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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Neu hier und verzweifelt
13.06.2020 | 23:13
Sandra71

Hallo an alle,

mein Name ist Sandra und ich bin heute auf der Suche nach Hilfe im Netz auf dieses Forum gestossen.
Nachdem ich hier ein wenig gelesen habe, will ich doch auch ein paar Zeilen da lassen.
Ich versuche es kurz, obwohl meine letzten drei Wochen alleine schon einen Roman füllen.
Zur Situation, ich bin seit 2016 als Pflegeperson für meinen Vater (78) eingetragen. Mehr oder weniger alleine um ihn kümmern tue ich mich seit dem Tod meiner Mutter 2012.
Die ersten vier Jahre habe ich noch sehr versucht ihn anzutreiben, zu verhindern, dass er Dinge einfach nicht mehr tut.
Mein Vater ist aber leider sehr stur. Ich hatte von Anfang an keine Chance. Ihm wurde die Treppe zu anstrengend, also ist er einfach in seiner Wohnung geblieben, er wohnt aber leider im 5. Stock ohne Fahrstuhl. Wir wohnen im EG im selben Haus.
Ich muss noch einen Schritt zurück gehen, er hatte 2003 einen Schlaganfall, war danach aber wieder recht fit, dank meiner Mama, die ihn angetrieben hat.
Aber nach ihrem Tod, hat er wie gesagt immer mehr gelassen, was anstrengend wurde und so hat sich die gehandicapte rechte Seite natürlich immer mehr bemerkbar gemacht.
2016 konnte ich ihn überreden, da es immer schlimmer wurde in ein KH mit vermeintlicher Geriatrie zu gehen. Das einzige, was dabei rum gekommen ist, war aber Pflegestufe 2 (jetzt Grad 3), danach ein Aufenthalt in Kurzzeitpflege, dort hat er es aber ganz gut bin bekommen mit einem Rollator umzugehen. Das ging danach zuhause eine Weile gut, wurde dann aber auch anstrengend und so hat man sich einen Elektrorolli gekauft.
Ich war so sauer, er wollte einfach nicht hören, dass das nicht gut ist und er sich dann irgendwann gar nicht mehr bewegen kann, wenn er nur noch da drin sitzt. Und genau so kam es.
Umparken vom Bett in den Rolli, Badbenutzung und Sessel ging aber immer noch,
Für mich war da der Punkt, dass ich nicht mehr gegen seinen Sturrkopf ankämpfe und ihn sein Ding machen lasse. Habe also eingekauft, gekocht, (aber auch das war irgendwann nicht mehr so angesagt), alles erledigt, was so anfiel.
Vor zwei Jahren dann wieder ein Tiefpunkt, Wasser in der Lunge wegen Herzschwäche. Es gab einen Herzschrittmacher, danach eine völlig missglückte Reha, wo er alles verweigert hat und quasi raus geschmissen wurde.
Es ging dann aber bis zur Beginn der Coronazeit ganz gut weiter.
Während der Wochen wurde ihm wohl seine Einsamkeit da oben bewusst, denn es kam nur noch ich und niemand mehr von den sonst auch schon nicht so zahlreichen Leuten. (Viele sind schon tot, oder er hat sie nach dem Tod meiner Mutter vor den Kopf gestossen.)
Im Nachhinein fallen mir jetzt das gesteigerte Kommunikationsbedürfnis auf. Da musste auf Deubel komm raus irgendwas erzählt werden.
Sonntag vor drei Wochen war es dann schlagartig total anders. Samstags hatten wir noch recht normal miteinander gesprochen und dann ging es auf einmal ab.
Ich sollte Medikamente gegen zu häufiges Müssen besorgen, das war meine ich vorher auch schon Thema, aber nicht so vehement und ich hatte schon öfter gebeten doch den Hausarzt zu rufen, da mir auch andere körperliche Sachen auffielen.
Das Thema aufs Klo müssen war an dem Sonntag total massiv. Er rief zig mal an, zitierte mich hoch, rief spät abends bei allen Nachbarn an, weil ich ihm nichts glauben würde.
Ein paar Tage später beschloss er, dass er wieder in seine alte Heimatstadt ziehen würde. (Er kann ja hier kaum alleine leben, wie dann dort ohne irgendwen rundum.)
Wir hatten montags schon das erste Mal den Hausarzt kontaktiert, dass er bitte mal kommen solle.
Da er mir überhaupt nicht zuhörte und aggressiv wurde, habe ich ihm einen Brief geschrieben, mit allem was mir so aufgefallen ist.
Fand er erst gut, aber ab Freitag war ich dann die böse Tochter. Er hatte aber immerhin auch den Hausarzt um einen Besuch gebeten.
