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Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte"

Bild: Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte" Im Laufe einer Demenz ändern sich Kommunikationsfähigkeit und Verhaltensweisen. Das ist für alle Beteiligten oft belastend. Der Wegweiser Demenz hat zwei Experten auf diesem Gebiet als Moderatoren für das Internetforum gewonnen: Jochen Gust hat als Altenpfleger Menschen mit Demenz betreut. Heute schult er unter anderem Klinikpersonal im Umgang mit Demenzkranken, berät Angehörige und schreibt Bücher. Dr. Svenja Sachweh bietet Kommunikationstrainings für Pflegepersonen an und ist Autorin diverser Lehr- und Ratgeberbücher zur Verständigung mit Demenzkranken.

Autor Wie kann ich helfen? Vater mit Demenz
30.06.2020 | 14:53
Nesthäkchen

Mein Vater (69) weißt viele Symptome von Demenz auf:
Sein Wesen hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Früher war er sehr lustig, liebevoll und gesellig. Jetzt ist er missmutig, misstrauisch und extrem schnell beleidigt. Zudem wird er meiner Mutter gegenüber aggressiv. Er unterstellt ihr Dinge, die sie nicht gemacht hat und verbietet ihr den Umgang mit anderen, weil die ihm angeblich nur Schlechtes wollen. Zudem scheint er verwirrt, kann sich an Dinge schlecht oder gar nicht erinnern und kennt Menschen aus seinem Umfeld nicht mehr. Obwohl organisch alles in Ordnung ist, sieht er extrem schlecht.
Natürlich waren wir schon bei unterschiedlichen Ärzten, aber eine eindeutige Diagnose gibt es nicht.
Im November 2018 ist meine Schwester im Alter von 42 Jahren an Krebs gestorben. Im Laufe der Krankheit und nach ihrem Tod hat sich der Zustand und das Verhalten meines Vaters extrem verändert Bzw. Verschlechtert.
Jetzt sagt meine Mutter (64), dass sie nicht mehr kann und mein Bruder und ich mal kommen müssen und etwas tun. Allerdings weiß ich nicht, was ich konkret tun kann. Ich wohne 100 km von meinen Eltern entfernt, habe zwei kleine Kinder und einen Beruf. Bei meinem Bruder ist das ähnlich. Wenn ich meine Mutter frage, was ich tun kann und was sie von mir erwartet, sagt sie, dass sie es auch nicht wisse. Ich habe schon mehrmals vorgeschlagen, dass beide zusammen mal eine Kur machen, um die Trauer aufzuarbeiten und sich psychologisch betreuen und beraten zu lassen. Vielleicht würde ein anderes Umfeld gut tun.
Mit meinem Vater kann ich darüber gar nicht reden. Er ist sofort beleidigt und streitet alles ab.
Die Situation belastet mich sehr, aber ich habe mit meiner kleinen Familie schon sehr viel um die Ohren und kann mich nicht täglich um meine Eltern kümmern.
Was kann ich konkret tun, um die Situation zu verbessern?

30.06.2020 | 15:13
svenjasachweh

Hallo Nesthäkchen,
bei was für Ärzten waren Sie denn bereits - ist Ihr Vater auch neurologisch untersucht worden im Hinblick auf eine mögliche Demenz, oder sonstige psychiatrische Erkrankungen? Hat er bereits eine Pflegestufe?

Sie könnten für Ihre Mutter herausfinden, wo in ihrem Wohnort der Sozialpsychiatrische Dienst sitzt, und eventuell dort einen Beratungstermin für sie organisieren. Vielleicht gibt es vor Ort auch eine Alzheimer Selbsthilfe Initiative anderer Angehöriger, zu der Sie, bzw. Ihre Mutter zwecks Austausch oder Beratung Kontakt aufnehmen könnten?

Freundliche Grüße
S. Sachweh

30.06.2020 | 19:10
Rose60

Hallo nesthäkchen,
Zusätzlich zu den Ideen von Frau Sachweh finde ich Ihre Idee mit einer Rehamaßnahme für Ihre Eltern zusammen gut. Der Tod Ihrer Schwester hat sicher nachhaltige Auswirkungen auf Ihre Eltern und kann, wie bei Ihrem Vater durchaus durch unbewältigte Trauer zu einer schweren Depression führen. Einige Symptome sprechen dafür, allerdings das Nicht-Erkennen von eigentlich bekannten Menschen passt m.E.nicht wirklich dazu... schwierig für Sie. Nun sind ja Ihre Eltern noch nicht wirklich alt. Also für die beiden Anlaufstellen herausfinden wäre schon eine Hilfe, die Sie auch aus der Entfernung machen können. Aus meiner Erfahrung würde ich es auch mal bei einer psychologischen Beratungsstelle, die es mittlerweile in jeder halbwegs größeren Stadt gibt, versuchen. Diese sind ja auch gut vernetzt.
Doch im Vordergrund ist sicher eine gründliche neurologische Abklärung wichtig, auch mit bildgebenden Verfahren oder gibt es dies bereits?
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!
Rose60



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