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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Angehörige haben kein Verständnis
13.07.2020 | 20:12
AliceTochter

Ich bin mit meinem Mann vor einigen Jahren in mein Elternhaus gezogen. Das Haus gehört mir und meine Mutter bewohnt dort das EG. Seinerzeit hat mir mein Bruder seine Haushälfte unter der Auflage verkauft, dass sich für meine Mutter nichts ändert (lediglich mündlich, kein eigetragenes Wohnrecht oder Ähnliches).
Seit einiger Zeit zeigt meine Mutter nun Anzeichen von Demenz. Sie hat seit Anfang 2020 Pflegegrad III und ich würde sagen, sie ist jetzt in der 5. Stufe der Alzheimer-Demenz (Diagnostik hat sie verweigert).
Mein Mann und ich sind berufstätig und ich bin chronisch krank. Wir beide fühlen uns total überlastet und möchten die Verantwortung nicht mehr tragen.
Mit meinem Bruder war verabredet, dass meine Mutter in ein Heim in seiner Nähe ziehen soll, wenn wir signalisieren, dass wir nicht mehr können. Nun hat er beschlossen, dass er meine Mutter bei sich aufnehmen möchte. Er will eine 24-Stunden-Pflegekraft in seinem Haus aufnehmen, die ihn und seine Frau unterstützt. Das ist soweit ja auch wirklich fürsorglich, aber er verlangt von mir ein Schreiben, dass er unserer Mutter zeigen kann, wenn sie nach Hause möchte. Ich soll erklären, warum es nicht möglich ist, dass unsere Mutter auch bei mir (also für ihn in ihrem Haus) mit der Unterstützung einer 24-Stunden-Pflegekraft wohnen kann.

Ich bin total wütend!

1. Wieso will er unserer dementen Mutter etwas erklären? Ich finde beruhigen, ablenken und falls es sein muss eine Notlüge nach dem Motto "Morgen fahren wir wieder zu Dir nach Hause." wären viel angebrachter. Ich denke, mit so einem Schreiben würde er sie nur immer wieder verletzen und verwirren.

2. Wieso muss ich mich rechtfertigen, wenn ich nicht mehr kann? Wenn ich keine fremde Person in mein Haus aufnehmen will?

Er hat mir signalisiert, dass er sie nicht bei sich halten kann, wenn sie wieder nach Hause möchte. Dieses Zuhause ist aber auch mein Zuhause!
Für eine Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf einen gerichtlich bestellten Betreuer ist meine Mutter noch zu klar. Ich weiß überhaupt nicht, was ich machen kann, um mich und meinen Mann zu schützen.

14.07.2020 | 16:48
klauspawletko

Hallo Alice Tochter,
Innerfamiliäre Konflikte von aussen zu beurteilen ist immer schwer.
Die Sachlage scheint mir auch nicht klar zu sein. Wenn Ihre Mutter wirklich eine Alzheimer - Demenz 5. Grades hat, wäre sie wahrscheinlich nicht so klar, wie Sie schildern.
Warum fällt es Ihnen so schwer, dieses Schreiben zu verfassen? Ihre Mutter wird es wahrscheinlich nicht verstehen.
Ihr Bruder hat ja offensichtlich eingesehen, dass Sie es nicht mehr schaffen. Das ist doch schon mal sehr entgegenkommend. Damit ist doch auch klar, dass Ihre Mutter nicht zurück kann.
Sie sollten mit Ihrem Bruder klären, wie eine gute Lösung für Ihrer beider Mutter aussehen kann, wenn Sie in Ihrem neuen Zuhause nicht "zu halten" ist.
ICH kenne Ihre Familiengeschichte nicht und weiss auch nicht, welche Rolle eventuell Geld dabei spielt. Eine befriedigende Lösung für Ihre Mutter wird es aber ohne ein gemeinsames Handeln der Geschwister nicht geben.
Beste Grüße von Klaus Pawletko



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