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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Geht es nun auch bei meinem Vater in die Demenz??
19.07.2020 | 09:51
martinhamborg

Hallo Barbara66, ich möchte mich ganz an die Aussagen von Sonnenblümchen anschließen. Sie machen sich sicher nicht zu viele Gedanken, aber vielleicht nicht in die richtige Richtung?
Es ist wahnsinnig schwer, die eigenen Eltern so erleben zu müssen. Aber auch Sie haben nur zwei Hände und die werden noch durch das Wahnerleben und die Veränderungen Ihres Vaters gefesselt. Wenn Sie sich jetzt auch noch von der sozialen Norm der Nachbarschaft unter Druck setzen lassen hilft das niemandem. Wissen Sie, dass die Bundesregierung genau aus diesem Grund viel Geld in Kampagnen gesteckt hat, um für Toleranz zu werben. Es werden Allianzen für Menschen mit Demenz gegründet und demenzfreundliche Kommune. Alzheimer Gesellschaften - also die sorgenden Angehörigen - gehen gemeinsam in die Offensive. Wir haben fast 1,7 Millionen Menschen mit Demenz - in fast jeder Familie. Da brauchen wir die Kraft nicht dafür, mit dem Finger auf andere zu zeigen.
Mir fällt der alte Slogan ein "Die Scham ist vorbei", und die Generation der pflegenden Kinder heute hat es gelernt, dass es möglich ist, etwas in der Gesellschaft zu bewegen und dazu Nachbarn mit zunehmen...
In diesem Sinne, Ihr Martin Hamborg

20.07.2020 | 14:49
klauspawletko

Hallo Barbara66,
das meiste ist ja bereits gesagt worden. Ich wollte noch ein praktische Tipps anfügen:
- Hörgeräte - besonders die Krankenkassenmodelle - verschleissen die Batterien sehr schnell. Sie könnten darauf achten, dass sie regelmäßig getauscht werden.
- Eine verwaschene Aussprache könnte ein Hinweis auf einen kleinen Schlaganfall sein. Versuchen Sie doch bitte, das abzuklären.
- Trägt Ihr Vater ein Gebiss? Auch hier könnten Ursachen für eine verwaschene Aussprache liegen.
- Wie sieht es mit den Augen des Vaters aus? Würde vielleicht ein Rasierspiegel (mit Vergrößerung) helfen?

Versuchen Sie auf jeden Fall, alle (sicher gut gemeinten!) Hinweise nicht wie Maßregeln aussehen zu lassen. Das hat schon bei Jugendlichen nicht geholfen ("Und wie Du wieder aussiehst - und diese langen Haare!"). Vielleicht können Sie Ihren Vater bei seiner Eitelkeit "packen".
Bleiben Sie zuversichtlich und freundlich!
Alles Gute dafür wünscht Ihnen
Klaus Pawletko



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