Das Wochenende verlief dann mit Anrufen, die immer früher wurden. Nicht nur bei uns. Da musste abwechselnd sofort ein Spendenkonto für arme Kinder in der Welt eingerichtet werden oder der Bundesstaatsanwalt angerufen werden, um die Welt vor Trump zu retten.
Besuch vom Doc dann Dienstags, der wieder Wasser in der Lunge feststellte.
Einweisung ins KH für Mittwoch, wollte morgens nicht mit, Doc rief dann mittags die Feuerwehr da klappte es.
Abends war er nach vergeblichen Überredungskünsten der Ärzte und mir wieder da. Wasser aber wenigstens raus.
Donnerstags habe ich dann einen Pflegedienst organisiert, da klar war, dass er mir schon Monate mit der Medikamenteneinnahme was vorgemacht hat. Die kamen sogar schon ab Freitag.
Da er mittlerweile auch kaum noch isst und trinkt, wird er immer klappriger und so hatten wir Freitag, Samstag, Sonntag abwechselnd Malteser Hausnotruf oder 112 hier, weil er gestürzt ist. Sonntag noch mal mit Mitnahme ins Kh, aber keine 1,5 Stunden später war er wieder hier.
Ich war ständig vor, zwischen und nach dem Pflegedienst oben, habe gewaschen, Kotspuren beseitigt und und und.
Dienstag dachte ich, sein letztes Stündlein wäre gekommen, so schlapp war er. Komme dann Mittwoch um halb acht nach oben, da hat er schon die ganze Wohnung auf links gedreht. Er würde heute noch ausziehen.
Stapel überall, das ging den ganzen Tag so weiter.
Montag hatte ich schon den Antrag auf Betreuung beim Amtsgericht abgegeben, habe dann den ganten Tag versucht irgendwo Hilfe zu finden. Gericht, Pflegebüro, Ordnungsamt, Feuerwehr. Alles vergeblich. Ich wollte ja nur, dass er endlich ordentlich untersucht wird und wir wissen, was im Kopf los ist.
Mittlerweile hatte er bei seinen Packarbeiten (woher nur diese Energie) den Notrufknopf verbummelt, Rolli war fast leer gefahren und ich durfte ihn nicht aufladen.
So kam es dann, dass er wieder stürzte, um Hilfe rufen musste und ein Herr, der gerade das Treppenhaus putzte die Polizei rief.
Die kamen mit Leiter- und Rettungswagen, auf dem Rettungswagen ein Sani, der schon das dritte Mal kam und echt fassungslos war. Er konnte mich aber dann gut unterstützen und den Polizisten mit die Lage erklären.
Es gelang dann tatsächlich ihn zu überreden mit ins KH zu fahren.
Das ging bis heute gut. Ich weiß schon grob, dass neurologisch wirklich etwas nicht in Ordnung ist und die Lage der Lunge wieder dramatisch ist.
Gestern war ich kurz bei ihm, habe aber glaube ich nur erreicht, dass er dachte ich rette ihn aus dem KH.
So kam dann heute Nachmittag der Anruf, dass er randaliert hätte, alles verweigere und sie ihn nach Hause entlassen.
Ich war und bin so fassungslos. Natürlich ist das Recht auf eigene Meinung ungemein wichtig, aber wenn doch sichtlich in Frage gestellt ist, dass die eigene Meinung da gerade gut ist???
Bisher ist er allerdings nicht hier angekommen. Sie riefen noch mal an, dass er abgeholt werden will, was aber nicht geht, da er ja hoch getragen werden muss und gar nicht in unser Auto käme. Das sagten wir auch. Seitdem nichts. Und ich gestehe, dass ich heute nicht mehr anrufen werde, wo er denn bleibt.
Das geht auf jeden Fall nicht so weiter. Wie oft soll ich noch 112 anrufen? Ich kann aber auch keine 24 Stunden oben bleiben, Ich habe einen Job und eine Familie, die auch schon sehr leidet.
Aber Pflegedienst dreimal am Tag und ich so oft wie möglich nach oben, reicht hinten und vorne nicht.
Und dann sagt einem jeder er muss in ein Heim, ja klar, aber wie anstellen?
Ich weiß überhaupt nicht weiter und habe keine Ahnung, wo ich noch um Hilfe bitten kann.
Das Amtsgericht riet zur Einleitung des Psych-KG, aber kann es das sein? Und reicht sein Verhalten schon dafür?
Ich könnte so viele Sachen erzählen, die in den letzten Wochen vorgefallen sind. Aber ich hoffe es ist schon ein bisschen deutlich, dass es so nicht normal ist und nicht mehr geht.

