Birgit Spengemann

Nesteldecken

Bei vielen Menschen mit Demenz treten mit Fortschreiten der Erkrankung zunehmend Unruhezustände auf. Diese zeigen sich beispielsweise durch:

  • ständige Bewegungen der Finger und Hände, Zupfen an Kleidung
  • Zappeln
  • Umherlaufen, ausgeprägter Bewegungsdrang
  • Hantieren mit Gegenständen
  • nächtliche Rastlosigkeit, gestörter Tag-Nacht-Rhythmus

Die Arme und Hände können oftmals mit Greifen, Fühlen und Bewegung beschäftigt werden und somit zur Beruhigung des Menschen mit Demenz beitragen. Hierfür kann beispielsweise eine Nesteldecke in Frage kommen. Sie setzt sich meist aus verschiedenen Teilen zusammen:

  • Materialmix (zum Beispiel Baumwolle, Samt, Jeans, Frottee, Cord)
  • Fühlelemente (beispielsweise Knöpfe, Taschen, Bommeln, Reiß- oder Klettverschlüsse, Holzringe, größere Perlen, Fransen, Kordeln, Schnüre)

Die verschiedenen Materialien stimulieren den feinmotorischen Tastsinn und wirken aktivierend. Die Beschäftigung mit vertrauten Gegenständen kann wiederum die Erinnerung an frühere Tätigkeiten oder Hobbys, wie Handarbeiten, wecken. Zudem bringen sie Abwechslung in den Alltag. 

Zu beachten ist, dass die Stoffe und Fühlelemente aus reißfesten und bruchsicheren Materialien bestehen. Die Teile müssen sehr fest vernäht sein, damit sie sich nicht lösen und womöglich verschluckt werden können. Bei individuell angefertigten Nesteldecken können noch die persönlichen Vorlieben und biografieorientierten Erfahrungen der Menschen mit Demenz einfließen, wie die Verwendung der Lieblingsfarben oder Motive aus dem früheren Leben. 

Meist werden die Decken einfach auf dem Schoß des Menschen mit Demenz platziert oder auf den Tisch drapiert und die Person kann dann tastend die Decke erkunden. Daher sollte die Decke nicht zu groß sein.

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