktioniert in den meisten Krankenhäusern gut. Und sollte es Schwierigkeiten geben, was ich nicht denke, dann würde ich ein Hospiz hinzuziehen. Eine palliative Versorgung erleichtert den Sterbeprozess, vor allem bei Atemschwierigkeiten.

Was deine zukünftigen Pflegehilfen angeht, dass ist nicht schön. Ich weiß aber auch, dass man oftmals selbst zurückrufen muss, weil hier einfach Einiges nicht stimmig ist, viel Bürokratie, viel deligieren, Überlastungen usw. Das ist nicht unbedingt eine Entschuldigung, gerade weil du schon eine Zusage bekommen hast. Ich rufe mich in solchen Fällen immer wieder ins Gedächtnis. *smile*

Aber das, was jetzt ist, ist ohnehin der bessere Weg.

Für die nächsten Tage oder Wochen wünsche ich dir viel Kraft und etwas mehr Ruhe und Zeit für dich selbst.

Sei herzlich gedrückt

und liebe Grüße an alle, die hier mitlesen



[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 12.06.2020 um 11:30.]

12.06.2020 | 12:57
sonnenblümchen

Lieber Andydreas,
ich kann mich nur Hanne, Lulu und Teuteburger anschließen.
Heute und auch in den nächsten Tagen sind meine Gedanken bei Deiner Mama und Dir.
Wenn Deine Mama im KH ist kannst du,wenn es Dir überhaupt möglich ist, doch vielleicht etwas schlafen. ...um dann mit etwas mehr Kraft wieder ins KH zu gehen. Laß Dich nicht ,,abwimmeln", wenn du im Sterbeprozess dabei sein willst, kann Dir dies keiner (auch unter Corona) verbieten !
Sei auf Distanz ganz herzlich gedrückt !!!

12.06.2020 | 13:01
Rosina

Hallo,Andydreas,du hast das alles schon viel zu lange aushalten müssen,jetzt hat es sich so ergeben,du hast das Richtige getan, ich denke oft an dich und wie du soviel Geduld aufbringt,manches kann man aber nicht ändern und vielleicht ist es auch gut so,Meine Mama liegt auch im Krankenhaus ,Bekommt jetzt Morphium,Macht im Krankenhaus jetzt alle verrückt,der Arzt hat mir heute ein stressfreies Wochenende gewünscht.Ich glaube,ich weiß warum.Ja,das sind anstrengende Zeiten,aber es wird so hart es klingt,ein Ende geben.Bleib stark,du schaffst es.Es grüßt dich Rosina

12.06.2020 | 13:27
Andydreas

Danke an alle fürs mitfühlen. Gerade erhielt ich einen Anruf vom Sozialdienst des KH. Man hat einen Platz für meine Mutter in einem Pflegeheim. Plötzlich ist alles ganz einfach.
Nach Auskunft einer Stationsschwester geht es ihr nach den Infusionen besser, so dass gegenwärtig keine unmittebare Lebensgefahr besteht. Ich darf sie heute nachmittag besuchen. Aber ich habe klargestellt, dass es ein zurück nicht mehr geben wird.
Ich habe ein gutes Gewissen alles mir mögliche getan zu haben.
Es bricht eine neue Zeit an.

12.06.2020 | 17:28
hanne63

Hallo,
ja, das ist offenbar häufig so, dass es dann auf einmal "ganz einfach" geht, sobald ein Sozialdienst vom KH eingeschalten ist....da fragt man sich als Angehöriger, weshalb man vorher gegen Windmühlen gelaufen ist und endlos auf Wartelisten etc gesetzt wurde.....
und ein weiterer Gedanke:...erst wenn ein Angehöriger definitiv sagt, er kann nicht mehr, es geht nicht mehr.....dann bewegt sich was......

Der frühere Hausarzt meiner Eltern war ja auch ziemlich "träge" und nicht kooperativ.....und hat meine Eltern noch eine Zeit lang im Heim "betreut"......jetzt endlich ist ein neuer Hausarzt gefunden, der auch die Medikamente neu überprüft hat.

Vielleicht wäre die Heimunterbringung auch der geeignete Zeitpunkt für Ihre Mutter, einen neuen Hausarzt zu finden, suchen,.....

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 12.06.2020 um 17:30.]

13.06.2020 | 03:40
Andydreas

Hallo Hanne,
ja, ich habe mich auch gewundert, dass das so schnell ging.
Offensichtlich werden wohl doch Plätze für Notfälle vorgehalten, was ich ja auch richtig finde.
Hoffentlich nimmt sie die anstehende Veränderung auch an. Aber da werde ich nicht mehr diskutieren. Ich habe am Montag Termin im Heim. Ich werde nix davon sagen, dass sie gerne wegläuft.
Ich ghe davon aus, dass das Heim mit einem Arzt zusammen arbeitet. Da werde ich sowieso wechseln. Ich glaube nicht, dass mein bisheriger Arzt 2o km fährt.
Wird eine spannende Woche für mich.

13.06.2020 | 09:45
hanne63

Hallo Andydreas,
in dem Heim meiner Eltern müssen sich die Bewohner jeder selbst einen Hausarzt suchen. Es gibt aber auch Heime, die selbst einen oder mehreren Hausärzte für mehrere Bewohner dann haben. Ich würde das mit dem Heim im Vorfeld abklären, nicht dass dann später erneuter Zeitdruck kommt....

Wegen der Gefahr des Weglaufens....es gibt ja sogenannte beschützte Stationen, also geschlossene Stationen für Demenzkranke...allerdings ist dafür ein richterlicher Genehmigungsbeschluss nötig, wenn dort jemand ohne seinen Willen untergebracht werden soll....und das kann dauern bis so ein Beschluss vorliegt....der Beschluss ist auch dann nötig, wenn ein rechtlicher Betreuer vorhanden ist und auch wenn eine Vorsorgevollmocht vorliegt......

Wenn Ihre Mutter aber gar nicht mehr laufen kann....ist die Gefahr ja nicht mehr gegeben.
Falls doch....könnte das Heim dann evtl eine Aufnahme oder Weiterbehalten wieder ablehnen, wenn es keine solche Station dort gibt.....allerdings bestünde auch die Möglichkeit, dann vorn dort aus Ihre Mutter erst einmal wieder in eine Geropsychiatrie zu verlegen(dafür braucht es einen Arzt, der das veranlaßt).....dort mit Medikamenten einzustellen und von dort aus entweder dann zurück...oder in ein Heim mit geschlossener Station...
Also insoweit weiß ich jetzt nicht, was besser ist...das vorab mit dem Heim zu besprechen oder lieber nicht....
Evtl wäre aber hilfreich, das mit dem Sozialdienst des Krankenhauses evtl nochmals anszusprechen, damit Sie gewappnet sind für alle möglichen Entwicklungen......

Liebe Grüße

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 13.06.2020 um 09:46.]



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