Bisher wurden noch keine dauerhaft wirksamen Behandlungen gefunden, die eine Demenz heilen oder eine Verschlimmerung verhindern können. Viele Menschen mit Demenz leiden zusätzlich an Depressionen, da die Fähigkeiten im Alltag und die zwischenmenschlichen Beziehungen nachlassen. Die meisten Behandlungen zielen letztlich darauf ab, dass Menschen mit Demenz sich in ihrer Umgebung wohler und sicherer fühlen. Ein Ansatz dabei ist die tiergestützte Therapie, wobei hier die medizinischen, therapeutischen und pädagogischen Ziele im Vordergrund stehen. Die Therapie wird von Fachpersonal begleitet. Das eingesetzte Tier fungiert als Co-Therapeut und der Verlauf wird dokumentiert und ausgewertet.
Es gibt inzwischen zahlreiche Erfahrungsberichte und Studien zu den Auswirkungen tiergestützter Therapie bei Menschen mit Demenz. Es wurde beobachtet, dass der Kontakt zu Tieren, gerade im Zusammenhang mit Depressionen, zu einer Verbesserung der Stimmung führen kann. Die Betroffenen wurden ruhiger, waren weniger aggressiv und besser ansprechbar. Nachgewiesen wurde, dass der Kontakt zu Tieren den Blutdruck senkt und zur Beruhigung aufgeregter beziehungsweise unruhiger Personen beiträgt. Apathische, stark introvertierte Menschen mit Demenz wurden wacher, nahmen wieder Blickkontakt auf und fingen sogar wieder an zu sprechen.
Bedeutsame Auswirkungen im Hinblick auf eine Verbesserung der Krankheitssymptomatik oder den Verlauf einer Demenz konnte in den diversen Studien zu tiergestützter Therapie aber leider nicht nachgewiesen werden.
In Abgrenzung zur tiergestützten Therapie gibt es auch zahlreiche tiergestützte Besuchsdienste, die eher das Ziel verfolgen, Lebensqualität zu verbessern und Einsamkeit abzubauen. Das sind in der Regel Besuche mit Hunden oder Kleintieren zum Streicheln und Füttern in der Pflege-WG oder dem Pflegeheim oder das Halten von Tieren in der Einrichtung oder auf dem Gelände, an deren Pflege und Versorgung sich die Bewohner beteiligen.
Angeboten werden Besuche mit Tieren von diversen Trägern der Pflege und Betreuung, wie zum Beispiel Malteser Hilfsdienst, Die Johanniter, ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) oder von Vereinen, wie zum Beispiel „Helfer auf vier Pfoten“.
Tierhalter können sich bei Interesse mit ihren Tieren zu ehrenamtlichen Besuchern ausbilden lassen und an Besuchsdiensten in Pflegeeinrichtungen teilnehmen.
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