Danke fürs Lesen.
Sandra

14.06.2020 | 10:59
klauspawletko

Hallo Sandra,
Da haben Sie sicher recht mit Ihrer Einschätzung, dass es so nicht weiter gehen kann.
Sie haben bislang alles menschenmögliche versucht, Ihrem Vater das Verbleiben in der angestammten Wohnung zu ermöglichen.
Nach allem, was Sie berichten, würde ich auch zu einem Aufenthalt in einer gerontopsychiatrischen Klinik raten, wo untersucht werden kann, welche Art der Störung bei Ihrem Vater vorliegt und was u. U. medikamentös dagegen gemacht werden kann.
Zudem verschafft Ihnen das etwas Zeit zu überlegen, ob der Vater denn wieder zurück in die Wohnung soll.
Ich würde davon eher abraten, wenn die ganze Last der Versorgung auf Ihren Schultern liegt.
Das wird sicher mit schlechtem Gewissen verbunden sein, aber auf lange Sicht kann es das Verhältnis zu Ihrem Vater entspannen. Die Bindung an die Wohnung scheint bei Ihrem Vater ja auch nicht mehr sehr ausgeprägt zu sein.

ICH wünsche Ihnen viel Kraft für die kommende Zeit.
Beste Grüße von Klaus Pawletko

14.06.2020 | 11:13
Sandra71

Guten Morgen,
vielen Dank schon mal für die nette Antwort. Es tut gut, wenn einem auch mal jemand Außenstehendes sagt, dass man bisher alles irgendwie nicht so falsch gemacht hat.
Er ist gestern nicht mehr zurück bekommen und wir haben beschlossen, auch in Rücksprache mit uns nahe stehenden Menschen, dass wir uns ruhig verhalten, um heute den Tag irgendwie vielleicht rum zu bekommen, damit ich morgen den sozialen Dienst des Krankenhauses kontaktieren kann. Vielleicht gibt es da die endlich Hilfe.
Die Frage ist, wie bekomme ich ihn in eine Gerontolopsychatrische Klinik?
Da bleibt ja die Problematik, wenn er nirgends hin will. Bleibt dann wirklich nur dieses Psych-KG?
Ich hoffe, dass sie ihn heute vielleicht doch noch in der Klinik behalten und wir morgen mit dem sozialen Dienst etwas klären können.
Meine Entscheidung, dass er nicht mehr in der Wohnung bleiben kann, ist eigentlich schon gefallen. Die Tortur der letzten Wochen schaffe ich nicht noch mal. Ich bin eigentlich ein sehr ausgeglichener Mensch und halte viel aus, aber gestern habe ich nach dem Anruf aus dem Krankenhaus den ersten hysterischen Anfall meines Lebens gehabt. Rum geschrien, geheult und hätte ich etwas zum zerkloppen in die Finger bekommen, hätte ich das getan.
Sehr furchtbar für meine Teenie-Tochter das mitzubekommen. Das tat mir hinterher so leid.
Wenn wir es irgendwie schaffe, dass mein Vater in ein Pflegeheim geht, dann darf das auch gerne in seiner Heimatstadt sein, wenn das sein großer Wunsch ist. Vermutlich wird es ihm dann eh egal sein, ob ich noch oft zu Besuch komme.

