Navigation und Service

Direkt zu:

Hauptmenü

Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Demenz WG in anderem Bundesland rechtliche Betreuung
24.06.2020 | 07:08
soez

Am 12.04.2020 wurde unser Vater mit eine Hirnblutung ins Krankenhaus gebracht. Da begann die Leidensgeschichte.
Er hat eine rechtseitge Schwäche (weder eigentständig stehen noch gehen ist möglich). Er wurde im Eilverfahren in Pflegestufe 3 eingestuft.
Er ist zudem dementiell vorerkrankt.
Derzeit ist er in der Gerontopsychiatrischen Einrichtung.
Dort verweigerter zeitweilig essen, trinken und auch mal Medikamente. Unsere Mutter ist über 70 Jahre und kann die Versorgung im häuslichen Umfeld nicht alleine bewältigen (Kochen, Wäsche,Putzen ist dabei nachrangig bzw ist nicht das Ziel). Unser Vater möchte immer nach Hause. Das zerbricht uns natürlich das Herz.
Die Klinik hat uns extrem unter Druck gesetzt. Wir hatten die Auswahl zwischen einer 80 KM weit (anderes Bundesland Rheinland-Pfalz) weg gelegenen Demenz-WG inkl Intensivpflegebereich für Intensivpflegepatienten die wirklich einen schönen Eindruck macht.
Oder er bleibt weiter in der Psychiatrie und man beantragt die Zwangsmedikation. Oder er wird nach hause entlassen. Das nach hause entlassen wäre ein Wunsch aber ob wir dem gewachsen sind, konbten wir nicht beurteilen, da die Klinik hier auch keinerlei Aussagen trifft und wir zur Corona Zeit jaum Möglichkeiten hatten ihn zu sehen.
Wir haben uns für einen Versuch in der Demenz-WG entschieden. Meine Mutter kann auchvin der Eingewöhnungphase dort bleiben z. B.
Dort muss ich Auweis, Versichertenkarte abgeben.Meine Angst, ich bin und bleibe doch seine rechtliche Betreuuerin und Gericht bleibt auch das Amtsgericht im Wohnort auch wenn ich in NRW und er 2. Wohnsitz in Rheinland-Pfalz bekommt, dass muss ich wohl anmelden hat mir die Einrichtung gesagt. Wohnung mit meiner Mutter bleibt erhalten.
Ich möchte das Recht haben ihn dort auch jeder Zeit rausholen zu können.Habe Angst etwas falsch zu machen.

24.06.2020 | 09:12
klauspawletko

Hallo Soez,
Ihre Fragen sind nicht leicht zu beantworten.
Zur Beruhigung kann ich Ihnen sagen, dass Sie natürlich die Betreuerin Ihres Vaters bleiben.
Auch die Zuständigkeit des Sozialamts (wenn Ihr Vater Hilfe zur Pflege erhält) bleibt beim jetzigen Wohnort.
Können Sie mit der WG ein Probewohnen vereinbaren? Vielleicht verweigert Ihr Vater ja auch dort Nahrung und Medikamente.
80 km Entfernung sind ein Argument, die gegen diese WG sprechen, aber die von Ihnen aufgezählten Alternativen klingen auch nicht verlockend.
Eine absehbare Überforderung der Mutter bei einer Pflege zu Hause spricht auch gegen diese Variante.
Wagen Sie einen Versuch in der WG, wenn Sie so einen guten Eindruck haben.
Zurück können Sie immer.
Freundliche Gruesse von Klaus Pawletko

24.06.2020 | 10:24
soez

Vielen Dank Herr Pawletko.
Ja leider ist die Gefahr gegeben, dass es dort auch nicht 100% klappt.Aber es liegt wie in einem Kurort also da wo andere Urlaub machen.Wir können ihn so oft es geht besuchen. Mama könnte wenn sie wollte auch miteinziehen.
Alles ist besser als da wo er jetzt ist.
Für einen 2. Versuch nach Pflegebedürftigkeit zuhause fehlt derzeit der Mut.
Wir haben von vorne herein gesagt,.dass wir einen Versuch wagen.Dass mein Vater nur noch türkisch spricht tut leider sein Übriges zur Komplexität. Ich habe erfahren wie schwer sich pflegebedürftig keit auch Migrationshintergrund verhält. Wir sind in einer Großstadt..aber auch hier konnte mir niemand Alternativen oder sinnvolle Unterstützung geben. Man kann sich nur selber helfen, lehren mich die letzten 9 Wochen.

