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DAS WEBLOG

Vier Tipps bei herausforderndem Verhalten

Was tun, wenn die Emotionen hoch kochen?

Hilfe! Soeben hat Frau Müller Herrn Bergheimer eine Ohrfeige verpasst. Herr Bergheimer ruft: „Dir werd´ ich´s zeigen.“ Er droht Frau Müller mit der Faust. Ich versuche, beide zu beruhigen. Aber: Peng – schon habe ich eine Ohrfeige bekommen. Was nun? 

Wie geht man mit hochkochenden Emotionen um? Ich habe keine Patentlösung. Oft reagiere ich spontan. Irgendwie. Danach merke ich: „Nein, das war nicht gut. Das hätte ich anders machen können.“ Mir helfen folgende grundlegenden Herangehensweisen.

Nicht persönlich nehmen

Die Ohrfeige von Herr Bergheimer hat nicht mir gegolten. Er wollte seine Mitbewohnerin Frau Müller schlagen. Oder seine Wut galt einem Menschen, mit dem er früher zu tun hatte. Oder er ärgerte sich über sich selber. Jedenfalls: Ich muss herausforderndes Verhalten nicht persönlich nehmen.

Die Biographie einbeziehen

Möglicherweise erschließt sich durch die Biographie des dementen Menschen die ein oder andere Verhaltensweise. Beispiel: Welchen persönlichen Hintergrund hat Herr Bergheimer? Was hat Frau Müller früher gearbeitet? Wie sind die beiden mit Konflikten umgegangen? Und was hat ihnen geholfen, sich zu beruhigen? Was haben sie gern gemacht?

Neue Impulse setzen

Oft hilft es mir, die Beteiligten auf andere Ideen zu bringen. Ich verwende gerne Geschichten oder Redensarten. Geschichten beruhigen und zeigen vielleicht eine andere Verhaltensweise – ohne dass ich „von oben herab“ daher komme. Redensarten wie „Je später der Abend, desto schöner die Gäste“ sind im Altgedächtnis meines Gegenübers tief eingegraben – und ich kann solche Redensarten leicht ins Gespräch einbauen.

Sich austauschen

Arbeitet man in einem Pflegeheim, hat man seine Kollegen. Ist man ehrenamtlich tätig, gibt es andere Ehrenamtliche. Als Angehöriger kann man eine Angehörigengruppe besuchen und Erfahrungen austauschen. Oder eine Bekannte anrufen. Ich sehe oft schon nach einem kurzen Gespräch die Situation gelassener. Wer beruflich mit Menschen mit Demenz zu tun hat, muss natürlich immer auch seine Schweigepflicht beachten, wenn er mit Dritten über eine Situation redet.

 

 

Informationen zum Autor

Uli Zeller ist Seelsorger in einem Altenheim in Singen. Der Familienvater liebt Geschichten - und schreibt auch welche für Menschen mit Demenz. Er ist Autor mehrerer Vorlesebücher für Menschen mit Demenz und Ratgeber für deren Angehörige und Betreuungskräfte. Alle seine Bücher finden Sie hier: http://t1p.de/BestZeller
Der Krankenpfleger und Theologe ist in der Aus- und Weiterbildung von Betreuungskräften tätig. Er ist zu Lesungen unterwegs und hält Vorträge über den Umgang mit Demenz. Seine Kolumne "Uli & die Demenz" finden Sie regelmäßig auf der "Pflegebibel": http://www.die-pflegebibel.de/author/uli-zeller/

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