Sandra

14.06.2020 | 17:12
klauspawletko

Hallo Sandra,
Ihr Vater ist krank. Und wenn es die einzige Möglichkeit ist, ihm zu helfen, dann dürfen es im Notfall auch Zwangsmassnahmen sein.
Und es wird ihm ganz bestimmt nicht egal sein, ob Sie ihn weiterhin besuchen. Eine Angehörige in råumlicher Nähe ist gerade bei der Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung von enormer Wichtigkeit!
Alles Gute von
Klaus Pawletko

15.06.2020 | 09:06
blumenkind

Puh, Sandra, wenn ich solche Geschichten lese, stelle ich fest, dass andere noch ganz andere Dinge aushalten als ich selbst! Und trotzdem diese Zweifel, ob man jemanden zu einer Heimunterbringung zwingen kann. Als Außenstehende erscheint mir das nach Ihren Schilderungen ganz klar! Man ist auch für sich selbst und sein eigenes Wohlbefinden verantwortlich, sonst geht man kaputt und kann dann auch nicht mehr für andere da sein. Wenn man selbst so tief drinsteckt wie Sie, geht dieser Aspekt wahrscheinlich leicht unter. Wahrscheinlich hat man uns als Töchter unserer Generation so erzogen. Alles Gute und viel Kraft!

15.06.2020 | 09:26
Sandra71

Liebes Blumenkind,
Zweifel daran, dass es notwendig ist, habe ich keine mehr. Aber der Weg wird noch ein ganz langer scheint mir und ob ich den überstehe, weiß ich nicht.
Gerade habe ich mit dem sozialen Dienst im KH gesprochen, aber so richtig weiter bin ich damit auch nicht gekommen.
Der Grundtenor ist immer, so lange er sich äußert ...
Aber wenigstens habe ich mal gesagt bekommen, dass ich alles mache, was ich kann und mich nicht 24 Stunden oben hin setzen muss, um aufzupassen.
Pflegedienst dreimal am Tag, für Essen und Trinken sorgen, mal gucken.
Die Dame spricht jetzt mit den Ärzten wie die Lage ist und meldet sich dann wieder bei mir.
Parallel kontaktiere ich den sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt.
Es kann aber sein, dass er wirklich erst wieder nach Hause muss, bevor der eingreift und wir noch zig mal den Notruf wählen müssen.
Was für ein schlechter Film. Ohne Worte.

15.06.2020 | 10:10
hanne63

Hallo Sandra71 und hallo Blumenkind,

bei meinen Eltern waren auch jeweils mehrere Krisensituationen notwendig....bevor eine Einweisung gegen den Willen mit richterli. Genehmigung möglich war....zuvor hieß es immer: es reicht noch nicht aus...erst wenn mehrmals......

Ja da sind wir in einem ziemlich schlechten Film, in den wir nicht wollten und für den wir auch keinen Eintritt gezahlt haben.....

Gedanke von Blumenkind, ob wir Töchter unserer Generation (ich bin 1954 geboren), so zur Selbstaufgabe erzogen wurden, beschäftigt mich.....wenn das so wäre, dann hat man uns nicht sehr geliebt....aber es scheint was dran zu sein, vielleicht eine Spätfolge des 2. Weltkrieges....

liebe Grüße und haltet durch und denkt an Euch selbst.

