Birgit Spengemann

Sundowning-Syndrom (Sonnenuntergangssyndrom)

Sundowning bezeichnet ein Phänomen, dass circa 20 Prozent der Menschen mit Demenz irgendwann betrifft. Es handelt sich um herausfordernde Verhaltensweisen wie zunehmende Unruhe, Verwirrtheit, Ängstlichkeit, Reizbarkeit und Aggression. Dies zeigt sich zum Beispiel an Schaukeln, Schreien oder hysterischem Weinen, Abwehrverhalten, Umherwandern oder Hinterherlaufen. 

Diese Verhaltensweisen können auch schon tagsüber auftreten, verstärken sich in der Regel aber zum Ende des Tages, bei Einbruch der Dämmerung, bei Sonnenuntergang oder bei Dunkelheit. Die Ursache dafür konnte noch nicht hinreichend erklärt werden. Forschende sehen einen Zusammenhang zwischen den Lichtverhältnissen und Umwelteinflüssen, die wiederum Einfluss auf die Hormonproduktion, wie zum Beispiel dem Melatonin (Schlafhormon) haben. Auch Störungen der Inneren Uhr (Tag-Nacht-Rhythmus) können Auslöser für ein Sundowning-Syndrom sein.

Pflegende Angehörige können die Auswirkungen des Sundowning-Syndroms abmildern, in dem sie für einen strukturierten Tagesablauf sorgen und eine Überforderung des Menschen mit Demenz vermeiden. Aufregende und anstrengende Aktivitäten sollten auf den Vormittag gelegt werden. Je nach Bedarf kann tagsüber für ausreichend Bewegung, zum Beispiel durch begleitete Spaziergänge, gesorgt werden. Der Tagesschlaf sollte gegebenenfalls reduziert und nachmittags beziehungsweise gegen Abend dann eher für eine ruhige Atmosphäre gesorgt werden. Auf alkoholische Getränke und schwere Abendmahlzeiten sollte verzichtet werden. Wichtig ist auch, für gute Lichtverhältnisse zu sorgen, um die Ängste vor der Dunkelheit zu verringern.

Weiter Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite "Demenzportal".

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