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Lauftendenzen - Bewegungsdrang

Ein unablässiger Bewegungsdrang wie das unablässige Entlanglaufen der Gänge oder das Erkunden verschiedener Zimmer und Orte ist das Problem von manchen Menschen mit Demenz. Oftmals wird auch noch vom Weglaufen oder Hinlaufen gesprochen.

Ursachen

Bewegungsdrang kann durch unterschiedlichste Faktoren hervorgerufen werden:

  • Verunsicherung:
    Beeinträchtigungen von Sprachverständnis und Sprechen können zu Verunsicherungen führen und lässt Menschen mit Demenz umherwandern,
  • Hinlaufen:
    Der Bewegungsdrang ist als Suche nach Geborgenheit zu verstehen, oftmals nach dem kindlichen Heim,
  • Weglaufen:
    Der Demenzkranke will weglaufen, weil er sich unwohl fühlt. Dieses kann auftreten nach einem Umzug in eine neue Umgebung, aber auch, wenn Menschen mit Demenz das Umfeld aus ihrer Kindheit als jetziges zu Hause ansehen,
  • Gestörter Tag-Nacht-Rhythmus:
    Menschen mit Demenz leiden nachts unter Ruhelosigkeit und schlafen tagsüber immer wieder ein,
  • Medikamente:
    Manche Medikamente können als Nebenwirkung oder entgegen der erwarteten beruhigenden Wirkung zum Gegenteil führen und Bewegungsdrang auslösen.

Die Pflegeverantwortlichen müssen sich im Einzelfall fragen, ob der Bewegungsdrang Ursachen hat, welche behebbar sind und ob der Laufdrang ein Ausmaß angenommen hat, das dem Demenzkranken selber schadet oder für andere unzumutbar ist.

Oftmals wird man die Ursachen dadurch herausfinden können, dass man überlegt, ob es einen zeitlichen Zusammenhang zwischen (verstärktem) Bewegungsdrang und bestimmten räumlichen, personellen oder medikamentösen Änderungen gibt. Manchmal wird man ohne eindeutige Erklärung den Laufdrang als Symptom der Demenz-Krankheit akzeptieren müssen.

Umgang mit Bewegungsdrang

Ein stark ausgeprägter Bewegungsdrang birgt unterschiedliche Risiken wie Gewichtsverlust und Ernährungsprobleme oder Stürze und Frakturen. Es bieten sich folgende Möglichkeiten, den Bewegungsdrang zu reduzieren oder Gefahrenquellen zu minimieren:

  • eine möglichst risikoarme Laufumgebung schaffen; insbesondere großflächige Gärten bieten sich zum ungehinderten Bewegen an,
  • gemeinsam tägliche Spaziergänge von mindestens 30 Minuten in der weiteren Umgebung
  • sinnvolle Angebote mit starker sozialer Komponente, wie gemeinsames Singen oder Malen, können zeitweise das Laufen unterbrechen,
  • gedimmtes Licht, stille Umgebung und ein gemütliches Setting laden zum Verweilen ein,
  • Ablenkung durch starke Stimulation wie Musik hören, kann dazu führen, dass ein Mensch mit Demenz länger sitzen bleibt,
  • der Einsatz von GPS-Trackern ist ethisch umstritten; versorgende Personen befürworten den Einsatz eher.