15.06.2020 | 10:22
Sandra71

Hallo Hanne,

ich bin Jahrgang 71. Bin ich zur Selbstaufgabe erzogen worden, hm, ich denke eigentlich nicht. Ich würde eher sagen Verantwortungsbewusstsein und Hilfsbereitschaft.
Das hat meine Mama auf jeden Fall vorgelebt.
Nein, mich selbst aufgeben werde ich nicht, daher versuche ich ja gerade mich da raus zu ziehen.
Ich bin ja auch nicht alleine und gerade meine Tochter (16) leidet schon total mit, aber auch mein Mann.
Es ist ja schon eh nicht viel mit Urlaub dieses Jahr und nun steht schon im Raum, dass ich die beiden die eine popelige Woche alleine fahren lassen muss, wenn ich bis dahin keine Lösung habe.
Was passiert eigentlich, wenn man sich weigert weiter als Pflegeperson zur Verfügung zu stehen, mal als ganz krasser Gedanke?
Liebe Grüße

15.06.2020 | 11:15
hanne63

Hallo Sandra71,

der Gedanke ist nicht krass....

wenn man das als Angehöriger ganz felsenfest sagt und darlegt, dass man selbst nicht mehr kann......(einige im Forum, inkl. ich selbst haben das getan)....dann müßte man evtl aber die evtl. vorhanden Vollmachten teils oder vollkommen zurückgeben, bzw. das dem Betreuungsgericht gegenüber erklären.....evtl wäre insoweit eine Beratung vorab erst einmal sinnvoll....

dann bewegt sich auf einmal was...langsam aber es bewegt sich....allerdings wird dann vermutlich auch eine Betreuung durch einen Berufsbetreuer beschlossen....der dann alles etwas leichter regeln kann, weil er auch über ein Netzwerk verfügt und schneller einen Heimplatz bekommt als jeder auf sich allein gestellte Angehöriger......

ich habe mir oft die Frage gestellt: was würde passieren, wenn es mich gar nicht gäbe, oder versterben würde....wer würde sich dann um meine Eltern kümmern......und da ich die einzige Angehörige bin......wären dann ja die Behörden in der Uhr....und so habe ich dann gehandelt später.

15.06.2020 | 11:41
Grunella

Mir fällt auf, dass Du sehr an Vernunft und Einsicht und Kooperation appellierst, aber das ist bei Demenzkranken Quatsch und bringt nicht viel. Was bei meiner Mutter gut funktioniert hat: "Ja, Du hast vollkommen recht, klar ziehst Du um, aber dann machen wir das richtig. Du machst es Dir hier gemütlich und überlegst Dir schonmal die Packlisten, ich komme morgen mit Umzugskartons, die fehlen noch. Jetzt ist es zu spät zum losfahren, das machen wir morgens gleich früh, dann komme ich mit dem leeren Auto" Dann war sie immer befriedigt, dass etwas passieren wird und man auf ihrer Seite ist und sie vor allen Dingen nicht hilflos ausgeliefert ist. Am nächsten Tag das ganze noch einmal usw usf. Immer wenn etwas Sinnloses erledigt werden soll, Notizblock zücken "Gut, dass Du es sagst, ich schreib das schonmal auf, damit wir es nicht vergessen. Ich mach mich gleich mal schlau dazu, dann können wir das morgen erledigen."
Du wirst Dich auch darauf einstellen müssen, dass man sich auf Dinge nicht wird einigen können. Ich habe meine Mutter am Ende in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht, weil sie sich mit ihrer Weglauferei sehr gefährdet hat. Damit habe ich mich wochenlang gequält, aber ich sehe, dass es die einzige Möglichkeit war. Ich würde alles notwendige (Aufenthaltsbestimmungsrecht z.B.) jetzt schonmal beim Amtsgericht anmelden, damit man sich im Notfall nicht damit noch lange herumschlagen muss.



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