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DAS WEBLOG

Demenz-Schulungen für Polizisten, Friseure und Co.

Matthias Matlachowski am 21.03.2011, 00:00 | 1 Kommentar

Demenzerkrankte können uns überall begegnen: beim Bäcker, beim Friseur oder bei der Bank. Umso wichtiger ist es, Menschen aus möglichst vielen Berufsbereichen auf den Kontakt mit ihnen vorzubereiten. Schulungen für Angehörige zum Umgang, zum Krankheitsbild und den zahlreichen Herausforderungen sind bekannt und werden gut angenommen. Zunehmend fragen auch Polizistinnen und Polizisten, medizinische Fachangestellte und Friseurkräfte solche Angebote an.

In Unterfranken beispielsweise schulen Mitarbeiter des Modellprojekts "Gerontopsychiatrische Vernetzung in der Region Main-Rhön" bereits im dritten Jahr angehende Beamte der Bundespolizei im Umgang mit Demenzerkrankten. Sie sollen vorbereitet sein, wenn sie Betroffenen etwa am Bahnhof oder am Flughafen begegnen. "Und das ist gar nicht so selten", berichten erfahrene Polizeibeamte, die als zusätzliche Kursleiter an den Schulungen teilnehmen. Ebenfalls von großer Bedeutung sind die Angebote für Arzthelferinnen und Arzthelfer. Denn sie verbringen meist mehr Zeit mit den Demenzerkrankten in der Arztpraxis, als der Arzt selbst. Informationen zum Krankheitsbild und vor allem zum Umgang mit Demenzpatienten gehören ebenso zu den Schulungsinhalten wie die Vorstellung von Beratungsdiensten und niedrigschwelligen Betreuungsangeboten in der Umgebung. Sehr häufig im Kontakt mit Demenzerkrankten, aber oftmals wenig vorbereitet und unterstützt im Umgang mit ihnen, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen und evangelischen Altenheimseelsorge, der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit und der Seniorenberatungsstellen der Kommunen. Auch für diese Berufsgruppe haben wir bereits Impulsschulungen durchgeführt.

Frau Maier möchte Geld abheben – zum vierten Mal heute

Als Leiter des Bezirks-Modellprojektes plane ich weitere Schulungen für Angestellte von Banken und Sparkassen, von denen ich schon oft nach einem solchen Angebot gefragt wurde. Wenn nämlich Frau Maier bereits zum vierten Mal am gleichen Tag zum Geldabheben kommt, stellt sich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schnell die Frage, wie sie damit umgehen sollen.
Auch die Angestellten unseres örtlichen Friseursalons spielen aus meiner Sicht eine sehr wichtige Rolle. Denn bei der zunehmenden Zahl allein lebender älterer Menschen bemerken sie mitunter zuerst, dass sich bei ihren Stammkunden eine Demenz anbahnt. Im Salon unterhält man sich und spricht mit der lange bekannten Friseurin oder dem liebsten Friseur über das Leben und die alltäglichen Probleme. Wenn diese dann "Unstimmigkeiten" erkennen, lässt sich schnell Hilfe anbahnen - auch, wenn keine Angehörigen unterstützen können.

Informationen zum Autor:

Matthias Matlachowski ist Diplom-Sozialwissenschaftler und Mitarbeiter im Diakonischen Werk Schweinfurt. Er leitet das Projekt "Gerontopsychiatrische Vernetzung in der Region Main-Rhön". Außerdem ist Matlachowski Lehrbeauftragter an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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1 Kommentar

Saskia Weiß am 13.09.2011, 08:50 Allein leben mit Demenz – Herausforderung für Kommunen

In Deutschland werden in Zukunft immer mehr Demenzkranke allein leben. Ursache für diese Entwicklung sind demografische und soziokulturelle Veränderungen in unserer Gesellschaft.
Bislang gibt es in Deutschland nur vereinzelt spezialisierte Unterstützungsmodelle für allein lebende Demenzkranke, das Interesse an Konzepten ist jedoch groß. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat daher die Unterstützung für die Zielgruppe der allein lebenden Demenzkranken zu einem ihrer Schwerpunkte gemacht. Das Projekt „Allein lebende Demenzkranke – Schulung in der Kommune“ wurde von Januar 2007 bis April 2010 aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.

Menschen mit Demenz, die allein leben, haben Nachbarn, sie gehen einkaufen, holen Geld bei der Bank oder rufen die Polizei, weil sie ihren Geldbeutel nicht finden und sicher sind, dass ihnen dieser gestohlen wurde. Gerade das alltägliche Umfeld, die Kassiererin im Supermarkt, der Mitarbeiter in der Bankfiliale und der Streifenpolizist sind daher wichtige Adressaten, denen auffallen kann, dass jemand sich über die Zeit verändert, verwirrt ist und Hilfe braucht. Auf diesem Weg kann ein Unterstützungsbedarf erkannt werden, und es kann versucht werden, dem Erkrankten bestimmte Angebote der Betreuung und Versorgung zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen des Projektes entstanden deshalb u.a. Schulungsmaterialien und Kurzfilme für die Zielgruppen Polizei, Feuerwehr, Banken, den Einzelhandel und die Nachbarschaft, die auf der DVD „Allein leben mit Demenz. Herausforderung für Kommunen“ enthalten sind. Alle wichtigen Informationen über diese DVD finden Sie auf einem Video-Trailer, den Sie über den Link: http://www.deutsche-alzheimer.de/index.php?id=157 ansehen können.


Kontakt
Sollten Sie darüber hinaus Fragen zu diesem Projekt haben, erreichen Sie uns unter der Rufnummer 030 / 2 59 37 95-17 in der Geschäftsstelle der Deutschen Alzheimer Gesellschaft oder per E-Mail unter saskia.weiss@deutsche-alzheimer.de. Wir freuen uns auch über Hinweise, Anregungen und Ideen zum Thema „Allein lebende Demenzkranke – Schulung in der Kommune“.

Bestellhinweis
Das Handbuch "Allein leben mit Demenz. Herausforderung für Kommunen" wird als DVD gegen eine Schutzgebühr von 10,00 € versendet.

Als Begleitmaterial, das bei den Schulungen an die Teilnehmer verteilt werden kann, wurde die Broschüre "Herausforderung Demenz. Wissenswertes zur Kommunikation und zum Umgang mit demenzkranken Menschen" erstellt. (Die Broschüre ist kostenlos, bei Bestellungen ab 51 Stück wird eine Portopauschale erhoben.)

Ihre Bestellung der DVD sowie der gedruckten Broschüre richten Sie bitte an: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., Friedrichstr. 236, 10969 Berlin E-Mail: info@deutsche-alzheimer.de, Tel.: 030/259 37 95-0, Fax: 030/259 37 95-29


Die Mitarbeiterinnen des Projekts Ute Hauser, Helga Schneider-Schelte und Saskia Weiß

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