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DAS WEBLOG

Was bedeutet eigentlich FTD?

Tanja Kallweit am 15.03.2017, 13:48 | 0 Kommentare

Tanja Kallweit schreibt in ihrem Weblogbeitrag über die Frontotemporale Demenz, die früher auch Pick-Krankheit oder Morbus Pick genannt wurde. In der Therapie wird auch mit nicht medikamentösen Maßnahmen gearbeitet, da die Frontotemporale Demenz nicht heilbar ist. Was bedeutet Frontotemporale Demenz, woher kommt der Name und wie unterscheidet sich diese Demenzform von den anderen?

Was bedeutet eigentlich FTD?

FTD ist die Abkürzung für Frontotemporale Demenz. Das ist eine bestimmte Art von Demenz, die sich von anderen Formen auf Grund der Symptomatik abgrenzt. Vor allem im Vergleich zu einer Alzheimer-Demenz liegen große Unterschiede vor. Treten bei einer Alzheimer-Demenz eher Sprach- und Gedächtnisstörungen auf, so ist das Charakteristische einer FTD, dass sich besonders das soziale und emotionale Verhalten der Betroffenen stark verändert. Das liegt in erster Linie daran, dass bei einer FTD vor allem Nervenzellen im Stirn- (Frontallappen) und Schläfen-(Temporallappen) Bereich absterben.
Sie werden vermutlich ab und zu auch auf den Begriff Pick-Krankheit stoßen. Diese Bezeichnung steht im engen Zusammenhang mit einer FTD. Die Pick-Krankheit wurde nach dem bekannten Arzt Arnold Pick benannt. Dieser wurde 1851 in der Tschechische Republik geboren. Er war Psychiater und Neurologe, sowie erfolgreicher Hochschullehrer für Ärzte seines Fachgebiets.
Bereits in frühen Jahren seiner ärztlichen Tätigkeit interessierte er sich für das Thema "Aphasien" (Sprachstörungen, die durch eine Beeinträchtigung im zentralen Nervensystem entstehen). Er arbeitete als Arzt u. a. in Berlin und Wehnen, bevor es ihn nach Prag zog und er dort später Dozent für Psychiatrie und Neurologie an der Karls-Universität Prag wurde. 1880 ernannte man ihn zum Direktor der Landesirrenanstalt Dobrzan. 1886 wurde er Professor an der deutschen Karls-Universität Prag und Vorstand der psychiatrischen Klinik.

Neben zahlreichen von ihm veröffentlichten Publikationen, erhielt er besondere Anerkennung für verschiedene Entdeckungen im Bereich der Neurologie. Er beschrieb als erster Neurologe einen Subtyp der Frontotemporalen Demenzen (FTD). Dies sind degenerative Hirnerkrankungen. In Anlehnung an seine Erkenntnisse erhielt eine Form der FTD auch die Bezeichnung "Morbus Pick".
Im Umgangssprachlichen wird der Begriff "Pick-Krankheit" in Verbindung mit dieser Form der Frontotemporalen Demenz noch relativ häufig verwendet. Im wissenschaftlichen Bereich findet diese Bezeichnung seltener Anwendung.
Der Grund: Früher dachte man, dass sogenannte Picksche Körper (Antikörper und Neurotubi) dabei eine charakteristische Rolle spielen. Heute wissen die Ärzte, dass diese Pickschen Körper nicht zwangsläufig bei einer FTD vorliegen. Sogar bei psychisch gesunden Menschen konnten diese Körper im Gehirn gefunden werden.

Dies als kleiner Einblick in die Welt der FTD.

Foto der Weblogautorin Tanja Kallweit
Foto: Tanja Kallweit

Tanja Kallweit ist Inhaberin der ZeitGefühl-Demenzberatung in Essen/Ruhr. Sie ist Mitglied des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften NRW e. V. und des Vereins „Wir pflegen e. V.“ Mit Ihrem Unternehmen bietet sie deutschlandweit eine – Demenzberatung_Coaching_Schulung ONLINE an.
Ziel: Pflegenden Angehörigen wieder mehr Zeit für die schönen Momente im Leben zu schenken und Menschen mit Demenz ins (Stadtteil-)Leben zu integrieren.

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