Navigation und Service

Direkt zu:

Hauptmenü

Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen"

Bild: Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen" Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um ihre medizinische Versorgung, Betreuung und Pflege zu finanzieren. Manchen steht auch ergänzende Sozialhilfe zu. Die Sozialarbeiterinnen Renate Gascho und Birgit Spengemann verfügen gemeinsam über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Beratung älterer und demenzkranker Menschen. Sie wissen, was Betroffenen zusteht und beraten im Internetforum kompetent zu leistungsrechtlichen Fragen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Auskünfte allgemein gehalten sind. Auskünfte zu landesspezifischen Sonderleistungen wie z. B. Pflegewohngelder sowie das Errechnen von Leistungen im Einzelfall können bei der Beantwortung der Anfragen nicht berücksichtigt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Behörde.

Autor Wohnraumanpassung für Menschen mit Demenz
25.03.2012 | 22:01
birgitspengemann

Sehr geehrte Forumnutzer,

Menschen mit Demenz können jede Veränderung in ihrem Wohnumfeld als verwirrend, störend oder gar bedrohlich empfinden. Deshalb sollten Angehörige und andere Betreuende darauf achten, dass die Betroffenen durch den Einsatz von technischen Hilfen oder durch bauliche Veränderungen nicht überfordert werden.

Trotzdem kann es sinnvoll sein, die Wohnung individuell an die persönlichen Einschränkungen und Bedürfnisse anzupassen, so dass möglichst lange die Selbständigkeit des Demenzkranken in den eigenen vier Wänden erhalten bleibt, zum Beispiel durch Rauchmelder oder Herdüberwachungssysteme.

Für die Finanzierung ist maßgeblich, ob es sich um ein Hilfsmittel, Pflegehilfsmittel oder eine bauliche Wohnungsanpassung handelt.

○ Die Krankenkasse finanziert Hilfsmittel, die notwendig sind, um den Erfolg einer Krankenhausbehandlung zu sichern oder eine Behinderung auszugleichen (§ 33 Sozialgesetzbuch V). In der Regel wird dafür eine Verordnung /Rezept vom Arzt benötigt (u.a. Rollator, Rollstuhl).

○ Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für Pflegehilfsmittel (u.a. Pflegebett), die zur Erleichterung und Linderung der Beschwerden des Hilfebedürftigen beitragen und ihm eine selbständigere Lebensweise ermöglichen (§40 Sozialgesetzbuch XI). Voraussetzung hierfür ist die Anerkennung der Pflegebedürftigkeit.

○ Bei Vorliegen einer Pflegestufe kann für bauliche Wohnraumanpassung (u.a. Einbau einer ebenerdigen Dusche) ein Zuschuss der Pflegekasse beantragt werden (§ 40, Abs. 4 Sozialgesetzbuch XI). Auch hierfür ist die Voraussetzung eine anerkannte Pflegebedürftigkeit. Unabhängig von der Höhe der Pflegestufe kann der Zuschuss pro Maßnahme bis zu 2557,-€ betragen. Der Pflegebedürftige hat einen Eigenanteil von 10% der Kosten zu leisten. Der Zuschuss muss vor der geplanten Maßnahme bei der Pflegekasse beantragt werden. Dem Antrag sind mindestens ein Kostenvoranschlag und die schriftliche Genehmigung des Vermieters hinzuzufügen.

Mit freundlichen Grüßen
Birgit Spengemann



Grafik FacebookGrafik TwitterRSS-Feed:Grafik RSS-SymbolAbonnieren: Grafik Facebook Grafik Twitter Grafik YoutubeDrucken:Grafik Drucker