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DAS WEBLOG

Robert wehrt sich gegen Missstände im Pflegeheim

Robert hatte sich vor einigen Monaten entschieden, seine Ehefrau Martha in ein Pflegeheim zu geben. Ihre fortschreitende Demenz und seine eigenen zunehmenden gesundheitlichen Probleme machten die Pflege zu Hause unmöglich. Das Heim lag in der Nähe des Wohnortes, machte einen guten Eindruck, das Personal war freundlich zu Martha. Robert konnte Martha täglich besuchen. Doch im Laufe der Zeit bemerkte Robert, dass doch nicht alles so reibungslos ablief, wie er sich das vorgestellt hatte.

Erst fielen ihm Kleinigkeiten auf. So stand in Marthas Zimmer tagelang Obst, das Martha nicht aufgegessen hatte und schon zu schimmeln anfing. Martha litt auch zunehmend unter einer Inkontinenz

Störung der Fähigkeit, die körperlichen Ausscheidungen (Urin, Stuhlgang) zu kontrollieren. Menschen, die an einer Urininkontinenz leiden, nässen sich ein.
Inkontinenz
. Robert sah, dass Martha häufiger eingenässt hatte und erst einige Stunden später die Wäsche gewechselt und Martha gewaschen wurde. Nur, wenn er das Pflegepersonal direkt ansprach, wurde Martha umgehend versorgt. Er wurde unruhig. Was konnte er tun?

Robert erinnerte sich, im Heimvertrag etwas über Beschwerderechte gelesen zu haben. Er sah nach und fand im Heimvertrag den Hinweis, dass er sich bei Problemen unmittelbar bei der Heimleitung beschweren könne. Auch könne er sich an die zuständige Heimaufsicht wenden. Dem Heimvertrag war eine Anlage beigefügt, in der die jeweiligen Kontaktdaten vermerkt waren.

Robert sprach mit der Heimleitung und schilderte seine Beobachtungen. Seine Sorge um Martha wurde absolut ernst genommen. Die Heimleitung versprach, umgehend dafür zu sorgen, dass Obst regelmäßig abgeräumt werde. Zu Marthas Inkontinenz

Störung der Fähigkeit, die körperlichen Ausscheidungen (Urin, Stuhlgang) zu kontrollieren. Menschen, die an einer Urininkontinenz leiden, nässen sich ein.
Inkontinenz
wurde die zuständige Wohnbereichsleitung befragt. Diese äußerte, dass die Inkontinenz

Störung der Fähigkeit, die körperlichen Ausscheidungen (Urin, Stuhlgang) zu kontrollieren. Menschen, die an einer Urininkontinenz leiden, nässen sich ein.
Inkontinenz
erst seit wenigen Tagen auftrete und man sich im Team bereits Gedanken gemacht habe, ob ein Toilettentraining möglich sei oder bereits Inkontinenzmaterial verwendet werden müsse.

Die Heimleitung wies Robert darauf hin, dass am schwarzen Brett des Hauses weitere Informationen zum hausinternen Beschwerdemanagement zu finden seien. Dort las er, dass er sich bei jedem Mitarbeiter des Hauses beschweren könne, diese seien verpflichtet, die Beschwerde umgehend an die Heimleitung weiter zu leiten. Außerdem gebe es einen so genannten Beschwerdebriefkasten, in dem – anonym oder namentlich genannt – Beschwerden eingeworfen werden könnten. Dazu existiert ein Formular, das unter dem Briefkasten ausgelegt ist. Die Beschwerden würden hausintern schnellstmöglich bearbeitet und die Lösungen mit den Betroffenen, so sie namentlich bekannt sind, besprochen.

Die Vorgänge, die zu einer Beschwerde führen, würden in Dienstbesprechungen erörtert, die Lösungen besprochen und das weitere Vorgehen auch kontrolliert werden. Robert war etwas skeptisch. Er sah in den nächsten Tagen genauer hin und bemerkte, dass nun kein faulendes Obst mehr in Marthas Zimmer stand. Bezüglich der Inkontinenz

Störung der Fähigkeit, die körperlichen Ausscheidungen (Urin, Stuhlgang) zu kontrollieren. Menschen, die an einer Urininkontinenz leiden, nässen sich ein.
Inkontinenz
war der Hausarzt kontaktiert worden, der Martha in den nächsten Tagen untersuchen würde. Danach würde man mit Robert besprechen, welche Lösungen es geben könne. Bis dahin sah das Pflegepersonal deutlich häufiger nach Martha, um ein Einnässen frühzeitig zu bemerken und Martha umzuziehen und zu waschen.

Robert wandte sich nun auch an den Bewohnerbeirat, um zu erfahren, ob auch andere Bewohner und Bewohnerinnen ähnliche Probleme hatten. Diese sollten ebenfalls mit der Heimleitung erörtert und Lösungen gefunden werden.

Der Bewohnerbeirat hat die Befugnis, sich bei Beschwerden einzuschalten. Robert erfuhr, dass der Bewohnerbeirat unabhängig die Interessen der Heimbewohner gegenüber der Einrichtung vertritt.

Informationen zur Autorin:

Bärbel Schönhof ist Volljuristin mit 20-jähriger Erfahrung als Rechtsanwältin. Sie ist Dozentin und Fachautorin für die Bereiche Sozialversicherungs- und Familienrecht, Pflege- und Erbrecht. Sie war über mehrere Jahre hinweg stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. Den Wegweiser Demenz unterstützt sie durch regelmäßige Beiträge.

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