Birgit Spengemann

Ein gemeinsamer Urlaub mit einem Menschen mit Demenz

Die meisten derjenigen, die heute mit einer Demenz leben, haben früher einige Reisen unternommen und zusammen mit ihren Familien oder Freunden die Welt entdeckt. Viele Menschen mit Demenz ziehen sich nach ihrer Diagnose zurück.

Allerdings kann das gemeinsame Reisen mit Ehepartnern oder Kindern auch mit einer Demenz noch möglich sein. Insbesondere die Erholung und die Abwechslung vom (Pflege-)Alltag sind für die pflegenden Angehörigen und Betroffenen wichtig. Gemeinsam können zudem schöne Momente und neue Erinnerungen geschaffen werden. 

Im Anfangsstadium und leicht vorangeschrittenem Stadium der Demenz sind Reisen noch am besten umzusetzen. Grundsätzlich gilt: eine Veränderung ist für Menschen mit Demenz immer mit Herausforderungen verbunden und kann auch Stress auslösen. 

Daher sollte die Planung des Urlaubs sehr detailliert erfolgen und die individuellen Einschränkungen und Probleme des Betroffenen berücksichtigt werden. Als erster Test könnte ein Tagesausflug von zuhause aus gemacht werden. Dieser Ausflug zeigt bereits, worauf zu achten ist und welche Herausforderungen gegebenenfalls auftreten könnten.

Doch worauf sollte bei der Urlaubsplanung konkret geachtet werden? 

  • Als Urlaubsziel könnte ein Ort in Frage kommen, den der Mensch mit Demenz von früher kennt.
  • Eine stressfreie An- und Abreise und keine allzu lange Urlaubsdauer.
  • Der gewohnte Tagesablauf und Routinen sollten möglichst beibehalten und eine Zeitverschiebung vermieden werden.
  • Ausreichend Verpflegungsmöglichkeiten in der Nähe zur Verfügung haben (Restaurants, Cafés, Kiosk oder Vollpension/Halbpension wählen).
  • Die Mitnahme von vertrauten Dingen, wie zum Beispiel Familienfotos oder eine Lieblingstasse, tragen zur Beruhigung bei.
  • Eine möglichst barrierefreie Unterkunft wählen.
  • Ausflugsziele sollten in nicht allzu weiter Entfernung sein (welche Ausflüge hat der Mensch mit Demenz in jüngeren Jahren gerne gemacht?)
  • Laute, unruhige und unübersichtliche Orte meiden.
  • Starke Klimaveränderungen sind ebenfalls nicht förderlich für das Wohlbefinden der betroffenen Person.

Damit auch die begleitenden Angehörigen entlastet werden, gibt es inzwischen etliche Gruppenreisen für Menschen mit Demenz mit Betreuungsmöglichkeiten. Dabei übernehmen tagsüber eine Zeit lang qualifizierte Fachkräfte die Pflege und Betreuung des Menschen mit Demenz. Angehörige können sich in dieser Freizeit beispielsweise entspannen oder mit anderen Mitreisenden austauschen.

Tipp: Die Kosten für die Betreuungs- und Pflegeleistungen können ab Pflegegrad 2 häufig über die Verhinderungspflege abgerechnet werden. Weiterführende Informationen bietet das PDF-Dokument der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.

Eine umfangreiche Übersicht über verschiedene, lokale Anbieter, die spezielle Reisen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen organisieren, bietet das PDF-Dokument der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.

 

Sie möchten noch mehr zu der Thematik erfahren? 

In der aktuellen Episode "Urlaub und Reisen mit Demenz - Erfahrungen von Angehörigen" des Podcasts "Leben, Lieben, Pflegen" von Desideria spricht Moderatorin Peggy Elfmann mit fünf Angehörigen, die von ihren Urlauben mit Menschen mit Demenz berichten. Interessierte können der Podcastepisode viele Tipps für einen Urlaub mit einem Menschen mit Demenz entnehmen und bekommen Mut zugesprochen. 

Es wird unter anderem auf die folgenden Themen eingegangen:

  • was bedeuten Betroffenen Urlaube und Auszeiten
  • Wahl des Urlaubsziels
  • Berichte von bereits gelungenen Urlauben von Angehörigen

Die Podcastfolge kann kostenfrei auf der Website von Desideria angehört werden.

 

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