24.06.2020 | 20:42
hanne63

Hallo Soez,
ich kann Dir zwar direkt nichts konkretes raten, aber ich kann Deine Hilfosigkeit aus den Zeilen herauslesen.
Auch ich kenne das Gefühl, wenn man überall im Rat fragt und letztlich nicht geholfen kriegt, also allein da steht....
Aber manchmal klappt es dann doch...oder man gerät an jemanden , der weiterhelfen will und kann.

Ich wohne in Neustadt b. Coburg, der bayerischen Stadt mit dem höchsten Einwohneranteil von türkisch-stämmigen Menschen (fast 10%); früher war hier Siemens, daher resultiert es. In den Pflegeheimen hier im Ort sind natürlich viele türkisch-sprechende Bewohner und auch etliche Pflegekräfte stammen selbst aus der Türkei bzw. türkischen Familien, das ist natürlich dann ideal.

Wenn ich mich in Dich hineindenke, würde ich erst einmal den Versuch mit der WG, die 80 km entfernt ist , wagen...und parallel dazu in Ruhe nach Alternativen suchen.

Ich dachte und denke (!!) auch oft, dass man sich nur selbst helfen kann (aus Frustration heraus in den vergangen Jahren, wo ich mit der Demenz meiner Eltern beschäftigt war/bin)......aber manchmal raffe ich mich dann doch wieder auf und frage wo um Rat oder suche mir Hilfe....aber: ich erwarte da nichts mehr und bin dann freudig überrascht, wenn es mal positiv ausgeht.......

Liebe Grüße

25.06.2020 | 17:47
soez

Liebe hanne63,
Vielen Dank für die netten Worte. Das tut gut... Ich musste vieles Lernen die letzten Wochen. Das Schlimmste ist die Hilflosigkeit und die Angst den falschen Weg gegangen zu sein.
Wir haben uns für die WG entschieden. Es ist ein Versuch.
Wir werden sehen.
Lieben Dank

25.06.2020 | 17:53
soez

Eine Frage noch an die Experten...meine Bestellung als Betreuuerin und Ersatzbetreuerin meine Mutter wurde im Eilverfahren eingerichtet und ist vorläufig wenn sie nicht verlängert wird.
Wie muss ich mir das Verfahren vorstellen?Kann ich die Verlängerung selbst beantragen?Wenn mein Vater in die Demenz-WG kommt besteht da die Gefahr, dass man sagen kann...Tochter und Ehefrau schön und gut aber wir wollen doch jemand anderen der näher dran ist? Jemandem Fremdes möchte ich meinen Vater nicht "überlassen" auch wenn ich oft verzweifelt war und gedacht habe, ich schaffe dass alles nicht.
Herzlichen Dank.

27.06.2020 | 10:29
martinhamborg

Hallo Soez, bitte fragen Sie direkt beim Betreuungsgericht nach, welche Frist vorgesehen ist. Es ist vermutlich sinnvoll, davor aktiv auf das Gericht zuzugehen. Ihnen wünsche ich sehr, dass es gut in der WG klappt und beide dort ihren Platz in der Gruppe finden. Ihr Martin Hamborg



Grafik FacebookGrafik TwitterRSS-Feed:Grafik RSS-SymbolAbonnieren: Grafik Facebook Grafik Twitter Grafik YoutubeDrucken:Grafik Drucker