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DAS WEBLOG

Umgang mit Konflikten und Herausforderungen

Matthias Matlachowski am 08.11.2010, 00:00 | 0 Kommentare

Konflikte sind in der Betreuung und Pflege von Demenzkranken sehr häufig: Solche, die man offen bemerkt, aber auch solche, die sich unterschwellig aufbauen und dann unbewusst und unbewältigt den Alltag und den Umgang miteinander beeinflussen.
Im Rahmen der Seminar- und Urlaubswochen, die wir im Modellprojekt "Gerontopsychiatrische Vernetzung in der Region Main-Rhön" regelmäßig für Demenzerkrankte und deren Angehörige anbieten, spielt der "Umgang mit Konflikten" deswegen auch eine sehr wichtige Rolle.

In zwei Seminareinheiten erhalten Angehörige die Möglichkeit, in einem geschützten Raum über ihre Probleme mit dem Partner oder mit der Erkrankung als solcher zu sprechen. Anhand der konkreten Beispiele versucht die Gruppe unter fachkundiger Anleitung Lösungsvorschläge und Bewältigungsstrategien zu entwickeln, die auch für die anderen Angehörigen anwendbar sind.

Herausfordernde Situationen für pflegende Angehörige

Aggressionen beim Anziehen eines Pullovers, "störrisches Verhalten" in fremden Umgebungen oder ständiges "Klammern" an die Pflegeperson kommen bei der Betreuung und Pflege eines geliebten, an Demenz erkrankten Menschen immer wieder vor. Im Einzelfall mögen sie "harmlos" sein, aber in der Summe bedeuten solche Konfliktsituationen eine enorme und 24 Stunden andauernde Belastung für die Pflegeperson. Komplexe Lösungsstrategien sind also gefragt.
Diese während der Seminar- und Urlaubswochen zu erarbeiten, ist natürlich nicht möglich. Aber das Sprechen und der konstruktive Austausch über Konflikte mobilisiert häufig bei Angehörigen die Bereitschaft, sich der Gesamtsituation zu stellen und diese durch ausgewählte und erprobte Strategien zu entschärfen. Ein weiterer Schritt ist es, weitere Unterstützung bei der Bewältigung von herausforderndem Verhalten anzufragen und auch zuzulassen.

Rollenkonflikte innerhalb der Familie

Nicht selten stellen neben den bereits genannten Herausforderungen im Pflegealltag auch Rollenkonflikte innerhalb des Familiensystems eine große Belastung für Angehörige dar. Wenn der gesunde Partner mit der Zeit immer mehr zum Pfleger wird und der Demenzkranke in seiner Rolle als Ehepartner wegbricht, fällt das eingespielte Familien- und Paarsystem auseinander. Neue Rollen und Aufgaben müssen von den Partnern angenommen und bewältigt werden – auch wenn dies teilweise nicht leicht fällt.

Informationen zum Autor:

Matthias Matlachowski ist Diplom-Sozialwissenschaftler und Mitarbeiter im Diakonischen Werk Schweinfurt. Er leitet das Projekt "Gerontopsychiatrische Vernetzung in der Region Main-Rhön". Außerdem ist Matlachowski Lehrbeauftragter an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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